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Team Yankee: Schrecken über Deutschland - Leser-Test von RAMS-es


1 Bilder Team Yankee: Schrecken über Deutschland - Leser-Test von RAMS-es
Team Yankee

Einen Panzer zu fahren macht einfach riesigen Spaß! Oder etwa nicht? Mir jedenfalls macht es ein große Freude mit den schweren Kampfmaschinen durch die Gegend am Monitor zu tuckern. Schon BATTLE ZONE auf dem alten Atari VCS 2600 hat mich Stunden vor die Kiste gefesselt. Neben der Action spielt bei Panzersimulationen aber auch die Prise Taktik und Strategie eine entscheidende Rolle. In fast keinem anderen Genre ist die Mixtur der beiden Spielelemente kritischer. Eine recht gelungenen Mix legte Empire Software aus Oxford 1991 mit TEAM YANKEE vor, welches auch gleichzeitig Thema des GAMER'S LOG REVIEWS Numero 009 sein wird. Vielleicht bin ich ja blind und taub, aber solche Spiele standen schon lange nicht mehr auf den Releaselisten, obwohl die Gegenwart dazu ja eigentlich jede Menge Anlässe bieten würde. Es liegt wahrscheinlich, wie fast immer an der Technikgeilheit der Software Häuser, die oft vergessen, daß ein gutes Spiel nur zu maximal 30% aus Technik besteht. Hoffentlich ändert sich dieser Umstand bald.

Wie bereits erwähnt erschien TEAM YANKEE, das auf dem gleichnamigen Buch von Harold Coyle basiert, 1991 für Commodore Amiga, Atari ST und die Personal Computer. In dem fiktionalen Roman von Harold Coyle ist mal wieder der dritte Weltkrieg ausgebrochen und die USA und die Sowjetunion führen ihn auf dem Boden unserer geliebten Bundesrepublik Deutschland zwischen Kiel und München. Die Geschichte konzentriert sich auf die Erlebnisse einer Panzerkompanie der U. S. Army während der ersten Tage des Konflikts. Alte Kameraden die noch in den achtziger Jahre ihren Dienst an der Waffe bei der Bundeswehr abgesessen haben, werden so manche Gedankengänge der handelnden Personen nachvollziehen können. Soviel zur literarischen Vorlage. Das Spiel selber ist eine gelungenen Mischung aus Simulation und 3D Shooter. Wir übernehmen als Spieler die Rolle des Kommandeurs eben jener Panzerkompanie und befehlen als solcher über vier Züge mit jeweils vier Panzern. Vor dem eigentlichen Beginn von TEAM YANKEE ist allerdings die Lektüre des ausführlichen Handbuchs dringend notwendig. Ohne sie wird die Handhabung des Spielgeschehens mehr zum munteren Rätselraten. Im Programm selber haben die Jungs von Empire Software auch noch ein feines kleines Trainingsprogramm integriert. Hier kann man noch vor der ersten Mission wichtige Erfahrungswerte sammeln. Derart gerüstet spazieren wir in das Briefing der ersten Mission. Vor jeder Mission werden ausführlich die Missionsziele erläutert, aber auch die Artillerieunterstützung kann in diesem Abschnitt koordiniert werden. Gerade letzterem Punkt sollte man besondere Aufmerksamkeit widmen, denn schließlich ist gerade die U. S. Army für ihre Genialität in Sachen "friendly fire" weltberühmt. Ist alles zur Zufriedenheit geregelt reicht ein Mausklick und schon geht es in die Schlacht.

Als erstens lasse ich meine Panzer in Deckung gehen. Dazu muss ich erst die Formation mittels der diversen Icons ändern und schwuppdiwupp sind meine Kisten in verschiednen Wäldchen verschwunden. Derart getarnt wage ich einen kurzen Blick auf die Übersichtskarte und siehe da der Russe ist auch schon auf dem Weg. Mit kleinen Symbolen, bestehend aus Hammer und Sichel werden die feindlichen Panzer auf der Karte angezeigt. Nachdem es jetzt ernst wird, schalte ich wieder auf die normale Ansicht zurück. Hier kann ich wie auch bei allen weiteren Ansichten einstellen, ob ich jeweils einen bestimmten Zug angezeigt haben möchte oder gleich alle vier Einheiten im Blick haben möchte. Ich übernehme jetzt erst einmal den ersten Zug, da melden die Thermoscanner auch schon das Heranrücken der Russen. Also schalten wir den Laserentfernungsmesser ein und lassen die panzerbrechende Munition ins Rohr schieben. Da taucht schon der erste Panzer im Fadenkreuz auf. Feuer! Treffer! Derart beflügelt terminiere auch die restlichen Angreifer auf dieselbe Weise, da kommt plötzlich die Meldung vom vierten Zug, daß man zwei Panzer verloren habe. Also wechsle ich schnell den Zug und bringe auch den rechten Flügel wieder auf Vordermann. Mit etwas Glück gehe ich als Sieger aus der ersten Mission hervor. Für diesen Erfolg werde ich vom U. S. Oberkommando natürlich dementsprechend befördert und dekoriert, dann geht es auch schon mit der nächsten Aufgabe weiter. Bis man alle Mission von TEAM YANKEE erfolgreich beendet hat vergehen schon einige Wochen.

TEAM YANKEE bietet durch die zahlreichen und unterschiedlichen Mission enorm viel Abwechslung, wußte aber schon damals auch technisch zu überzeugen. Mir gefällt die Atari ST Version insgesamt am besten. Doch allzu große Unterschiede zwischen dem Amiga, Atari ST und PC werden sich nicht feststellen lassen. Grafisch werden wir mit bunten und übersichtlichen Ansichten unterhalten. Das gesamte Spiel ist sehr realistisch gestaltet worden. Wer schon einmal in einem Panzer gesessen hat und sich auch die theoretischen Vorträge hat anhören dürfen, wird manches wiedererkennen. Etwas trübt allerdings den ansonsten positiven Eindruck der technischen Leistungen von TEAM YANKEE. Einmal sind die Sound Effekte generell etwas zu leise, einen gescheiten Rumms hätte die Entwickler doch bitte hinkriegen können. Noch negativer ist aber zumindest für mich das Fehlen der Motorgeräusche. Einmal will so die Atmosphäre nicht wirklich aufkommen und zum andern macht es eine Orientierung nach Gehör unmöglich. Aber über diesen kleinere Kritikpunkt kann man getrost hinwegsehen, zumal die sonstigen Qualitäten des Spiels alles andere wettmachen. Für kleine Militaristen und begeisterte Panzerfahrer ist TEAM YANKEE eine gute Empfehlung.

Text von Andreas Joachim Mergner

Negative Aspekte:
Etwas magerer Sound!

Positive Aspekte:
Intelligent und spaßig.

Infos zur Spielzeit:
RAMS-es hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    RAMS-es
  • 7.2%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 7/10
    Steuerung: 8/10
    Sound: 5/10
    Atmosphäre: 9/10
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