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Super Mario Odyssey angespielt: E3-Vorschau samt Video-Fazit

Super Mario Odyssey für Nintendo Switch auf der E3 2017 angespielt: Wir durften das neue Hüpfspiel für die Nintendo-Konsole auf der US-Spielemesse anspielen und verraten euch unsere Eindrücke. Nintendo setzt auf ein offenes Spielprinzip im Stile von Super Mario Galaxy oder Super Mario 64 und fügt jede Menge Änderungen ein. Geht die Rechnung auf?

17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (2) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (2) [Quelle: Nintendo]

Super Mario Odyssey in der E3-Vorschau mit Fazit-Video: So gut Super Mario Galaxy 1 und 2 sowie Super Mario 3D World auch waren, zeichnete sich mit ihnen und anderen Pilzkönigreich-Hüpfern für Wii, DS, Wii U und 3DS ein Trend ab, der vielen Fans der 3D-Ableger der Reihe nicht unbedingt recht war: Die Spiele wurden immer linearer. Wo wir in Mario 64 noch ein ganzes Schloss zum Erforschen zur Verfügung hatten, inklusive zahlreicher Level, in denen man die Sternsuche-Aufgaben in fast beliebiger Reihenfolge absolvieren konnten, war der Ablauf der Aufgaben in den Spielen danach sehr strikt vorgegeben. Mit Super Mario Odyssey erhört Nintendo nun die Rufe derer, die mit dieser Entwicklung nicht zufrieden sind und geht in genau die entgegengesetzte Richtung: Statt eng abgesteckter Gebiete erwarten uns diesmal größere Levels als jemals zuvor, mit unzähligen Aufgaben, die darin auf uns warten. Nintendo geht sogar so weit, von kleinen "Sandboxen" zu sprechen, also offenen Arealen, wie man sie etwa aus GTA oder der Assassin's Creed-Reihe kennt. Alles größer also - das ist aber bei weitem nicht alles, was Odyssey auszeichnet. Beim Anspielen auf der E3 2017 offenbarten sich uns zahlreiche neue Spielelemente, die wir so in einem Mario-Spiel definitiv nicht erwartet hätten.

Where in the World is Mario?

      


17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (3) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (3) [Quelle: Nintendo]
Doch zuerst einmal zu den Levels: In der E3-Demo durften wir jeweils zeitlich begrenzt das bereits aus Trailern bekannte, mexikanisch angehauchte Wüstenlevel namens Sand Kingdom sowie New Donk City, die Mario-Version von New York City, unsicher machen. Beide Areale sind ziemlich groß und vollgestopft mit Sammelkram, allen voran Münzen sowie einer in jedem Level unterschiedlichen Spezialwährung. Im Wüstenlevel sind dies etwa lila Dreiecke, passend zur kapitalistisch angehauchten Großstadt in New Donk City noch einmal Münzen, nur eben in Lila. Beide Währungen können wir im Klamottenshop Crazy Cap ausgeben, den wir ebenfalls in jeder Welt finden - dazu später mehr. Die wichtigsten Collectibles sind aber nicht die Münzen, sondern die Moons, welche diesmal die Rolle der Sterne aus Mario 64, Sunshine und den Galaxy-Spielen einnehmen.

Sie zu erhalten, setzt die verschiedensten Aufgaben voraus: Manchmal muss man eine besonders knifflige Sprungpassage meistern, manchmal ein Rätsel lösen und manchmal ganz besonders skurrile Aufgaben erfüllen. So bittet uns Mario-Urgestein Pauline in New Donk City, wo sie als Bürgermeisterin fungiert, darum, für sie vier Musiker zu finden. Für jeden der vier Gesellen, die wir aufspüren, erhalten wir dabei einen Moon. Manchmal jedoch befinden sich die leuchtenden Kleinode auch einfach nur an besonders gut versteckten Orten. So erwartete uns einer der Moons auf der Spitze des höchsten Gebäudes in New Donk City, was eine gewaltige Klettertour im Vorfeld voraussetzte.


17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (11) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (11) [Quelle: Nintendo]
Ganz klar ist noch nicht, wofür die Moons genau genutzt werden, aber sie sind auf jeden Fall notwendig, um mit unserem Flugschiff - einem riesigen Hut - zum nächsten Level zu gelangen. Auch noch nicht klar ist, ob es zwischen den Welten eine Art sie verbindende Oberwelt geben wird, wie man sie aus vielen der 3D-Vorgänger kennt. Zusätzlich zu diesen Sammelitems wird es auch missionsgebundene Collectibles geben - so gilt es in einem Gebäude in New Donk City etwa, alle Poster von Bösewicht Bowser zu finden und von den Wänden zu reißen.

