Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Star Wars: Battlefront 2 im Test - Update: Zur Wertungsfindung

In unserem Test von Star Wars: Battlefront 2 klären wir, ob das Spiel besser ist als sein Vorgänger und ob uns die Kampagne überzeugen kann. Wir haben dazu die komplette Story durchgespielt und viele Stunden in Multiplayer-Schlachten auf Tatooine, Kamino und Endor verbracht. Auch die Frage, ob sich das Progressions-System nach der Beta zum Besseren verändert hat, beantwortet unser Test.

20 Bilder Star Wars: Battlefront 2 im Test - Glanz und Enttäuschung eng beieinander (5) Star Wars: Battlefront 2 im Test - Glanz und Enttäuschung eng beieinander (5) [Quelle: PC Games]

Seit über vier Jahren hat Electronic Arts die exklusive Lizenz für Videospiele im Star-Wars-Universum. Herausgekommen ist dabei bisher lediglich der reine Multiplayer-Shooter Star Wars: Battlefront aus dem Jahre 2015. Rundum überzeugend fiel die Rückkehr in eine weit entfernte Galaxie aber nicht aus. Entsprechend große Hoffnungen liegen auf dem Nachfolger. Doch werden diese Erwartungen auch wirklich erfüllt? Je nach eigenem Anspruch kann diese Frage nicht durchweg positiv beantwortet werden.

Ein kurzes Vergnügen

      

Nachdem sie im Vorgänger noch schmerzlich vermisst wurde, gibt es diesmal eine echte Einzelspieler-Kampagne. Das erste Solo-Star-Wars-Abenteuer seit The Force Unleashed 2 aus dem Jahre 2010. Entwickelt in Zusammenarbeit mit der Lucasfilm-Story-Group erzählt das Spiel eine Geschichte, die zum offiziellen Kanon gehört und die Ereignisse nach der Zerstörung des zweiten Todessterns in den Mittelpunkt rückt. Ihr schlüpft dazu in die Rolle von Commander Iden Versio, einer Elitesoldatin des Imperiums und Anführerin des Inferno Squad. Die Kampagne beginnt


20 Bilder Die Geschichte von Commander Iden Versio (hier mit ihrem Vater Admiral Versio) entwickelt sich zu sehr zu einem Klischee und wirkt dabei nicht immer glaubwürdig. Die Geschichte von Commander Iden Versio (hier mit ihrem Vater Admiral Versio) entwickelt sich zu sehr zu einem Klischee und wirkt dabei nicht immer glaubwürdig. [Quelle: PC Games]
vielversprechend und für einen Shooter recht ungewöhnlich. Iden ist auf einem Schiff der Rebellen gefangen, und wir übernehmen als erstes die Kontrolle über ihren kleinen Droiden. Mit ihm müssen wir uns durch das Schiff schleichen, Terminals hacken und Gegner per Elektroschock ausschalten. In der Folge bleiben solche spielerischen Abwechslungen jedoch rar. Das Shooter-Gameplay aus dem Mehrspieler-Modus bestimmt die meisten Missionen.

Leider entwickelt sich die Handlung nach dem guten Start in eine sehr klischeehafte Richtung, die nur noch wenig mit den eigentlichen Versprechen der Entwickler zu tun hat. Hier waren wir schon sehr enttäuscht. Bis zuletzt hatten wir noch auf einen großen Twist gehofft, der jedoch ausblieb. Erschwerend kommt hinzu, dass die sich im Kampagnen-Verlauf wandelnden Motivationen zentraler Figuren teilweise schlicht unglaubwürdig wirken. Einige der Missionen passen auch nicht so wirklich ins Gesamtgefüge. Zumindest schafft es das Spiel nicht die nötigen Zusammenhänge ausreichend zu erklären. So wirkt es, als wären einige der Spielabschnitte nur eingebaut worden, um noch einen weiteren Helden unterzubringen. Im Verlauf der Kampagne übernehmt ihr nämlich immer wieder mal für eine Mission die Kontrolle über Helden wie Luke Skywalker oder Han Solo. Dieser Anteil erschien uns mit fünf Heldenkapiteln bei insgesamt zwölf Abschnitten jedoch zu hoch. Dadurch wurde viel zu häufig der Fokus von Protagonistin Iden Versio genommen.

