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Total Immersion Racing im Gamezone-Test


1 Bilder Total Immersion Racing im Gamezone-Test

Ein Renn-Event der ganz besonderen Art kann man mit diesem neuen Titel aus dem Hause Empire-Interactive erleben, welches uns einlädt an der GT-Autorennserie teilzunehmen. Besonders deswegen, weil bei dieser Sportart die Fahrer der verschiedenen Klassen gleichzeitig am Rennen teilnehmen, was für einen ganz speziellen Kick im Rennen sorgt. Egal ob wir uns mit einem GT-Sportwagen, einem GT-Rennwagen oder gar einem GT-Prototypen auf die Piste wagen, alle drei Klassen sind auf der Strecke vertreten. Um sich etwas von der Masse der Rennspiele abzuheben, hat man den computergesteuerten Fahrern so etwas wie Gefühle spendiert. Per zuschaltbarer Anzeige kann man sich visualisieren lassen, wie denn der Gegner gerade drauf ist. Dabei finden drei Werte Beachtung, die da wären die Aggression, das Selbstvertrauen und die Defensive. Aggressiv wird ein Fahrer, wenn man ihn blockiert oder anrempelt, besonders schlimm wenn ihm dies die Pole kostet, dagegen steigt sein Selbstvertrauen wenn er selbst erfolgreich blockiert oder rempelt. Zum Ende des Rennens hin wird die Defensive immer wichtiger, da die Computerfahrer dazu neigen, sich zu diesem Zeitpunkt ihren Platz zu sichern und niemanden mehr an sich vorbei zu lassen. Diese Werte werden übrigens im Verlauf der Meisterschaft mitgenommen, soll heißen, dass sich angerempelte Fahrer ihren Groll merken und mit ins nächste Rennen nehmen. So können sich richtige Feindschaften aufbauen, was einem mehr als deutlich mitgeteilt wird, indem man immer von denselben Fahrern angegriffen wird, selbst wenn sie damit ihre eigene Position gefährden. Hier sind eben wirkliche Gefühle mit im Spiel, insofern man das einer CPU zumuten kann.

Das Gameplay präsentiert sich wie man es von einem Game dieser Art erwartet. Dazu stehen uns das Zeitrennen, das Einzelrennen und natürlich die wichtige Meisterschaft zur Verfügung, welche man in drei Schwierigkeitsstufen meistern kann. Zu Beginn allerdings müssen wir uns erst ein Rennteam aussuchen, für welches wir fortan die Punkte einfahren. Nach einer erfolgreichen Saison bekommen wir dann schon wesentlich mehr Angebote von Rennställen mit stärkeren Autos und in höheren Klassen. So arbeitet man sich Saison für Saison und Rennen für Rennen von einem Team zum nächsten die Weltrangwertung nach oben.
Neben der Karriere gibt es noch die Herausforderungen, welche aus immer schwieriger werdenden Prüfungen über mehrere Rennen hin bestehen. Zur Belohnung für errungene Siege werden Strecken und Autos freigeschaltet. Da diese herausforderungen in recht großer Anzahl vorhanden sind, ist man eine Weile beschäftigt bis man wirklich alles freigeschaltet hat.

Hat man bei den ersten Rennen noch das Gefühl die Schnecke im Sack gekauft zu haben, stellt sich schon bald heraus, dass man sich die Geschwindigkeit erst erarbeiten muss, denn die höheren Klassen zeigen erst was in der Engine steckt. Hat man Anfangs noch das Gefühl die Autos würden auf der Strasse kleben, so muss man schnell umlernen wenn man eine Klasse aufgestiegen ist, denn plötzlich haben die Wagen richtig Dampf unter der Haube und erlauben auch ein gediegenes Sliden mit querstehendem Fahrwerk oder so richtig enges Kurvenschneiden, unter Einbeziehung der Streckenbegrenzung die den Wagen ein anständiges Stück versetzt.

