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The Elder Scrolls 3: Morrowind im Gamezone-Test


1 Bilder The Elder Scrolls 3: Morrowind im Gamezone-Test

Nehmt euch Urlaub! Morrowind ist da!

Morrowind ist der neueste Teil der Elder Scrolls-Reihe, die 1994 mit dem Titel "Arena" begann. Zwei Jahre später folgte Daggerfall, ein Spiel das besonders durch die zufallsgenerierten Karten und die damit fast unüberschaubare Fantasywelt zu begeistern wusste. Etliche Bugs trübten allerdings den Spielspaß und enttäuschten viele der Fans. Acht Jahre nach dem Beginn der Serie bringt uns nun Bethesda Softworks mit Morrowind ein neues und ebenso fantastisches Rollenspiel, dass mit Sicherheit neue Maßstäbe setzen wird.

Grafisch bietet Morrowind bisher nicht gesehenen Detailreichtum: Monster und auch NPC's bestehen aus bis zu 5000 Polygonen und bewegen sich in einer wunderschön gestalteten Welt. In den Städten ist richtig was los, alle möglichen Charaktere tummeln sich gleichzeitig in den eindrucksvoll designten Straßen. Riesige Pilze und Bäume, in Echtzeit berechnetes, spiegelndes Wasser, Sandstürme und Gewitter sind nur ein paar der zusätzlichen, grafisch sehr eindrucksvollen Features die dieses Spiel zu bieten hat. Besonders schön gelungen sind die Tag- und Nachtwechsel: Da die Zeit in der Welt von Morrowind natürlich etwas schneller abläuft, können wir mitverfolgen wie die Sonne sich langsam am Himmel bewegt, die Schatten länger werden und sich schließlich der Tag mit einem wunderschönen Abendrot dem Ende neigt. Auch Nachts gibt es einen realistischen Sternenhimmel zu beobachten, bevor mit der Dämmerung und etwas Frühnebel der nächste Tag beginnt.

All diese vielen grafischen Finessen machen Morrowind zu einem echten Hardwarefresser: Ein 800MHz Prozessor, 256MB Ram und eine Geforce 2 sollten es mindestens sein um das Spiel einigermaßen ruckelfrei spielen zu können. Wer die tollen Wassereffekte genießen will, sollte außerdem eine Geforce 3 sein eigen nennen, da ein PixelShader von Nöten ist. Wir sehen diesen Hardwarehunger aber nicht unbedingt als negativ an, Computerspiele die bis an die Grenzen des machbaren gehen, findet man viel zu selten. Wer sich noch an die guten alten Spiele aus dem Hause "Origin" erinnert weiß, dass diese grundsätzlich nur mit damaligen High-End PC's liefen.

Zu Beginn des Spiels steht, wie bei fast allen Rollenspielen, erstmal die Charaktererstellung an. Nachdem wir unsere Rasse ausgesucht haben, können wir entweder durch das Beantworten von Fragen oder durch Auswählen aus einer Liste unsere Klasse festlegen. Ein auswählbares Sternzeichen verleiht uns, genau wie unsere Rasse, spezielle Attribute. In Morrowind ist man bis auf einige, wenige Ausnahmen auf sich alleine gestellt, das Bilden einer Party ist nicht möglich. Deshalb sollte man sich am Anfang des Spiels genug Zeit lassen um den idealen, persönlichen Charakter zu erstellen.

Die Größe Welt von Morrowind ist einfach unglaublich. Selten hat man sich so "frei" in einem Spiel gefühlt. Es gibt zwar ein paar gesetzliche Grundregeln an die man sich halten sollte, aber ansonsten ist alles erlaubt. Die meiste Zeit reisen wir zu Fuß, für größere Strecken steht das Siltstrider-Taxi zur Verfügung, welches uns direkt in entlegene Regionen des Landes bringen kann. Über 3000 NPC's und über 200 unterschiedliche Monster können wir auf unseren Reisen kennen lernen, viele der NPC's geben uns Aufträge, die sich wiederum auf unseren Geldbeutel positiv auswirken. Quests gibt es übrigens auch von Gilden, denen wir uns anschließen können. Je nach dem ob wir uns nun zu Beginn des Spiels einen Dieb, Magier oder Krieger "zusammengebaut" haben sollten wir uns auch der passenden Gilde anschließen. Nach Abschluss von einigen Quests steigt nicht nur zwangsläufig der Level unseres Charakters sondern auch unser Rang in der Gilde.

Aufgelevelt werden natürlich nicht nur Stärke, Ausdauer und Geschicklichkeit, sondern auch andere wichtige Eigenschaften unseres Helden. Fitness, Schwertkampf, oder auch Rüstungsfähigkeiten werden mit der Zeit stärker. So entwickelt man zwangsläufig durch das viele Laufen einen guten Fitness-Wert und wer lieber mit dem Schwert kämpft wird für die passende Eigenschaft schnell hohe Werte erreichen.

Das Kampfsystem findet in Echtzeit statt, wir können Schlagen und Blocken oder uns mit mächtigen Zaubersprüchen zur Wehr setzen. Manche Monster können nur mit Magie vernichtet werden, andere wiederum greifen uns genau damit an. Je nach Klasse kämpft es sich natürlich etwas anders, aber oft haut man einfach solange auf das Monster ein bis es endlich zu Boden geht. Hier hätte etwas mehr Taktik nicht geschadet, aber durch das Echtzeitkampfsystem wirkt das Spiel natürlich auch wesentlich realistischer und flüssiger.

Ein paar Bugs und Ungereimtheiten sind aber leider auch in Morrowind enthalten. So passiert es schon manchmal das ein Monster in Bäumen oder Türen "festhängt" oder manche Quests nicht genügend erklärt werden um auf Anhieb gelöst zu werden. Besonders unangenehm ist das Menüsystem aufgefallen: Unser Inventory findet sich gemeinsam mit unseren Statuswerten und der Landkarte in kleinen Fenstern auf einem Bildschirm. Diese können zwar in der Größe geändert werden, überschaubarer wird's dadurch trotzdem nicht. Hier wäre eine Vollbildlösung wie z.B. bei Might&Magic wesentlich besser und übersichtlicher gewesen. Das Menüsystem wird sich durch einen Patch sicherlich nicht ändern, der Rest aber hoffentlich schon.

  • - GreenAcid"-"
  • Grafisch ist Morrowind ein Meilenstein, gerade in Bezug auf Rollenspiele. Die riesige Welt, mit all ihren Monstern, Gegenständen und Quests, von der man einfach nicht genug bekommen kann, verursachte zumindest bei unserem Test einige schlaflose Nächte voller Faszination. Die Freiheit, die einem dieses Spiel bietet, ist nahezu einzigartig und sorgt für weit mehr als 100 Spielstunden. Wie gesagt: Rollenspieler sollten sich schon mal Urlaub nehmen, denn Morrowind ist ein echtes Suchtspiel!
The Elder Scrolls 3: Morrowind (PC)
  • Singleplayer
  • 9,1 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 9/10 
    Sound 8/10 
    Steuerung 7/10 
    Gameplay 9/10 
Pro & Contra
riesige Welt zum Erforschen
sehr lange Spielzeit
gewöhnungsbedürftiges Menüsystem
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