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Tour de France im Gamezone-Test


1 Bilder Tour de France im Gamezone-Test

"Tour de France" bringt uns den schweißtreibenden Radrennsport auf die Playstation2. Leider besitzt dieses Game, bis auf den Namen, keinerlei Lizenzen. Demnach sind sämtliche Strecken, Fahrräder und Fahrer frei erfunden, können aber nach eigenen Wünschen benannt werden, so dass man sich mit etwas Arbeit wenigstens die echten Fahrer und Teams ins Spiel holen kann.

So ein Radrennen ist natürlich nicht umzusetzen wie ein Autorennspiel, denn ganz andere Faktoren wirken auf den Fahrer ein. Die Kraftreserven wollen gezielt und sparsam eingesetzt werden um sie im richtigen Moment zur Verfügung zu haben, und der Windschatten des Vordermannes sollte ebenfalls unbedingt ausgenützt werden, will man für den Endspurt noch fit sein. Um die Kräfte des Fahrers während des Rennens wieder aufzupäppeln, verfügt er über eine gewisse Wasserreserve, welches er entweder trinken oder sich über den Kopf schütten kann. Letzteres ist besonders wirksam wenn unser Fahrer kurz vor dem Herzinfarkt steht und sich bereits seine Optik verzerrt, womit er uns sagen will, dass er gleich vom Drahtesel fällt.

So manchem Leser wird inzwischen die Ähnlichkeit zu "G1 Jockey" aufgefallen sein, welches ein ähnliches Kraftreserve-Prinzip benützt. In der Praxis ergibt das eine ganz eigene Spielweise, bei der es weniger auf die erzielte Endgeschwindigkeit als viel mehr auf das gekonnte Einsetzen der Kraftreserven ankommt. Wer den Windschatten nicht ausnützt und den Fahrer bis an seine Grenze strapaziert, der wird keine Zielflagge zu Gesicht bekommen. Stattdessen muss man sich mit Gefühl von einem Grüppchen zum nächsten vorarbeiten, um so die aufgestaute Reserve voll für den Endspurt zur Verfügung zu haben.

So kann man eigentlich nichts Negatives über die Steuerung sagen. Die Lenkung spricht schnell und exakt an, trotzdem wirken Wind- und Pedalkräfte auf das Fahrrad ein und beeinflussen dessen Richtung. Mit der X-Taste beschleunigt man den Fahrer und pulsierendes Drücken derselben lässt ihn aufstehen und seine ganze Kraft einsetzen. Das abbremsen das Rades verbraucht übrigens keine Energie. Auf den restlichen Tasten liegen die Funktionen der Wasserflasche sowie der Ein/Aus-Schalter für die Windschattenanzeige, die man nur Anfangs benötigt. Hat man sich etwas eingespielt empfiehlt es sich auch manuell zu schalten, da man so, besonders bei Bergstrecken, die verfügbare Kraft wesentlich besser einteilen kann.

Die grafische Präsentation weiß ebenfalls zu gefallen. Sicherlich hätte man an so mancher Stelle etwas mehr Details verbauen können, auch sehen die Berge der Umgebung etwas eckig und kantig aus, dem Spielspaß tut das aber keinen Abbruch. Das gesamte Geschehen wird flüssig und ohne bemerkbare PopUps dargestellt, wobei der langsam einsetzende Motion-Blur-Filter bei Überanstrengung des Fahrers sich besonders gut macht. Was hingegen überhaupt nicht ins Bild passt sind die hässlichen Menüs, welche durch die schräge Schrift nicht nur unsauber aussehen, sondern durch die unmögliche Farbgebung in Komplementärkontrasten auch noch allem widersprechen was man als Grafiker gelernt hat.

Das Gameplay bietet uns gerade mal das erwartete "Tour de France" Spektakel, allerdings wie bereits erwähnt, ohne die originalen Strecken, Räder und Fahrer, sowie einen Arcade-Mode für das Spiel zwischendurch. Zwar hat man bei gewählter "Tour de France" allerlei Features wie das Training und einen frei bestimmbaren Terminkalender, denn an welchen Rennen man teilnimmt entscheidet man selber, auf Dauer ist das aber etwas wenig.

Der Sound in den Menüs könnte direkt der Umkleidekabine des Kaufhauses ihres Vertrauens entsprungen sein und passt damit hervorragend zu den hässlichen Menüs. Deutlich mehr Mühe gibt sich die Beschallung allerdings im Rennen, die uns nicht nur dezente Umweltgeräusche und auch ab und zu einen anfeuernden Zuschauer präsentiert, sondern vor allem aus den Tritt- und Atemgeräuschen des Fahrers besteht. Bei erreichen der Erschöpfungsgrenze wird das Atemgeräusch in den Vordergrund gemixt und leicht verzerrt, ein recht guter Effekt.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Tour de France" ist ein handfester Radrenner mit allen grundlegenden Funktionen und ohne Auffälligkeiten. Leider hat man nicht die richtigen Namen und Räder zur Auswahl, diese kann man aber in Handarbeit nachtragen. Über die hässlichen Menüs kann man hinwegsehen, über die mageren Spielmodi weniger, da hier eindeutig die Gefahr besteht das Spiel nach einmaligen bestehen nicht mehr anzufassen.
Tour de France (PS2)
  • Singleplayer
  • 6,2 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 6/10 
    Sound 6/10 
    Steuerung 7/10 
    Gameplay 6/10 
Pro & Contra
Relativ neues Spielprinzip
ähnlich "G1 Jockey"
Nur wenige Spielmodi
bis auf den Namen keinerlei Lizenzen
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