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Star Wars Bounty Hunter im Gamezone-Test

Wer bereits den Angriff der Clonkrieger aus dem Star Wars Universum gesehen hat, durfte das Ableben Boba Fett's Vater Jango miterleben.

1 Bilder Star Wars Bounty Hunter im Gamezone-Test

Um die gesamte Familiengeschichte des Kopfgeldjägers zu erleben, spendierte uns Lucas Arts das neueste Action-Adventure mit Shooter Allüren aus dem Star Wars Universum in Form von "Bounty Hunter". Bereits im ersten Level fühlt man sich unweigerlich an Lara Croft erinnert, so ähnlich gibt sich das Gameplay. Die linear abzuarbeitenden Level verlangen vom Spieler Jango über Gruben springen zu lassen, Feinde zu erschießen und immer stärkere Waffen einzusammeln, um den vermehrten Gegnerscharen Herr zu werden, sowie den nächsten Schalter zu finden um sich weiter fortbewegen zu können. Ab und zu jedoch, dürfen wir verschlossene Türen sogar mit dem Schweißgerät öffnen ohne erst einen Schalter suchen zu müssen. Leider setzt sich das Gameplay in dieser Art und Weise bis zum Schluss der 18 Level fort, was etwas eintönig ist. Zudem kann man die vielen Zivilisten einfach abschießen, ohne Restriktionen fürchten zu müssen. Das macht Jango irgendwie zum Massenmörder, was seiner Rolle als Kopfgeldjäger nicht unbedingt gerecht wird. Obwohl es sich bei "Bounty Hunter" eigentlich um einen 3rd-Person-Shooter handelt, hat man dem Game trotzdem eine 1st-Person-View spendiert. Diese ist für ein erfolgreiches absolvieren aber total überflüssig, da es viel einfacher ist sich auf das Auto-Aim Feature zu verlassen, welches noch dazu ein viel schnelleres Drehen des Charakters erlaubt. Einzig für den Personenscanner bracht man diese Ansicht wirklich, da einem der Scanner nur so verrät, ob auf eine Person ein Kopfgeld ausgesetzt ist oder nicht. Leider kämpft das Spiel noch mit weiteren kleineren Problemen, wie eine deutlich einbrechende Framerate bei größeren Arealen und vielen Personen in der Nähe, sowie ziemlich harte Clipping-Fehler, die man eigentlich seit Tomb Raider der Vergangenheit angehören sollten. Stattdessen verschwindet Jango mitunter zum Großteil in irgendwelchen Wänden oder Objekten, und in engen Gängen oder Räumen kann man in die benachbarten Räume schauen. Da sich noch dazu die gesamte Farbpalette recht verwaschen gibt, was sich natürlich auch auf die Texturen niederschlägt, schafft es das Game nicht überzeugend das saubere Star Wars Universum zu verkörpern. Wahre Fans der Kultserie allerdings werden durchaus ihren Spaß an der Story dieses Titels haben, sicher auch deswegen, weil die Zwischensequenzen umso besser gelungen sind und auch sehr gut synchronisiert wurden.

Die gebotene Grafik schafft es also gerade mal gutes Mittelmass, kämpft aber mit diversen Unschönheiten und einem gesamt matschigen Eindruck. In großen Arealen geht noch dazu die Bildwiederholfrequenz ziemlich in die Knie, was nicht unbedingt für die Qualität der verwendeten Engine spricht. Dafür kann man sich über die vielen Models der Aliens und Roboter nicht beschweren, die nicht nur sehr originalgetreu aussehen, sondern ebenfalls stimmig animiert wurden. Besonders gefallen haben uns der Einsatz Jangos beider Laser, die er in bester Westermanier bedient.

Der Sound kommt natürlich mit vielen bekannten Geräuschen und Melodien daher, die sich viel Mühe geben die mittelmäßige Grafik aufzuwerten und wenigstens ein gewisses Star Wars Feeling zu erzeugen, schafft es aber auch nicht ganz. Dies liegt zum einen an den vielen Wiederholungen der gesprochenen Worte, sowie an den teilweise ganz einfach fehlerhaften Ausführungen derer. So kann man sich bereits im zweiten Level zum ersten Zielobjekt führen lassen, diese Person aber in eine Schlucht stoßen bevor sie ihr Ziel erreicht. Daraufhin steht der arme Tölpel ziemlich planlos in der Gegend herum und wiederholt den letzten Satz "folge mir" andauernd. Das ist natürlich völlig sinnlos, da er sich aus seinem Gefängnis nicht mehr befreien kann und uns demnach auch nirgendwo mehr hinführen wird. Solche kleinen Ungereimtheiten begegnen einem des öfteren, doch meist hilft es den letzten Speicherstand zu laden.

Bis auf die manchmal etwas unglückliche Kameraführung gibt sich die Steuerung recht ausgeglichen, wenn man von dem Umstand der überflüssigen und viel zu langsamen 1st-Person-View absieht. Bereits nach dem ersten Level setzt man den Schweißbrenner, den Scanner und diverse Waffen intuitiv ein. Besonders praktisch ist der Waffenwechsel realisiert, der entweder direkt vorgenommen wird, indem man einmal die Wechseltaste drückt, oder diese gedrückt hält, woraufhin ein horizontales Menü mit allen verfügbaren Systemen eingeblendet wird, was der Übersichtlichkeit sehr zugute kommt.

  • Peter Grubmair"-"
  • Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass den Star Wars Games langsam aber sicher die Luft ausgeht. Eingefleischte Star Wars Jünger werden sich sicherlich an der Story und dem Wiedererkennungswert erfreuen können, alle anderen Spieler aber werden zurecht fragen ob dies denn wirklich alles gewesen ist, was man hier geboten bekam. Mit 18 Leveln ist das Spiel zwar ausführlich genug um nicht zu schnell abgeschlossen werden zu können, vom Gameplay her aber enttäuscht der Titel. Dazu gesellen sich gleich mehrere technische Mängel, die dem Image von Lucas Arts nicht gut tun, kennt man doch wesentlich ausgereiftere Produkte aus diesem Haus. Damit darf man dieses Game eigentlich nur den Hardcore Star Wars Fans empfehlen, Shooter-Freaks und die Liebhaber von gediegenen Action-Adventures sollten sich in anderen Pfründen umsehen.
Star Wars Bounty Hunter (PS2)
  • Singleplayer
  • 6,2 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 5/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 7/10 
    Gameplay 6/10 
Pro & Contra
Gelungenes Waffenmanagement
Einbrechende Framerate in großen Arealen
ziemlich auffallende Clipping-Fehler
diverse Logik-Errors
Das eliminieren von Zivilisten wirkt sich nicht negativ aus
Die Farbpalette beinhaltet fast nur Graubraune Töne
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