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Virtua Striker 3 Ver. 2002: Gute Figur auf neuer Hardware - Leser-Test von HALLofGAME


1 Bilder Virtua Striker 3 Ver. 2002: Gute Figur auf neuer Hardware - Leser-Test von HALLofGAME
Sega und Fußball: Nicht immer eine ganz glückliche Kombination! Nicht wenige sind davon überzeugt, daß gerade auch das Defizit an akzeptablen Fußball-Games hierzulande mitverantwortlich war, für die mangelnde Akzeptanz des Dreamcast. Auch die Kombination von Konsole und hauseigenem Footie-Flaggschiff Virtua Striker 2 konnte daran nichts ändern. Längst ist das Dreamcast Geschichte, doch Segas oft gescholtene virtuelle Balltreter kicken munter weiter, ersatzweise erstmals auf einer Nintendo-Konsole. Zum Glück, denn die Arcade-Kicker spielen auf dem GameCube besser denn je!

Um allerdings in den Genuß des aktuellen Virtua Striker zu kommen, sollte man zuallererst kein Lizenzfanatiker sein, denn da sieht es dünn aus. Zwar werden uns ganze 64 Nationalteams aus aller Welt geboten und immerhin hat es sogar zum Original-WM Ball von Adidas gereicht, aber damit hat es sich lizenztechnisch auch schon. Die Spieler tragen allesamt Phantasie-Namen und auch die Fußball-Stadien sehen zwar durch die Bank hervorragend aus, sind aber alles andere als authentisch. Und damit noch nicht genug! Weil es heute offenbar so etwas wie Allgemeingut nicht mehr gibt und inzwischen für restlos alles bezahlt werden muß, erfuhr auch der Kern von Virtua Striker 3, sprich der Kampf um die Fußballkrone eine kreative Umbenennung. Da angesichts der aktuellen Fußball WM alle Rechte an der interaktiven Umsetzung des Turniers bei Electronic Arts liegen, heißt die Weltmeisterschaft bei Virtua Striker schlicht und einfach „Internationaler Pokal“ und weist keinerlei Bezugspunkte zum realen Turnier in Japan und Korea auf!

Spätestens wenn man einmal hinter den schönen, aber trügerischen Lizenzschein blickt und feststellt was die Kontrahenten inhaltlich so drauf bzw. nicht drauf haben, sollte man sich dann doch ernsthaft Gedanken machen, was einem wirklich wichtig ist. Denn während das offizielle EA WM-Spiel dieses Mal lediglich mit dem eigentlichen WM-Modus und der Option Freundschaftsspiel inhaltlich dürftig wie lange nicht mehr daher kommt (ganz im Gegensatz zum opulenten Frankreich 98 Vorgänger), haben SEGA und Amusement Vision so richtig in die Vollen gegriffen.
Wahlweise darf hier ähnlich wie bei der FIFA WM mit Vor- und Endrunde um die WM, bzw. den „Internationalen Pokal“ gekämpft werden und wem das nicht schnell genug geht, der darf auch gleich in die K.O. Runde einsteigen. Daneben gibt es die Möglichkeit, Ligaspiele auszutragen, eigene Turniere zu erstellen, in sog. Tabellenspielen um Punkte zu spielen und natürlich fehlt auch nicht die ausgiebige Trainingsfunktion. Und obwohl schon hier einiges mehr geboten ist, als im offiziellen WM-Produkt, habe ich damit den eigentlichen Hauptmodus des Spiels noch nicht einmal genannt! Der verbirgt sich nämlich hinter der unscheinbaren Option „Qualifikation Internationaler Pokal“ und stellt den weitestmöglichen Weg zur Virtua Striker WM dar. Statt direkt in einen der verschiedenen WM-Abschnitte zu starten, gilt es hier über vier Jahre als Trainer das ausgewählte Team erst mal zur WM-Reife und dann möglichst zum Titel zu führen. Eine langwierige Aufgabe in der nicht nur Freundschaftsspiele, Auslandsreisen und Trainingseinheiten koordiniert werden wollen, auch ein Turnier wie z.B. die Europameisterschaft steht auf dem Plan. Nur schade, das nach vier Jahren unweigerlich Schluß ist. Ich persönlich hätte nach gewonnener Weltmeisterschaft mein Team auch gerne noch vier Jahre lang bis zur Titelverteidigung geführt. Machbar wäre das allemal gewesen, da das Spielgeschehen ohnehin von realen Orten und Zeitplänen abgekoppelt ist.

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