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Zork Nemesis: Das beste Render-Adventure - Leser-Test von Andy1977


1 Bilder Zork Nemesis: Das beste Render-Adventure - Leser-Test von Andy1977
Myst war für Broderbund ein Segen und für Adventure-Spieler ein Fluch: Das eigenwillige Konzept eines Adventures mit vielen, eindrucksvoll gerenderten Bildern, Rätseln die sich auf Knöpfchen drücken und Schalter ziehen beschränken und welches nahezu keine Interaktion mit Menschen oder Lebewesen besitzt, begeisterte viele Macintosh- und PC-Besitzer, die vorher ein Computerspiel nicht mal mit der Kneifzange anfassen wollten. Nur wenige abgebrühte Profi-Spieler, die von Indiana Jones und Monkey Island verwöhnt waren, konnten mit der kühlen Welt und den 'Try and Error'-Rätseln etwas anfangen. Trotzdem war der Verkaufserfolg von Myst einzigartig und gilt als mit (oder ist immer noch?) der Höchste, den je ein Computerspiel erreichen konnte.

Das brachte sehr viele Nachahmer mit sich: Man brauchte nur eine Render-Maschine, ein paar Bilder zu gestalten und den Spieler Knöpfchen drücken zu lassen, schon wäre der potentielle Hit fertig. Leider konnte kaum ein Spiel an die Faszination von Myst heran reichen: Die Nachahmer kassierten reihenweise abgrundtief schlechte Wertungen, nur wenige konnten sich im 'Gut'-Bereich ansiedeln. So richtig gut war keiner... bis auf einer...

Machen wir einen Sprung in die Vergangenheit: 1980 entstand unter dem frisch gegründeten Firmen-Label Infocom ein Text-Adventure namens Zork. Das besondere an Zork: Es war das zweite Spiel seiner Art (das erste wurde von amerikanischen Studenten an Uni-Rechnern entwickelt und hieß ganz einfach 'Adventure'). Die Urversion von Zork war so umfangreich, dass man das Spiel in drei Teile aufspaltete und nacheinander veröffentlichte. Viele der nachfolgenden Text-Adventures aus dem Hause Infocom wurden ebenfalls berühmt, genauso wie der unrühmliche Abstieg der Firma Ende der Achtziger Jahre erschreckte. Zum Schluß erschienen noch die Ableger Beyond Zork (mit wenigen, vernachläßigbaren RPG-Elementen) und Zork Zero (mit ein paar Bildern), danach war erst einmal Schluß mit Zork.

1993 erinnerte sich Activision an die Hausinternen Rechte über das Label Infocom und man entwickelte Return to Zork, ein Render-Adventure, welches kurz nach Myst entstanden ist. Das Spiel war heftigst umstritten: Ausgerechnet der Nachfahre der Adventure-Urgewalt wurde mit Schalter und Knöpfchen Rätsel ausgestattet. Gottlob schien der Erfolg groß genug zu sein, um Zork Nemesis aus der Taufe zu heben. Ein weiteres Render-Adventure im Myst-Stil war geboren, welches alle anderen in den Schatten stellte.

Und hier schließt sich der Kreis: Zork Nemesis ist ein Nachfolger des berühmtesten Text-Adventures aller Zeiten und besitzt das beste Rätsel-, Story- und Grafik-Design des Subgenres 'Render-Adventure', soviel vorweg genommen.

Die Welt und Story von Zork Nemesis ist unheimlich, düster und geheimnisvoll gestaltet. Vier Menschen verschwinden im Inneren des Tempels von Agrippa: Ein Mönch, ein General, eine Musikerin und ein Arzt. Alle haben im Laufe Ihres Lebens den Reiz der Alchemie entdeckt und schienen einer großen Sache auf der Spur gewesen zu sein. Jedoch hält der Nemesis, eine rachsüchtige Person unbekannter Herkunft, die vier im Tempel gefangen.
Sie, der Spieler, sind auf der Suche nach den vier Hobby-Alchemisten und sollen Nemesis bezwingen. Keiner weiß, was Nemesis vor hat, seine Handlungen und sein Auftreten lassen aber auf nichts Gutes schließen.

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