Dabei ist die Kampagne handwerklich durchaus hervorragend gemacht. Eine erstklassige Inszenierung, tolle Atmosphäre und abwechslungsreiche Levels sorgen für fantastische Star-Wars-Stimmung. Iden kommt auch sehr viel herum. Die Missionen finden auf bekannten Planeten wie Endor und Naboo sowie in den Fluren von Großkampfschiffen statt, führen euch aber auch an neue Orte wie Pillio. Zusätzlich bestreitet ihr am Steuer eines Jägers packende Raumschlachten. Dieser Spaß ist allerdings auch sehr schnell wieder vorbei. Das Ende von Idens Reise war für uns nach gerade einmal viereinhalb Stunden erreicht. Selbst für die Kampagne eines Multiplayer-Shooters ist das etwas dürftig. Sich das Spiel nur wegen der Kampagne zum Vollpreis zuzulegen lohnt sich also nicht.

Bot-Schießbude

      

Nach dem Durchspielen der Handlung bleibt reinen Solospielern nur noch der Arcade-Modus. Dieser ersetzt den Missionen-Modus aus dem Vorgänger und bietet verschiedene Kampfszenarien.


20 Bilder Im Arcade-Modus kämpft ihr mit Helden oder einer der Soldatenklassen entweder allein oder mit KI-Kameraden gegen Bots. Im Arcade-Modus kämpft ihr mit Helden oder einer der Soldatenklassen entweder allein oder mit KI-Kameraden gegen Bots. [Quelle: PC Games]
Jeweils acht solcher vorgefertigten Schlachten gibt es auf der hellen und dunklen Seite mit jeweils drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Dabei bestreitet ihr entweder einen Teamkampf mit Bots, die euch im Kampf unterstützen, oder den sogenannten Ansturm, bei dem ihr in der Regel eine Heldeneinheit kontrolliert und in einer bestimmten Zeit eine vorgegebene Zahl an Gegnern ausschalten müsst.

Wer sich an den vorgefertigten Arcade-Spielen satt gesehen hat, kann auch eigene Szenarien entwerfen. Dazu stehen ein Dutzend Modifikatioren zur Verfügung, über die ihr zum Beispiel Spieler-Gesundheit, Gegner-Klassen und Teamgrößen bestimmt. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass der Arcade-Modus für Einzelspieler lange motivierend bleibt. Zumal die zu verdienenden Credits überschaubar und auch noch mit einer Höchstgrenze von 500 Credits pro Tag belegt sind. Auf den Konsolen kann Arcade auch im 2-Spieler-Couch-Koop gespielt werden. In der PC-Version fehlt diese Option.

Testvideo

      

Gemeinsam gegen die anderen

      

Das Herzstück des Spiels, das Spieler für lange Zeit beschäftigen soll, bleibt der Mehrspieler-Modus. Bei den zur Verfügung stehenden Spielmodi wurde auf den ersten Blick ganz schön abgespeckt. Bot der Vorgänger zum Release noch neun verschiedene Spielvarianten, sind es in Battlefront 2 (jetzt für 39,00 € kaufen) nur noch fünf. Die Entwickler haben sich dabei auf die beliebtesten Modi des Vorgängers konzentriert - Galaktischer Angriff (bisher Walker Angriff genannt), Gefecht (Team Deathmatch) und Helden gegen Schurken.


