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Ultima Underworld: The Stygian Abyss - Der ultimative Genre-Mix - Leser-Test von Andy1977


1 Bilder Ultima Underworld: The Stygian Abyss - Der ultimative Genre-Mix - Leser-Test von Andy1977
Ultima Underworld trägt den Namen nur aus Marketinggründen: Das damals noch völlig unbekannte Team namens Blue Sky Production, später umbenannt in Looking Glass, zauberte mit einer noch nie dagewesenen 3D-Grafik ein Rollenspiel mit Action-Elementen auf den Bildschirm. Origin, Vertrieb und Geldgeber des Spieles, entschloss sich dazu, dass Spiel mit dem verkaufsfördernden Namen Ultima auszustatten. Da das komplette Spielgeschehen in einem riesigen Dungeon statt findet, war der Beiname Underworld wohl auch schnell gewählt.

Deshalb ist die Story für ein Ultima-Spiel recht knapp geraten und besitzt auch kaum Beziehungen zur 'echten' Ultima-Serie. Es gibt keinen Lord British und von Britannia sehen Sie auch nur wenig. Wenigstens übernehmen Sie die Rolle des Avatars. Bei Ihrer üblichen Reise von der Erde nach Britannia landen Sie mitten in einem Schloß von Baron Almric. Gerade wurde dessen Tochter Arial von einem mächtigen Zauberer namens Tybal entführt. Leider beschuldigt man den Avatar, an der Entführung mit Schuld zu sein.
Tybal ist mit Arial in den berühmtesten Dungeon von ganz Britannia geflohen, in die Abyss. Ultima 4 Spielern dürfte dieser Name noch sehr bekannt sein: In selbigem Spiel war die Abyss nicht nur der letzte zu bewältigende Dungeon, sondern auch einer der fiesesten in der Rollenspiel-Geschichte der Achtziger Jahre.
Um Ihre Unschuld zu beweißen, werden Sie nun ebenfalls in die Abyss verbannt und dürfen erst wieder heraus, wenn Sie Arial gefunden haben.

Die Abyss besteht aus acht Etagen. Da die Abyss in vielen Bereichen weit ausgehöhlt ist, haben sich einige niedere Kulturen in den einzelnen Etagen niedergelassen. So gibt es z.B. Goblins, Echsen und sogar ein paar Menschen, mit denen Sie auch reden können.
Insgesamt gesehen ist die Story gut und bietet zum Schluß hin auch eine kleine Überraschung. Doch die Qualität reicht nicht an die echten Ultima-Titel heran. Man merkt in jeder Hinsicht, dass Underworld früher kein Ultima Titel war: Der Dungeon hat nichts mit dem alten Design der Abyss zu tun und der Avatar könnte auch durch jeden anderen Helden ersetzt werden.

Die erste Stärke zeigt das Spiel bei der 3D-Grafik: Die war zur damaligen Zeit mehr als eine Revolution. Id-Software und Blue Sky Production entwickelten fast zur gleichen Zeit an einer 3D-Grafik mit bunten und detaillierten Wänden. Davor kannte man nur einfarbige Polygonflächen, welche höchstens mit Schattierungen verziert wurden. Der Begriff 'Textur' wurde erst mit Ultima Underworld und einem ebenfalls bekannten Ego-Shooter aus dem Hause Id-Software bekannt. Letzterer besaß zwar die schnellere Grafik, konnte aber nur mit Wandtexturen aufwarten und das Level-Design bestand aus lauter einfachen Blöcken. Die 3D-Engine von Ultima Underworld ist gröber und langsamer, aber vielschichtiger: Es gibt Wand, Decken und Boden-Texturen. Zudem können diese auch schräg oder schief angeordnet sein, sowie über- und untereinander. Der Aufwand hatte natürlich seinen Preis: Ein damals für viele noch unerschwinglicher 486'er war erforlderlich, um das Spiel in einer vernünftigen Qualität genießen zu können, trotz des stark eingeschränkten 3D-Bildschirmfenster, welches nur 1/3 des gesamten Bildschirmes ausfüllt.
Alle Figuren und Gegenstände sind einfache Bitmaps, die je nach Entfernung zum Spieler auf die richtige Größe gezoomt und in die 3D-Grafik einkopiert werden. Da diese Technik noch nicht ganz ausgereift war, sehen Figuren/Gegenstände besonders pixelig und grobkörnig aus. Auch die Animationen sind für heutige Verhältnisse ein schlechter Scherz, was damals aber niemand störte.

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