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WRC 2 Extreme im Gamezone-Test


1 Bilder WRC 2 Extreme im Gamezone-Test

Die originale FIA World Rally Lizenz beschert uns mit diesem Titel Rallyaktion über 14 Länder hinweg und mit sieben ebenfalls originalen Wagen. Selbstverständlich orientiert sich auch das Regelwerk am realen Vorbild, so dass eigentlich einer mitreißenden Saison nichts mehr im Wege steht. Denn soviel kann ich euch schon verraten, bereits nach dem Introvideo sitzt man voll motiviert, ungläubig staunend, wahrscheinlich einige Zentimeter neben der ursprünglichen Sitzposition. Denn eine solch gelungene und mitreißende Präsentation wie in diesem Rallygame habe ich noch nicht gesehen. Schon das erste Motorgeräusch das zu hören ist bevor es etwas zu sehen gibt macht klar mit welchen Maschinen wir es gleich zu tun bekommen werden. Eintausend Kilo Stahl, Aluminium, Fleisch und Knochen die mit 180 km/h übers Gelände fegen, getrieben vom Willen des Fahrers und den Angaben seines Copiloten, sind eine Waffe im Kampf gegen Zeit und Naturgewalten. Zur Seite steht ihm die leistungsfähigste Technik der Autoindustrie und die schnellsten Sensoren der Welt, sein Nervensystem. Der Bruchteil einer Sekunde genügt um den geglaubten Sieg in eine Niederlage zu verwandeln, den Wagen vom Idealkurs in den Abgrund zu befördern und so aus der HighTec-Maschine einen Haufen Altmetall zu machen. Das ist Rallysport wie ihn die Fahrer und Fans lieben, rohe Maschinengewalt die sich durch das Gelände kämpft, gesteuert von einem Fahrer der sein Können bis ans Limit ausreizt weil er Mensch und Maschine zu einer perfekten Symbiose vereinigt.

"World Rally Championchip 2 Extreme" bietet uns wirklich den kompletten Rallyezirkus den man von einem Rallyegame mit offizieller Lizenz erwarten darf. Klar gibt es das Einzelrennen und das Zeitrennen, Herzstück des Spiels aber ist natürlich der Chamionchip-Mode, der uns durch vierzehn Länder führt und wenn alles gut ging direkt aufs Siegerpodest. Damit auch wirklich jeder eine Chance hat, gibt es drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, von denen der schwierigste allerdings erst freigeschaltet werden muss und nicht von Anfang an zur Verfügung steht. Zudem schaltet der einfachste Grad das Schadenssystem sowie den Shakedown-Tag aus, der für eine ernsthafte Rallye eigentlich unverzichtbar ist. Um uns also das volle Rallyefeeling zu spendieren wählen wir den mittleren Schwierigkeitsgrad und beginnen unser erstes Rennen. Hat es uns bis jetzt noch auf dem Stuhl gehalten, so sollte es uns spätestens jetzt, wenn die unglaublich genial klingenden Motoren aufbrüllen und uns eine Grafik geboten wird die schon fast Fotorealistisch zu nennen ist, vom Hocker hau'n. So stelle ich mir eine Rallye vor, mit Motoren die brüllen und nicht jammern, Steine die fliegen und nicht liegen und einer Fahrphysik die glaubhaft ist und nicht an die Arcadehalle erinnert. Tja, und genau da liegt das große Manko von WRC2, nämlich der Lenkung und fast schon spielverderbend gemeinen Umwelt. Die Physik der Rallyeboliden nämlich ist durchaus gelungen, sie schafft es gut die verschiedenen Bodenverhältnisse zu simulieren und deren Auswirkungen auf das Fahrverhalten, allerdings hat die Lenkung eine ganz ungute Eigenheit. Vielleicht kennt ihr das ja aus manch anderem misslungenem Rennspiel, wenn die Räder innerhalb von Sekundenbruchteilen in die Ausgangsstellung zurückschnellen, aber sich nur sehr ungern aus dieser wieder herausbewegen. Eine schnelle Zickzackfahrt ist also nicht möglich, da sich der Wagen zuerst in die Gerade dreht und dann erst versucht wieder in die Kurve einzulenken. Da noch dazu keinerlei Möglichkeit existiert die Empfindlichkeit der Lenkung einzustellen muss man sich mit diesem Umstand abfinden. Allerdings erzielten wir etwas bessere Ergebnisse wenn wir die Steuerung auf das Lenkrad umstellten, trotz Verwendung des normalen Controllers. Das behob das Problem zwar nicht ganz, minderte es aber etwas. Wohingegen man nichts tun kann, ist das gemeine Design der Leitplanken und Mauern neben der Strasse. Diese nämlich drehen den Wagen grundsätzlich gegen die Fahrtrichtung, egal in welchem Winkel und mit welcher Geschwindigkeit man auftrifft. Man ist also gezwungen die Strecke möglichst ohne Berührung durchzustehen da man ansonsten durch das notwendig gewordene rangieren viel zu viel Zeit verliert. Spieler mit niedriger Frustschwelle sollten also unbedingt ein Probespiel wagen, denn dieser Umstand kann einem schon die Zornesröte ins Gesicht jagen, weil man es einfach nicht fassen kann, wie ein Game das so einen genialen Eindruck hinterlässt eine so miese Steuerung besitzt.

