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The Secret of Monkey Island: Guybrush for Pirate - Leser-Test von Andy1977


1 Bilder The Secret of Monkey Island: Guybrush for Pirate - Leser-Test von Andy1977
1990 war die Welt noch in Ordnung: Es gab massenweise Adventure-Spiele. Zu jener Zeit erfand LucasArts (damals noch Lucasfilm Games) eine der genialsten Spielfiguren aller Zeiten, Guybrush Threepwood. Der Name ist genauso bescheuert, wie die Geschichte seiner Herkunft. Ein Grafiker malte irgendwann ein Männchen und speicherte die Datei unter dem Namen 'Guy' ab. Das Malprogramm hängte die Erweiterung '.brush' an die Datei dran und die Kombination aus beidem fand man so toll, dass unbedingt ein Spiel um dieses Männchen designt werden musste.
Monkey Island ist ein typisches Adventure: Sie steuern per Mausklicks Guybrush durch die einzelnen Szenarien, sammeln Gegenstände, reden mit anderen Personen und lösen Rätsel.

Es ist die große Zeit der Piraten und Freibeuter. Guybrush will ebenfalls Pirat werden und fährt deshalb nach Mêlée Island. Um sein Ziel zu erreichen, muss er drei Prüfungen bestehen, die er von drei schrecklich wichtigen Piraten gestellt bekommt:
1) Er muss den Schwertmeister herausfordern und besiegen.
2) Er muss etwas aus dem Hause der Gouvaneurin klauen.
3) Er muss einen großen Schatz finden.

Guybrush bekommt mehrere Probleme beim Erreichen dieser Ziele: Zum einen sieht er nicht aus wie ein Pirat, wirkt nicht wie ein Pirat und die Wetten stehen sehr schlecht, dass sich das einmal ändern könnte. Guybrush sieht wie der Milchbubi von nebenan aus. Würde er eine Brille tragen, sähe er wie der typische Schulstreber aus, der von seinen Klassenkameraden immer verkloppt wird.

Das nächste Problem ist die Gouvaneurin Elaine Marley. Die sieht gut aus. Die sieht zu gut aus. Die sieht sogar so gut aus, dass sich Guybrush sofort in sie verliebt (und dabei keinen Ton rausbringt, als Elaine ihn anspricht).

Das letzte Problem ist das größte und trägt den Namen LeChuck.. LeChuck hat sich vor nicht allzu langer Zeit mitsamt seiner gesammelten Schiffsmannschaft umgebracht und durchstreift nun als Geist mit seinem Geisterschiff und seiner Geistermanschaft die Meere. Jeder hat panische Angst vor ihm und meidet die Insel, in dessen Nähe er sich aufhalten soll. Jene Insel, welche den Namen Monkey Island trägt...

Soviel zur Story, welche sich im Laufe der Zeit zu einem aberwitzigen Abenteuer entwickelt und die skurrilsten Persönlichkeiten beherbergt. Der Humor des Spieles ist Legende: Die Anzahl der Gags pro Minute ist so hoch wie nirgends sonst. Zudem wirkt der Humor selten plump oder abgenutzt. Der Humor ist nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ eine neue Referenz gewesen. Die Dialoge erreichten zu jener Zeit eine nie dagewesene Spritzigkeit.

Als Beispiel für den Humor von Monkey Island sei hier das absolute Highlight genannt: Um gegen den Schwertmeister eine Chance zu haben, muss Guybrush nicht besonders gut kämpfen können. Er muss vielmehr gut im Beleidigen und im Kontern von Beleidigungen sein. Dazu können Sie beliebig viele Kämpfe mit den verschiedensten Piraten proben, von denen Sie neue Beleidigungen und Konter lernen. Die Spielmechanik ist dabei immer die Gleiche: Sie fangen an zu beleidigen. Kann der Gegner kontern, verlieren Sie an Selbstbewußtsein und werden zurück gedrängt. Selbiges passiert umgekehrt, falls Ihr Gegner keine passende Antwort weiß. Derjenige, der den Anderen zurück gedrängt hat, darf als nächstes beleidigen. Wer ungefähr dreimal einen Beleidigungs/Konter-Kampf verloren hat, verliert auch den ganzen Kampf. Meine Lieblingsbeleidigung ist übrigens 'Meine Narbe im Gesicht stammt aus einem harten Kampf', welches mit 'Also mal wieder in der Nase gebohrt, wie?' gekontert werden muss.

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