Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Tokyo Highway Challenge: Illegale Nachtrennen in Tokio - Leser-Test von okanato


1 Bilder Tokyo Highway Challenge: Illegale Nachtrennen in Tokio - Leser-Test von okanato
Auch in meinem dritten Bericht widme ich mich einem Spiel für Segas Dreamcast, diesmal beschäftige ich mich mit "Tokyo Highway Challenge", einem Spiel, auf dem das Rasen auf Autobahnen mitten in der Nacht im Vordergrund steht, somit handelt es sich um ein Dreamcast-Rennspiel. Da dieses Game mittlerweile eh nicht mehr die Welt kostet, solltet Ihr für den Fall, dass Ihr eine Dreamcastkonsole besitzt, den Kauf dieses Racers zumindest ernsthaft in Betracht ziehen. Ich holte mir diesen DC-Racer allerdings schon im Jahr 2001 und ich muss zugeben, dass dieses Game im Nachhinein für mich sowohl Höhen als auch Tiefen aufweist.


Inhalt: Wie schon gesagt handelt es sich hier bei Tokyo Highway Challenge um ein Autobahnraserspiel, im Grunde ist das ganze Spektakel natürlich absolut illegal und in der Regel nur für echte Hooligans von Interesse. Ohne Rücksicht auf Verluste und den ahnungslosen "normalen" Zivilverkehr werden hier Tokios Autobahnen in der tiefen Nacht unsicher gemacht, Geisterfahrer inklusive. Jedoch rast Ihr nicht in einem mehrköpfigen Starterfeld um die Wette, sondern fordert jeweils in einem heißen Duell den entsprechenden Widersacher heraus. Das Ziel dürfte klar sein, denn natürlich müsst Ihr versuchen, Euren jeweiligen Gegner abzuhängen beziehungsweise zumindest als Erster die Ziellinie überqueren. Etwas anders als bei den meisten Rennspielen so üblich, laufen die Rennen dabei ab, denn es existiert eine sogenannte Speedpoint-Leiste, welche beim Fahrer entsprechend abnimmt, der einen Rückstand aufzuholen hat. Je größer der Abstand hinter dem Führenden umso mehr nimmt jene Leiste ab, was im Extremfall bedeutet, dass vorzeitig das Rennen aufgegeben wird und der Führende als Sieger erklärt wird. Somit müsst Ihr unbedingt von Anfang an versuchen, möglichst nahe am Konkurrenten dranzubleiben, ansonsten droht Euch viel zu früh das vorzeitige Aus.
Damit Ihr nicht direkt mehrere Schlappen hintereinander erleidet und nicht frustriert aufgebt, solltet Ihr Euch zunächst im Trainingsmodus auf die bevorstehenden Rennen einstellen beziehungsweise einige Übungsrunden absolvieren. In diesem Modus könnt Ihr auch beliebig oft Eure Runden drehen und so den entsprechenden Kurs bis ins kleinste Detail studieren. Dies ist auch bitter nötig, denn nicht nur die jeweiligen Konkurrenten stellen eine echte Herausforderung dar, sondern ganz besonders auch die zahlreichen Hindernisse oder sonst schlecht einzusehenden Straßenverläufe, beispielsweise wenn es auf einmal abrupt in einen Tunnel oder Ihr dem Gegenverkehr blitzartig ausweichen müsst. Entscheidet Ihr Euch für den Modus der Kurzrennen, steigt Ihr in einen vorgegebene Wagen ein und duelliert Euch mit immer stärker werdenden Computerfahrern. Auch zu zweit gibt es die Möglichkeit, sich zu duellieren, im sogenannten Splitscreen-Modus könnt Ihr auf einem geteilten Fernsehbildschirm Euer menschliches Pendant in die Schranken weisen oder möglicherweise auch bittere Niederlagen gegen Euren Kumpel einstecken.
Im Mittelpunkt von Tokyo Highway Challenge steht jedoch der Quest-Modus, in welchem Ihr nach und nach gegen sage und schreibe 130 verschiedene Fahrer antreten müsst. Gestaltet Ihr die Rennen im Laufe der Zeit erfolgreich, sackt Ihr Euch nette Preisgelder ein, die Ihr meistens ziemlich schnell dann wieder in das Tuning Eures Wagens investiert. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ein völlig neues Fahrzeug käuflich zu erwerben, vorausgesetzt Ihr verfügt über die entsprechende Kaufsumme.
Was sich bis hierhin wahrscheinlich ganz interessant und vielseitig anhören mag, täuscht aber leider, denn fast schon unverschämterweise sind wir tatsächlich immer nur auf ein und derselben Strecke unterwegs. Nach einer gewissen Zeit könnt Ihr die Strecke in- und auswendig, was allerdings im weiteren Verlauf des Spiels nötig ist, da die stärkeren Gegner Euch oft keinen einzigen Fehler verzeihen, selber tadellos fahren und Euch im Falle eines Malheurs auf und davon fahren. Dies kann nicht Sinn der Sache sein und ist aus meiner Sicht höchst ärgerlich. Ein schwacher Trost ist da, dass die Strecke an sich sehr lang ist und Ihr regelmäßig circa vier Minuten am Stück unterwegs seid und auch dass es vor gegnerischen Fahrzeugen nur so wimmelt, sorgt nicht für genügend Abwechslung, da sich die meisten Rennen nach einer gewissen Zeit sehr ähnlich sind. Schließlich reißt auch der Zweispielermodus nicht mehr allzu viel raus, da dieser doch unangenehm träge verläuft, erst recht, wenn es sich gerade um ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen handelt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, ist auch bei der Umsetzung auf die europäische Pal-Norm etwas geschlampt worden, denn unglücklicherweise existieren doch ziemlich dicke schwarze Pal-Balken oben und unten am Fernsehbildschirm. Wer von Euch jetzt hofft, dass wenigstens Grafik und Sound stimmen und somit das Spiel zumindest dadurch eine verhältnismäßig hohe Spielspaßwertung erlangen kann, der täuscht sich, leider.


e_gz_ArticlePage_Default