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Tom & Jerry: Katz und Maus - Leser-Test von Ceilan


1 Bilder Tom & Jerry: Katz und Maus - Leser-Test von Ceilan
Dass Kater Tom und Maus Jerry sich nicht unbedingt gut vertragen, dürfte wohl jedem halbwegs an Zeichentrickfilmen interessierten Menschen bereits aufgefallen sein. Schließlich sind die beiden schon seit Jahrzehnten die liebsten Feinde und begeistern Generationen von Trickfilmfans. So verwundert es nicht, dass sich die beiden auch in ihrem neusten Videospiel wieder einmal gewaltig in die Haare (bzw. ins Fell) bekommen.
In Fists of Furry bekämpfen sich Katze und Maus innerhalb verschiedener begrenzter 3D-Umgebungen wie zum Beispiel Küche, Hinterhof oder Garten. In den Arenen dürfen die Charaktere herumlaufen wie sie wollen. Sie müssen sich also nicht, wie zum Beispiel in Spielen wie Street Fighter, ständig gegenüber stehen oder ähnliches. In „Tom und Jerry“ sind die Figuren auch nicht rein von ihrer Körperkraft und irgendwelchen Spezialattacken abhängig, sondern können Gegenstände aus der Umgebung für ihre Zwecke einsetzen. So können dem Gegner zum Beispiel Flaschen, Bratpfanne und allerlei anderes Gerät um die Ohren gehauen oder auf empfindliche Körperteile geworfen werden. Die Entwickler des Spiels haben sich dabei zahllose Gemeinheiten einfallen lassen, was die Umgebung sehr interaktiv und auch für taktische Manöver interessant macht.
Wird ein Gegner getroffen verliert er Lebensenergie, welche gut sichtbar in Form von kleinen Erste-Hilfe-Koffern herunterfällt. Diese Energiepäckchen können dann aufgesammelt werden.
Besondere Items, welche sich in von Zeit zu Zeit auftauchenden Fragezeichen verstecken, geben einem Spieler für einige Augenblicke ein Plus an Kraft oder machen ihn unsichtbar.
Zusätzlich zu Jerry und Tom haben auch noch ein paar andere bekannte Figuren aus der Zeichentrickserie einen Auftritt im Spiel. So nimmt unter anderem Toms Erzfeind, die Bulldogge Spike, am Kampf teil. Alle Spielfiguren haben dabei individuelle Stärken und Schwächen. Unterschieden wird vor allem nach den Kriterien Schnelligkeit und Kraft. Jerrys kleiner Cousin Tuffy kann zum Beispiel rennen wie der geölte Blitz, verursacht aber durch einen Angriff kaum Schaden. Sehr kräftige Charaktere wie Hund Spike können zwar gewaltig zuschlagen, sind aber lahm wie eine Schnecke und eher ungeschickt. Um das Spiel nicht allzu unausgewogen zu gestalten, wurden die Figuren in ihrer Größe aneinander angepasst. Tom und Spike sind immer noch ein Stück größer als die kleinen Mäuse, aber die Unterschiede sind längst nicht so deutlich wie in der Zeichentrickserie.
Was bei Fists of Furry eindeutig negativ auffällt ist das stark eingeschränkte Repertoire an Angriffstechniken. Eigentlich haben alle Charaktere haargenau eine Technik zur Verfügung, nämlich nach einem Druck auf den B-Knopf auf den Gegner einzuschlagen. Wer an die komplizierten und sehr abwechslungsreichen Spezialattacken in Spielen wie zum Beispiel Streetfighter gewöhnt ist, dürfte angesichts dieses Mangels an Abwechslungsreichtum ziemlich enttäuscht werden. Der Langzeitmotivation tut es nicht unbedingt gut, wenn man nur ununterbrochen auf einen einzigen Feuerknopf einhämmert bis einer der Kontrahenten schließlich klein beigibt.
Technisch und dabei insbesondere grafisch macht das Spiel wieder etwas an verlorenem Boden gut. Die Darstellung ist zwar nicht übermäßig detailliert, hat aber viel Ähnlichkeit mit dem Comicstil des Fernsehvorbilds. Die einzelnen Areale sind sehr bunt und unterscheiden sich im Design je nach der Thematik des Levels. Ob man in der Küche neben rotglühenden Herdplatten herumturnt oder sich im Garten die Blumentöpfe um die Ohren wirft, alles ist hübsch anzusehen und passt gut zueinander. Die Grafik hat außerdem keine Fehler und ist sehr flüssig. Auch die Animationen der Kämpfer sind gut gelungen und erinnern an die Auseinandersetzungen in der Serie. Vor und nach dem Kampf werden die jeweiligen Gegner in witzigen, für sie typischen Posen vorgestellt.
Auch der Sound des Spiels ist ganz in Ordnung. Im Hintergrund ist flotte Jazzmusik zu hören, welche an die Zeichentrickserie erinnert. Die lustige, leicht hektische Atmosphäre der Kämpfe wird dadurch recht passend unterstützt. Verstärkt wird der positive Eindruck durch gute Soundeffekte und ein paar Sprachsamples. Von diesen hätte es im Spiel aber ruhig ein paar mehr geben können. Denn die wenigen Schmerzensschreie und Stöhnlaute verletzter Kämpfer wiederholen sich recht oft und werden dadurch ziemlich schnell langweilig. Dass die Figuren nicht sprechen können kann man aber zum Teil auch einfach dadurch begründen, dass Tom und Jerry in der Serie ebenfalls stumm sind.
Fazit: Tom und Jerry: Fists of Furry ist ein Spiel mit einigen guten Ansätzen, welche aber nicht ausreichen um daraus einen absoluten Knüller zu machen. Die Idee mit den veränderbaren Umgebungen ist grundsätzlich sehr schön, trotzdem wäre zusätzlich eine größere Auswahl an Angriffs- und Verteidigungsmoves sehr vorteilhaft gewesen. Vor allem, wenn man gegen einen Computergegner spielt, wird es recht schnell langweilig. Im Zweispielermodus kommen wenigstens ein gewisses Maß an Schadenfreude und ein leichter Wettkampfcharakter zutage. Dabei ist es sehr schade, dass dieses Spiel nicht auch für mehr als zwei Teilnehmer geeignet ist. Denn dann hätte wahrscheinlich weit mehr Action ins Spiel kommen können.
Technisch ist Fists of Furry ein durchaus annehmbares Prügelspiel, an der Langzeitmotivation mangelt es aufgrund der oben genannten Schwächen recht erheblich. Für Leute, die nach einem Spiel dieser Art suchen, dürfte zum Beispiel „Smash Brothers“ eine bessere Alternative sein. Wer für die Nintendocharaktere nichts übrig hat und auf Tom und Jerry schwört, kann dennoch einen Blick auf Fists of Furry riskieren.

Negative Aspekte:
zu wenig Abwechslung

Positive Aspekte:
schöne Comicoptik

Infos zur Spielzeit:
Ceilan hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ceilan
  • 7.2%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 8/10
    Steuerung: 8/10
    Sound: 7/10
    Atmosphäre: 6/10
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