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Superman: The Man of Steel im Gamezone-Test


1 Bilder Superman: The Man of Steel im Gamezone-Test

Bereits auf der E3 stellte Infogrames "ihren" Superman vor und war nicht müde zu betonen, dass es sich dabei wohl um die kommende Killer-Applikation für die Xbox handeln würde. Tja, inzwischen sind einige Monate ins Land gegangen und Superman hat tatsächlich seinen Weg auf die Xbox gefunden. Jetzt liegt es an ihm zu beweisen ob er immer noch der amerikanische Powerheld ist oder ob ihm schon die Puste ausgegangen ist.

Die Story verdient es eigentlich überhaupt nicht erwähnt zu werden, genügt es doch zu wissen, dass irgendwelche bösen Buben ausgerechnet Metropolis angreifen und der Stadt alle Technik entziehen (per Hyperstrahl durch die Häuserwände). Klar, dass die armen Bürger nur darauf warten, dass ein Superheld sie von dieser Plage befreit. Noch viel klarer, dass es sich dabei um Superman handelt, in dessen Abenteuer wir somit wie ins kalte Wasser geschmissen werden, denn es gibt keinerlei Einführung oder Tutorial. Das Spiel beginnt also während Metropolis angegriffen wird und Superman zufällig gerade Zeit hat die Welt, äh die Stadt zu retten. So finden wir uns über der Stadt schwebend wieder und machen unsere ersten Flugversuche. Dabei fallen zwei Dinge auf, nämlich die sehr gelungene Stadt, die sich tatsächlich in bestem 3D unter Superman erstreckt, mit vielen Details aufwartet, wie spiegelnde Fenster oder jede Menge Rohre und Unterführungen, sowie die misslungene Steuerung, die Superman alles Mögliche machen lässt nur nicht das was wir wollen. Da viele der Aufgaben unter Zeitdruck absolviert werden müssen, frustriert der Umstand sehr, da man gestellte Aufgabe schon längst erledigt hätte, würde der fliegende Ami auch nur ansatzweise den Controllerbefehlen gehorchen. So aber muss man sich mit einem missratenem System aus BeatémUp und Flugsteuerung auseinandersetzen die schlechter nicht mehr umgesetzt werden konnte. Da klingt es wie blanker Hohn, wenn im Handbuch beschrieben wird, dass ein Druck auf die linke Schultertaste genügt um den Gegner zu fixieren. Dies funktioniert in der Praxis nämlich nicht, da das "lock on" sich von alleine löst, sobald man eine der Angriffstasten drückt, was dazu führt, dass einem die Gegner immer im letzten Moment aus der Schusslinie flüchten. Dazu gesellt sich die Unmöglichkeit Superman im Kampf auf oder ab zu steuern, während die Gegner dies sehr wohl beherrschen. So ist man gezwungen, wie in einem Doppeldecker, regelrechte Angriffsschleifen zu fliegen, wofür man aber eigentlich, wegen der sehr knappen Zeitlimits, überhaupt keine Zeit hat. Auch bleibt es ein Geheimnis der Programmierer wie man Superman mit dem linken Stick steuern soll während man mit dem rechten Stick zielt UND mit der rechten Schultertaste den Angriff auslöst (Superman stürzt sich auf das Ziel) während man mit der Y-Taste den Gefrierblick anwendet. Das ganze bitteschön mit nur fünf Fingern pro Hand...

Die Grafik hingegen darf man als gelungen bezeichnen, auch wenn sie die Power der Xbox gerade Mal ansatzweise ausreizt, so gibt sich Metropolis doch von seiner besten Seite und auch die Animation und das Model unseres Superhelden müssen sich nicht verstecken.

Leider versteht es die Soundkulisse nicht ganz so zu begeistern, besonders die Sprüche von Superman klingen wie die Anweisungen an das Putzpersonal und nicht wie die Aussagen eines engagierten Superhelden. Die restliche Soundkulisse setzt sich Hauptsächlich aus den vielen Hintergrundgeräuschen der Metropole zusammen sowie den kläglichen Waffengeräuschen der mechanischen Angreifer, die schon bald nerven und irgendwie an eine Arcadehalle vor zwanzig Jahren erinnert, was wahrscheinlich an den vielen Pieps, Beeps und Wosch liegt.

Das Gameplay schafft es gerade Mal eingefleischte Superman-Fans zu begeistern. Alle anderen Spieler dürften sich schon bald fragen, nachdem sie sich mit der misslungenen Steuerung abgefunden haben, ob das denn die ganze Abwechslung war die einem die viel zu lange Story zu vermitteln mochte? Flieg hier hin und zerstöre die Feinde, dann flieg da hin und zerstöre die Feinde um am Schluss flieg noch dort hin um die Feinde zu vernichten.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Superman - The Man of Steel" ist einer derjenigen Titel, bei dem sich die Entwickler zurecht fragen lassen müssen, ob sie sich im klaren sind was sie da auf die Menschheit losgelassen haben. Von der angekündigten Killer-Applikation ist weit und breit nichts zu sehen, ganz im Gegenteil zeigt dieses Game wieder einmal wie man ein Videospiel eben nicht zu programmieren hat. Dabei hätte es so ein schönes Spiel werden können, hätte man den relativ hohen Anspruch den man an die Grafik gestellt hat auch auf den Rest des Games ausgeweitet. So allerdings bleibt nur eine hübsche Grafik übrig, die mit einer unspielbaren Steuerung und einem Gameplay zum einschlafen gesegnet wurde. Ganz offensichtlich kommt der amerikanische Held langsam in die Tage, da hilft ihm auch die Xbox-Frischzellenkur nicht mehr viel.
Superman: The Man of Steel (XB)
  • Singleplayer
  • 5 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 7/10 
    Sound 5/10 
    Steuerung 4/10 
    Gameplay 4/10 
Pro & Contra
Schön gestaltete und detailreiche Spielumgebungen
Absolut unbrauchbare Steuerung
langweiliges Gameplay ohne Motivationskurve
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