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Twin Caliber im Gamezone-Test


1 Bilder Twin Caliber im Gamezone-Test

Na, haben Sie nicht auch manchmal das Gefühl den falschen Beruf ergriffen zu haben? Wollten sie nicht viel lieber Fleischer oder Metzger werden, im Blut baden und das Fleisch von seiner persönlichen Seite kennen lernen? Wollten sie schon immer mal beweisen, dass die offizielle Knochenanzahl des menschlichen Körpers falsch ist, das viel mehr in ihm stecken? So nebenbei haben sie auch ihre heimliche Vorliebe für großkalibrige Waffen, TNT und diverse Schlagwerkzeuge entdeckt? Wenn dem so ist und sie bereits volljährig sind, dann ist "Twin Caliber" die ideale Umschulung zum Zombiekiller schlechthin. Denn eines kann ich schon im Vorfeld verraten, selten so viel Blut und Fleischbrocken in so großer Anzahl gesehen wie in diesem Titel, demnach also überhaupt nicht für jüngere und zart besaitete Seelen geeignet, aber ideal für erwachsene Splatterfans und Surrealisten.

Der Titel "Twin Caliber" leitet sich von der doppelten Bewaffnung unserer beiden Aktionhelden Fortman und Valdez ab, die in jeder Hand mit einer Waffe ausgestattet sind, die man getrennt abfeuern kann. Dabei bediente man sich einer ziemlich von der Norm abweichenden Steuerung, die zwar nicht schwer zu erlernen ist, sich aber doch deutlich von ähnlichen Titeln abhebt. So haben wir auf die Steuerung der Figur direkt überhaupt keinen Einfluss, dies nimmt uns die CPU vollkommen ab um die Inszenierung so vornehmen zu können wie es die Entwickler vorsahen. Aufgabe des Spielers ist es lediglich die Waffen zu bedienen. Der rechte Stick dient dazu die Schusswaffen auf das Ziel auszurichten, was überdeutlich per gestrichelter Linie in der Luft signalisiert wird, und der linke Stick dient zum Zielen mit dem Sprengstoff, der einfach durch die Luft geschmissen werden kann, am besten mitten in die tote Menge. Die oberen Schultertasten L1 und R1 ensprechen den Abzügen der beiden Waffen, und mit L2 und R2 können diese nachgeladen werden. Auf dem Steuerkreuz liegt die Funktion zum Waffenwechsel, denn natürlich gibt's im Game immer größere Piecemaker einzusammeln. Ebenso natürlich wartet am Ende jedes der über 20 Level ein Endboss darauf in Einzelteile zerlegt zu werden.

So besteht also das gesamte Gameplay eigentlich nur aus Ziel aufnehmen und Zombies zersplattern, nur kurz unterbrochen von gut zum Game passenden Cutscenes, welche die praktisch nicht vorhandene Story erzählen. Dabei läuft das ganze Game absolut linear ab, es gibt also keine Möglichkeit Einfluss auf die Story und deren Werdegang zu nehmen. Die Frage ist, ob man das in solch einem Titel eigentlich will? Nachdem man in "The House of the Dead 3" gesehen hat wie gut so etwas funktionieren kann, denke ich schon, noch dazu wo bei über 20 Kapiteln genug Spielraum für solch ein Feature gewesen wäre.

Die Grafik gibt sich ziemlich duster und hoch detailliert. Die PAL-Fassung glänzt mit ruckelfreien 50 Herz Mode und erlaubt sich, selbst im hektischsten Getümmel, keinerlei Slowdowns. Zu Kritisieren gibt es höchstens die etwas niedrige Spielgeschwindigkeit, die für einen 3rd-Person-Shooter fast etwas zu langsam ist. Gerade mal einen Meter entfernte Zombies kann man ganz ohne Zeitdruck eliminieren, sogar ganze Horden stellen kein Problem dar, da nur ganz wenige Zombies wirklich schnell sind. Die meisten scheinen sich in Zeitlupe zu bewegen. Dieser Effekt wird noch von dem Fakt unterstützt, dass bei einigen gesplatterten Gegnern eine Wiederholung in Zeitlupe(!) gezeigt wird, damit man die Blutfontänen auch ganz genau studieren kann. Die Grafik muss sich also nicht verstecken, passt gut zum Thema und wirkt auch nie flach oder detailarm, dafür ist sie für einen 3rd-Person-Shooter einen Tick zu langsam.

Die Soundkulisse hingegen klingt etwas unausgereift, weil die Waffengeräusche viel zu ärmlich klingen und in der Hintergrundmusik fast völlig untergehen. Selbst wenn man die Musik abschaltet, klingen sie noch immer wie Spielzeugwaffen und besitzen keinerlei Biss. Dafür gibt sich der Soundtrack viel Mühe möglichst aggressiv zu klingen und die fehlende Waffenpower auszugleichen. Leute mit Heavy-Metal Allergie haben also ein Problem, denn sie müssen die Musik abschalten und bekommen dann nur noch schwaches Gebrösel zu hören.

Die Steuerung funktioniert gut ist aber nicht optimal umgesetzt, da man mit dem Stick nicht "im Raum" zielt, sondern relativ zur von oben gesehenen Figur. Dazu dreht sich die Steuerung mit der Kameraansicht mit, was ein ständiges Nachkorrigieren zur Folge hat. Zum Glück hat man in den Optionen ein automatisches Nachladen versteckt, womit einem Dauerfeuer nichts mehr im Wege steht.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Twin Caliber" ist ein sehr blutiger 3rd-Person-Shooter mit etwas seltsamer Steuerung und sehr linearem Gameplay. Die blutige Darstellung in Verbindung mit den hämmernden Metal-Sounds ist sicher nichts für Kinder oder zart besaitete Naturen, Splatterfans hingegen dürften zufrieden sein, denn es mangelt nicht an Brutalität und herumfliegenden Teilen aus dem Zombiebaukasten. Da man das Game ebenso gut zu zweit spielen kann, eignet es sich auch für die Party zu fortgeschrittener Stunde. Zuviel Spieltiefe allerdings darf man nicht erwarten, aber wer sucht die schon in solch einem Game?
Twin Caliber (PS2)
  • Singleplayer
  • 7,3 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 7/10 
    Gameplay 7/10 
Pro & Contra
Ausreichend viele Level
extremer Gore-Level
gute PAL-Anpassung ohne Balken oder Pumpen
Absolut Linear
sich wiederholendes Gameplay
etwas langsam
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