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UEFA Dream Soccer: Stagnation statt Evolution - Leser-Test von striker


1 Bilder UEFA Dream Soccer: Stagnation statt Evolution - Leser-Test von striker
Allmählich naht die Winterpause der Bundesliga und folglich leert sich die Speisekarte des geneigten Fan beträchtlich. Wer nicht selbst beschäftigt ist, aktiv seinem Hobby zu frönen, der wird es bei recht unwirtlichen Temperaturen wohl mehr denn je in Betracht ziehen, die heimische Konsole mit etwas Futter zu versorgen. Nennt sich eben diese Konsole Dreamcast und ist der Besitzer ein sowohl leidenschaftlicher als auch leidgeprüfter Fußball-Fan, so stellt sich schnell die Frage: welchen Titel wählen? Über einen Mangel an Software kann man eigentlich kaum klagen, die Qualität hingegen wirft bisweilen Fragen auf.

Der Name "Dream Soccer" lässt nicht unbedingt auf eine Verwandtschaft mit den beiden Vorgängern schließen- Marketingstrategie oder Zufall?? Man könnte fast meinen ersteres, denn sowohl WWS 2000 als auch die Euro Edition wurden von der Presse nicht mit Lobeshymnen bedacht. Auf dem Rückseitentext des Covers wird es als "innovatives Produkt" angepriesen- nicht ganz gelogen, betrachtet man die für ein Fußballspiel merkwürdig anmutenden Spielmodi: Survival, Time Attack, gar ein Kampf der Geschlechter und für die hoffnungslos Konservativen bleibt auch noch ein ganz normales Freundschaftsspiel bzw. Turnier/ Saison. Die Modibezeichnungen erinnern zwar an ein Beat'em Up, dafür fliegen auf dem Spielfeld aber weiterhin Bälle statt Fäusten und die Nomenklatur offenbart sich dem Spieler dann schließlich doch als kleiner Bluff...

"Spiele eine Reihe von Begegnungen ohne zu verlieren" oder "Erziele innerhalb einer Halbzeit das Golden Goal" lautet die Aufgabenstellung dann- gar nicht so schwer. All diese unkonventionellen Spielformen finden sich im "Arcade"-Part des Spiels, das gewohnte Aufgebot inkl. WM/ EM, nationaler Meisterschaft etc wird unter "Original" zusammengefasst. Also alles bestens bis dato: klar gegliedert, auch die Menüs wissen zu gefallen- dazu sind alle wichtigen Optionen, darunter Stadion- und Wetterwahl, Schiristrenge & Schwierigkeitsgrad, vorhanden. Wunderbar auch, dass sämtliche Spielformen mit bis zu vier Spielern, beliebig auf die Mannschaften verteilbar, bestritten werden können.

Das Gameplay ist und bleibt jedoch Kernpunkt eines jeden Genres und Spiels, und genau das ist jener Punkt, wo Dream Soccer in Vergleich zur hochklassigen "Superstar Soccer" und, mit Abstrichen, "FIFA"-Serie das Nachsehen hat. Der Spielablauf ist recht arcadelastig gehalten, was zunächst einmal nicht unbedingt negativ zu notieren sein muss: Ballstafetten über unzählige Stationen gelingen meist ohne großen Aufwand, Scheibenschießen ist mitunter an der Tagesordnung und es darf auch mal zünftig dem Gegner in die Beine getreten werden. Aber bereits hier hakt es, denn Entscheidungen des Referees folgen immer noch ganz im Stile der vorangegangenen Dreamcast-Produktionen von Silicon Dreams dem Lotterie-Mechanismus. Darüber hinaus agieren die eigenen und von der CPU gesteuerten Kicker beim Ausführen simpler Kurzpässe derart trantütig, dass man meinen könnte, einem Spiel der Altherrenliga beizuwohnen- und zwar in Zeitlupe.

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