Dafür scheint die Grafik die Mankos der Lenkung wieder wett machen zu wollen. Die Pisten sehen durch die Bank unglaublich realistisch aus und man nimmt ihnen jederzeit ab, dass sie reale Vorbilder besitzen, denn so ein Streckendesign kann man sich nicht ausdenken, das muss wachsen. Ebenso die Modells der Autos, die sehr gut gelungen sind und ein Schadenssystem innehaben welches sich ebenfalls nicht verstecken muss. Dazu gesellen sich allerlei Bewegungen in der Umwelt, wie aufgescheuchte Vogelschwärme oder einem nachsehendes Publikum.
Nicht so ganz gelungen allerdings sind die eingeblendeten Warnsymbole, welche nicht wie aus anderen Rallyegames bekannt von unten nach oben laufen, sondern tatsächlich in zwei Reihen untereinander angezeigt werden. Dies führt dazu, dass sich teilweise bis zu sechs Richtungszeichen gleichzeitig am Schirm befinden, die noch dazu in unglaublicher Geschwindigkeit durchrollen, was nur noch für Verwirrung sorgt aber nicht mehr hilft den Streckenverlauf vorauszusehen.

Genauso mitreißend gibt sich die Soundkulisse. Treibende Popsounds in den Menus, aggressive Maschinen im Rennen die dem fliegenden Schotter kontra bieten und ein bayerischer(!) Copilot. Wirklich wahr ein Ohrenschmaus, wenn der Co meint "Fursicht Hoarnodlkurfn". Da dies sicher nicht jedermanns Sache ist kann man noch auf die englische Synchro ausweichen, die etwas professioneller Klingt als das bayerische Pendant.

  • Peter Grubmair"-"
  • "WRC 2 Extreme" kommt mit einer Präsentation daher die Vorbildlich ist. Die Videosequenzen machen Lust auf mehr und das Gameplay besticht durch seine Aggressivität und Geschwindigkeit. Ebenso gelungen ist die Soundkulisse, der man gerne abnimmt, dass dafür ein Toningenieur unter dem Wagen lag um möglichst authentische Sounds zu erhalten. Die gebotene Grafik weiß ebenso zu begeistern wie der Sound, sehen die zu befahrenen Welten doch schon verdammt echt aus und besonders der Streckenverlauf wirkt wie natürlich gewachsen. Allerdings besitzt das Game dank der fiesen Straßenbegrenzungen und der misslungenen Lenkung einen recht hohen Frustfaktor, denn man muss schon mit viel Feingefühl an die Sache herangehen um gegen die Computerfahrer eine Chance zu haben. Man darf an dieser Stelle die Entwickler fragen, ob ihnen denn nicht klar war, dass ein Rennspiel mit seiner Steuerung steht und fällt. Was nützen einem die schönsten Welten und der beste Sound wenn es einfach unmöglich ist den Wagen so zu steuern wie man möchte? Zwar hilft es etwas ein Lenkrad statt des Controllers zu benutzen, aufgehoben wird das Manko dadurch aber nicht. Richtige Rallyefreaks freilich werden sich von diesem Umstand nicht abschrecken lassen, Gelegenheitsspieler sollten aber unbedingt ein Probespiel wagen um selbst einschätzen zu können wie sehr sie dieser Umstand tangiert. Davon abgesehen nämlich ist WRC2 ein hervorragendes Rallyegame.
WRC 2 Extreme (PS2)
  • Singleplayer
  • 7,8 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 9/10 
    Sound 9/10 
    Steuerung 5/10 
    Gameplay 8/10 
Pro & Contra
Wunderschöne Pisten
mitreissende Soundkulisse
sehr gelungene Präsentation des Rallyesports
Misslungenes Lenkverhalten und extrem fiese Strassenbegrenzungen
Hoher Frustfaktor
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