Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Tomb Raider: Miss Croft rettet die Welt - Leser-Test von Ceilan


1 Bilder Tomb Raider: Miss Croft rettet die Welt - Leser-Test von Ceilan
Auch Nintendos Kleinster gehört mit diesem Spiel erstmals zum umfassenden Betätigungsfeld der attraktiven Archäologin Lara Croft. Dabei überrascht es nicht sonderlich, dass auch diesmal die Welt gerettet werden muss. Mit bescheideneren Missionen gibt sich die bezopfte Schönheit wohl nicht mehr zufrieden. In einem uralten Tempel im Dschungel von Peru ist ein mystischer Kristall, der „Nightmare Stone“ versteckt. Dieser ist vom Geist des bösen Gottes Quaxet besessen und verspricht seinem Finder unermessliche Macht. Da von diesen netten Aussichten natürlich manch zwielichtiges Volk angezogen wird, macht sich Lara auf, um den Stein selbst zu holen und damit schlimme Dinge zu verhindern.
Der Spieler begleitet unsere Heldin durch vierzehn weitläufige Areale und muss ihr helfen, zahlreiche Gefahren zu überstehen. Denn nicht nur unzählige Gegner wie Skorpione, Skelettkrieger und Fledermäuse machen der mutigen Archäologin dass (Über)leben schwer. Auch die Tomb Raider typischen Schalterrätsel haben ihren Weg in die Game Boy Color-Version gefunden und fordern dazu auf, Gebrauch von den (hoffentlich vorhandenen) grauen Zellen des Spielers zu machen.
Zum Glück muss Lara Croft auch in diesem Abenteuer nicht auf ihre gewohnte Sportlichkeit verzichten. Sie rennt, springt, klettert, hangelt und kriecht, dass es eine wahre Freude ist.
Alle diese Fähigkeiten werden in den gefährlichen Tempelanlagen und den anderen Arealen auch bitter benötigt. Wer bei den kniffligen Sprungpassagen nicht ausreichend Geschick an den Tag legt, wird recht schnell Bekanntschaft mit tödlichen Speerspitzen und bodenlosen Abgründen machen. Zusätzlich erschwert wird das ganze Unterfangen durch die nicht völlig perfekte Steuerung, welche manchmal etwas zu träge und zu ungenau reagiert und dann das Timing einfach nicht mehr passt. Zum Glück liegen in den Levels die altbekannten Medipacks bereit, welche Fräulein Croft einen Teil ihrer Lebensenergie zurückgeben. Auch die unterschiedlichen Waffen erleichtern das Bestehen der Mission ungemein. Ein zusätzliches wichtiges Element sind die Dynamitstangen, mit deren Hilfe Hindernisse aus dem Weg gesprengt werden.
Die Technik von Tomb Raider ist erstklassig und für den Game Boy Color fast schon revolutionär. Vor allem die Grafik ist fantastisch gelungen. Jeder Spielabschnitt hat seine eigene Atmosphäre, welche durch die detaillierten Hintergründe und die wunderschöne Farbgebung verstärkt wird. Da beleuchten brennende Fackeln steinerne Gänge mit rotem Licht und grüne Kletterpflanzen winden sich am zerbröckelndem Mauerwerk einer peruanischen Geisterstadt hinauf. Wegen dieser Prachtgrafik und vor allem den vielen Farben ist dieses Spiel ausschließlich für den Game Boy Color und den GBA geeignet. Ein weiteres Highlight sind die unglaublich flüssigen Animationen von Lara . Die (im Vergleich zum Bildschirm außerdem recht große) Spielfigur bewegt sich mit einer ungeahnten Geschmeidigkeit vorwärts. Auch die Animationen der Gegner können überzeugen. Durch einige sehr schöne Standbilder als eine Art Zwischensequenz wird der gute grafische Eindruck zusätzlich verstärkt.
Auch der Sound mehr als überzeugend, wenn auch nicht auf solch hohem Niveau wie die Grafik. Die verschiedenen Hintergrundmelodien sind stets passen zum jeweiligen Spielgeschehen gewählt und recht abwechslungsreich. Dadurch wird die abenteuerliche Atmosphäre unterstützt. Auch einige gute Soundeffekte sind enthalten, wenngleich diese auch nicht übermäßig auffallend sind.
Auf einem Modulinternen Batteriespeicher können die erreichten Erfolge festgehalten und das Spiel somit jederzeit an diesem Punkt wieder aufgenommen werden. Einen Zweispielermodus gibt es im Spiel nicht, das wäre aber bei diesem Genre sowieso recht ungewöhnlich gewesen.
Dafür bietet der Einzelspielerteil Spaß für einige Zeit, weil die Levels wie schon erwähnt sehr umfangreich und noch dazu meistens recht verschachtelt sind. Dadurch werden auch Fortgeschrittene eine Weile am Durchspielen von Tomb Raider zu knabbern haben. Von Zeit zu Zeit wird man sich sogar regelrecht verirren, was dann schon zu leichtem Frust führen kann. Forschernaturen freuen sich aber über diese kleine Schwierigkeit. Wie bei den meisten Adventure-Spielen tritt bei einem weiteren Anlauf aber recht schnell Ernüchterung ein, weil man nach dem ersten Durchspielen die meisten schwierigen Stellen und vor allem die Lösungen der Rätsel noch im Kopf haben wird. Deshalb geht dann der Entdeckungseifer relativ schnell verloren. Aber das ist sogar bei Klassikern wie zum Beispiel Zelda IV schon der Fall gewesen und daher zu verschmerzen.
Fazit: Tomb Raider ist wohl das schönste Exemplar des Action-Adventure Genres auf dem Game Boy Color. Vor allem solch gelungene Animationen dürfte man anderweitig vergebens suchen. Aber auch der Spielspaß kann sich durchaus sehen lassen. Bis auf die leicht verbesserungswürdige Steuerung sind alle Elemente vorhanden, die man sich von einem solchen Spiel wünscht. Nicht nur Fans der gutaussehenden Wissenschaftlerin dürfen zugreifen. Dieses Spiel bereichert jede Game Boy Spiele-Sammlung.

Negative Aspekte:
etwas zu träge Steuerung

Positive Aspekte:
geniale Grafik

Infos zur Spielzeit:
Ceilan hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ceilan
  • 8.5%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 10/10
    Steuerung: 7/10
    Sound: 8/10
    Atmosphäre: 9/10
e_gz_ArticlePage_Default