Wanderer zwischen den Welten

      

Was ins Auge sticht, sind die völlig verschiedenen Stile, mit denen Nintendo in den Levels arbeitet. Das Sand Kingdom etwa liegt grafisch zwar durchaus nahe an dem, was man aus den Vorgängern kennt, entwickelt durch die Anlehnung an den sogenannten Día de Muertos, den mexikanischen Feiertag, an dem der Toten gedacht wird, aber eine ganz eigene Atmosphäre. New Donk City hingegen wirft mit androgynen Gestalten und einem stark an die Realität angelehnten Grafikstil sämtliche Mario- Gewohnheiten über den Haufen. Andere Levels, die bereits in Trailern zu sehen waren, zeigen unter anderem ein von riesigen Speisen beherrschtes Gebiet oder ein urzeitlich angehauchtes Areal, in dem ein


17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (16) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (16) [Quelle: Nintendo]
fast fotorealistisch gestalteter Dinosaurier sein Unwesen treibt - und mit ihm wohl noch viele andere Urzeitechsen.

Diese drastischen Atmosphäre-Unterschiede dürften wohl mit der Handlung des Spiels zusammenhängen, welche Mario die sicheren Grenzen des Pilzkönigreichs hinter sich lassen lässt. Bowser hat nämlich Peach entführt, sie zur Heirat gezwungen und ist mit ihr geflohen, woraufhin sich Mario auf der Mission, sie zu retten, in die ihm unbekannten Welten begibt. Viel mehr ist zur Geschichte noch nicht bekannt, aber wir denken, dass die Story Serien- bzw. Genre-typisch ohnehin nicht weit über diese Prämisse hinausgehen wird und primär dazu dient, einen Grund dafür zu bieten, warum der Pummelklempner sich in die unterschiedlichsten Levels begeben muss.

Des Klempners neue Mütze

      


17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (12) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (12) [Quelle: Nintendo]
Spielerisch bleibt nur auf den ersten Blick alles beim Alten. So kann Mario wie üblich einen Dreifach-Sprung ausführen, den Wandsprung, einen Rückwärtssalto und eine Stampfattacke absolvieren und per Weitsprung längere Distanzen überwinden. Schon auf dieser Basisebene zeigen sich aber Unterschiede, denn auf Knopfdruck kann sich Mario zusammenrollen und anschließend mit einem Affenzahn durch die Gegend kullern. Weiterhin kann er, entsprechende Items in den Levels vorausgesetzt, auch ihm bis dato - zumindest in den Jump & Runs - völlig fremde Aktionen ausführen und in New Donk City etwa mit einem Moped durch die Gegend düsen.


17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (17) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (17) [Quelle: Nintendo]
Richtig schräg wird's aber erst, sobald Marios Mütze ins Spiel kommt, die in Odyssey wesentlich mehr ist als nur ein schickes Accessoire. Stattdessen hat das gute Teil ein Eigenleben, was sich durch seine zwei großen, wachen Glubschaugen offenbart. Auch sitzt der rote Rübenwärmer nicht fest auf Marios Haupt. Per Druck auf Y wirft er ihn nach vorne und kann damit Gegner ausschalten oder ihn als als Absprungpunkt für einen zweiten Hüpfer in der Luft nutzen. Ein Druck auf X hingegen lässt Mario seinen Hut im Kreis um ihn herum werfen und damit Gegner reihenweise umfallen. Ebenfalls neu: Marios Kreiselattacke, ausgeführt durch rhythmisches Drehen des linken Analogsticks. In Kombination mit einer geworfenen Mütze wird der Klempner dadurch zu einem Gegner zerstörenden Wirbelwind!

Übrigens: Zahlreiche Bewegungsmanöver, wie etwa die Mützenwürfe, lassen sich auch via Bewegungssteuerung ausführen, so man mit voneinander getrennten Joy-Cons spielt - wie es im Rahmen der E3 verpflichtend der Fall war. Das muss aber nicht sein und funktionierte in der Praxis auch recht umständlich, sodass wir in den meisten Fällen die Standard-Variante bevorzugten. Wem die rote Kopfverschönerung auf Dauer zu langweilig ist, kann Mario übrigens auch unter eine große Fülle alternativer Hüte stecken - Crazy Cap haben wir ja schon erwähnt. Mit den normalen Münzen kaufen wir dort Mützen und auch Ganzkörper-Klamotten, die in jeder Welt erhältlich sind, mit der lila Währung für den jeweiligen Abschnitt spezifische Gewänder. In der Demo hatten die schicken Anziehsachen lediglich einen kosmetischen Effekt - ob es auch spielerische Auswirkungen geben wird, wollte man uns auf Nachfrage noch nicht verraten.