Die Grafik muss sich nicht vor der Konkurrenz verstecken, so unterschiedlich und reich detailliert wurde sie gestaltet. Gespickt mit vielen aber nicht übertriebenen Lichteffekten zeigen sich die Pisten von ihrer besten Seite, was besonders des Nachts zu einem Augenschmaus ausartet, wenn die gleißenden Flutlichter die Strecke in diamantenem Glanz erstrahlen lässt. Doch selbst bei Regen zeigt uns die Engine was die Grafiker leisteten, indem die Regentropfen auf der Scheibe zerplatzen und die typischen ringförmigen Einschläge hinterlassen, während der Verfolger in der Gischtfahne verschwindet. All dies geschieht ohne den geringsten Geschwindigkeitseinbruch und wird nur ganz selten von kaum merkbaren PopUps in der Ferne beeinträchtigt.

Die Soundkulisse hingegen gibt sich etwas unausgereift, was nicht an dem mitreißendem Soundtrack liegt als viel mehr an den viel zu sanftmütigen Motorengeräuschen und der praktisch lautlosen Umwelt, denn bis auf den Boxenfunk gibt es nicht mehr zu hören. Noch dazu sind die Motorensounds standardmäßig viel zu leise gestellt, so dass sie unter dem Soundtrack fast völlig verschwinden, was man aber im Option-Menü nachstellen kann.

Die Steuerung ist ebenfalls sehr puristisch, denn neben der Lenkung auf dem linken Analogstick und dem Gas und der Bremse auf den Schultertasten existieren nur noch die zwei Knöpfe zum Gangschalten. Eine Handbremse, schaltbares Licht oder gar eine Hupe sucht man vergeblich, wären aber bis auf die Handbremse auch etwas unpassend. Seltsamerweise besitzen die Gegner eine Warnblinkanlage, welche sie immer benutzen um uns zu signalisieren sie doch vorbei zu lassen. Der Spieler selbst muss ohne sie auskommen. Generell kann man sagen, dass sich "Total Immersion Racing" sehr arcadelastig gibt, also keine Fahrsimulation ist. Ganz im Gegenteil sollten selbst Einsteiger ins Genre schon bald ihre ersten Erfolge feiern können, den eingefleischten Rennfahrern sei empfohlen nicht den leichtesten Schwierigkeitsgrad zu wählen, da dieser wirklich sehr leicht ist.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Total Immersion Racing" ist ein rundes Renngame ohne auffällige Schwächen oder technischen Mankos. Allerdings schafft es die Emotion-Funktion des Games nicht, die schnell abflauende Motivationskurve abzufangen, da man im Grunde eben doch nur ein Rennen nach dem anderen abspult, immer auf der Jagd nach den so wichtigen Punkten. Auch die Gespräche mit dem Teamchef gestalten sich recht langweilig, da sie einem nur als grinsendes Standbild mit nebenstehendem Text präsentiert werden. Eine etwas aufwendigere Präsentation hier hätte dem Gameplay nicht geschadet. Trotzdem besticht das Game durch seinen gemischten Auftritt auf der Piste, auf der sich alle Klassen gleichzeitig tummeln, was für ein ganz eigenes Rennerlebnis sorgt. Rennspiel-Freaks kommen also um diesen Titel nicht herum, die Unentschlossenen hingegen sollten erst abwägen auf welchen Aspekt sie am meisten Wert legen und ob dafür ein Konkurrenztitel nicht vielleicht besser geeignet ist.
Total Immersion Racing (PS2)
  • Singleplayer
  • 7,3 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 6/10 
    Steuerung 7/10 
    Gameplay 8/10 
Pro & Contra
Das Klassendurcheinander auf der Strecke und der Reiz selbst die höchste Klasse zu erringen
Die Emotion-Funktion der Gegner
Die Lizenzen
Müde Motorsounds
schwache Präsentation zwischen den Rennen
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