Sei, was auch immer du willst

      


17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (5) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (5) [Quelle: Nintendo]
Das wichtigste Feature, welches Marios intelligenzbegabter Sonnenschutz mit sich bringt, ist jedoch seine Fähigkeit, Gegner und Gegenstände zu übernehmen: Werfen wir die Mütze auf ein entsprechendes Lebewesen oder ein Objekt, so verwandeln wir uns kurzerhand in ebendieses. In der Demo erhielten wir auf die Weise zum Beispiel die Kontrolle über einen Kugelwillie, einen Gumba und eine Art Energieball, mit dem wir innerhalb weniger Sekunden an den Fassaden der Hochhäuser von New Donk City nach oben rasen konnten. Im Trailer sah man bereits zahlreiche weitere Verwandlungen wie einen Hammerbruder, einen Panzer, eine Rakete, ein Taxi(!), einen Frosch oder auch die steinerne Faust eines Bossgegners während eines. Kampfes. Jede Verwandlung bringt neue Steuerungsoptionen und gänzlich andere Fähigkeiten mit sich - als Kugelwillie etwa fliegen wir mühelos über Abgründe und zerstören auch massive Felsen. Keine Frage, die Möglichkeiten, die sich uns hier bieten werden, gehen meilenweit über das hinaus, was an Verwandlungen und Spezialfähigkeiten in Spielen wie Mario 64 oder Mario Galaxy bisher geboten wurde.
17 Bilder Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (10) Super Mario Odyssey auf der E3 2017 angespielt - Screenshots zu unserer Switch-Session. (10) [Quelle: Nintendo]

Die bittere Realität

      

Ein Aspekt, in dem uns Mario Odyssey bisher noch nicht hundertprozentig überzeugt, ist die Grafik. So lange der Klempner in ihm stilistisch bekannten Gefilden unterwegs ist, sieht das Spiel klasse aus - Nintendo hat den Look der Reihe in zahlreichen Jahren perfektioniert. Die realistischen Areale hingegen wirken im direkten Vergleich etwas kahl und nicht alle Texturen und Modelle können hier vollends überzeugen. Dafür lief das Geschehen beim Spielen sehr flüssig - und musikalisch wird sehr angenehme Kost geboten. Neben den fröhlichen, passenden Melodien ist es vor allem das neue Hauptthema samt Lyrics, welches auch im E3-Trailer zum Spiel zu hören ist, das uns noch wochenlang durch die Gehörgänge geistern wird.

Viele offene Fragen

      

Alles in allem ist es wohl eine sichere Wette, zu sagen, dass Nintendo mit Super Mario Odyssey wieder mal ein gutes bis sehr gutes Spiel abliefern wird. Ob es ganz an der Spitze bei den allerbesten Mario-Abenteuer dabei sein wird, muss sich aber noch zeigen - zu kurz war unsere Zeit mit dem Titel auf der Messe, zu andersartig ist er, um schon abschätzen zu können, wie sich die neuen Spielelemente über die ganze Spieldauer hinweg betrachtet bewähren werden. Allerdings, lange müssen wir ja zum Glück nicht mehr warten, bis wir Marios Odyssee in vollem Umfang erleben können, denn schon Ende Oktober landet das Hut-Schiff des Kultklempners auf der Switch. Hut ab!

  • Lukas Schmid"„Nintendo macht’s noch einmal wie bei Zelda: Breath of the Wild und krempelt eine etablierte Serie gehörig um!“"
  • Jahrelang musste sich Nintendo den Vorwurf gefallen lassen, anstatt wie in frühen Zeiten bei den hauseigenen Serien statt Innovation Stagnation walten zu lassen und die zimmergleichen Ideen ständig wieder zu verwursten. Nun, zumindest für zwei der wichtigsten Rehen des japanischen Konzerns gilt das nicht mehr – nach Zelda: Breath of the Wild bewegt sich auch der berühmteste Klempner der Welt in Super Mario Odyssey vielleicht nicht ganz so drastisch wie Held Link, aber doch deutlich von dem weg, was man gewohnt ist. Ja, die offenen Welten sind jenen aus Mario 64 oder Mario Sunshine ähnlicher als jene aus Mario Galaxy und 3D World. Durch ungewöhnliche Designentscheidungen wie die darin lebenden, normal proportionierten Menschen oder neue Gameplay-Elemente wie die Kostüme, Mopeds, die Hut-Verwandlungen, die Map samt Schnellreisepunkten und mehr fühlen sie sich aber dennoch deutlich anders an. Mich persönlich erinnert das Spiel fast mehr an ein modernes Banjo-Kazooie denn an Super Mario! Ich gebe auch unverhohlen zu, dass ich trotz der sich abzeichnenden sehr hohen Qualität des Spiels noch etwas skeptisch bin, ob manche Änderungen hier nicht sogar auf Kosten des bekannten Mario-Spielgefühls gehen – lasse mich aber mit allergrößter Freude vom Gegenteil überzeugen.

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