20 Bilder Auf weitläufigen Karten wie Kashyyyk gibt es viele Wege, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich sind. Kenntnisse der Umgebung bringen Vorteile. Auf weitläufigen Karten wie Kashyyyk gibt es viele Wege, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich sind. Kenntnisse der Umgebung bringen Vorteile. [Quelle: PC Games]
Hinzu kommen die beiden Neuzugänge Sternenjäger-Angriff und Angriff. Ersteres ist ein zielbasierter Modus wie Galaktischer Angriff - nur eben mit Raumschiffen statt Bodentruppen. Bei Angriff handelt es sich um kleinere Gefechte zwischen zwei Teams mit je acht Spielern. Diese müssen jeweils bestimmte Ziele erreichen, wodurch Strike-Partien deutlich taktischer ablaufen als die Massenschlachten in Galaktischer Angriff. Auch wenn einige Modi wie klassisches Deathmatch oder Capture the Flag dem Rotstift zum Opfer fielen, bieten die vorhanden Spielweisen unserer Meinung nach ausreichend Abwechslung.

Besonders gefallen hat uns der überarbeitete "Helden vs. Schurken"-Modus, in dem nicht mehr nur einige Spieler in die Rolle eines mächtigen Charakters schlüpfen dürfen, sondern alle. Jeweils vier Spieler stehen sich mit Helden der hellen und dunklen Seite gegenüber. Da alle Teilnehmer der Partie gleich mächtig sind, kommt auch viel mehr Spaß auf als bei der alten Variante, wo einige Spieler stets als Kanonenfutter herhalten mussten. Richtiges Star-Wars-Gefühl kommt dagegen bei den groß angelegten Raumschlachten auf. Wenn man mit einem X-Wing auf der Jagd nach einem Tie-Fighter dicht über der Oberfläche eines Sternenzerstörers entlang heizt, ist der Adrenalinschub vorprogrammiert. Durch die komplexen Zielstellungen hebt sich der Modus auch erfrischend von den simplen Dogfights des Vorgängers ab.

Quer durch die Galaxie

      

Deutlich zugelegt hat das Spiel bei den Karten, was auch an der Ausweitung der Thematik auf alle drei Star-Wars-Epochen liegt. So spielen die Schlachten nun auf insgesamt elf verschiedenen Planten. Neben den bekannten Maps wie Hoth, Endor und Tatooine verschlägt es euch nun auch


20 Bilder Das Spiel hat vielseitige Karten an insgesamt elf Verschiedenen Schauplätzen zu bieten. Das Spiel hat vielseitige Karten an insgesamt elf Verschiedenen Schauplätzen zu bieten. [Quelle: PC Games]
nach Naboo, Kashyyyk und auf die Starkiller Base. Für die meisten der Planeten gibt es verschiedene Kartenvarianten, die je nach Spielmodus zum Einsatz kommen. Das Repertoire reicht dabei von engen Straßenschlachten in Mos Eisley bis zu den extrem weitläufigen Dschungeln von Kashyyyk.

Neben der allgemein hübschen Gestaltung haben die Entwickler auch einige nette Gimmicks eingebaut, die das Herz jedes Star-Wars-Fans höher schlagen lassen. So lässt sich in der Cantina von Mos Eisley ein Hologramm mit der berühmten Cantina-Band aktivieren - und sobald man den Reaktorraum hinter dem Hangar von Theed betritt, ertönt das Duell of the Fates. Letzteres wirkt besonders cool, wenn man im "Helden vs. Schurken"-Modus als Darth Maul unterwegs ist. Statisch sind die Karten weiterhin. Zerstörbare Umgebungen oder ähnliche Elemente gibt es nicht. Immerhin wurde zumindest ansatzweise versucht, ein wenig mehr Leben auf die Maps zu bringen. So ist auf Tatooine zu beobachten, wie die Straßen zunächst noch voller Leben sind - doch sobald die Schlacht startet, fliehen die Zivilisten in Windeseile.

Soldaten mit Klasse

      

Die größte Neuerung beim Gameplay ist die Einführung von Soldatenklassen. Vor jeder Partie wählt ihr, ob ihr als Angreifer, Spezialist, Offizier oder Schwerer Truppler in den Kampf ziehen wollt. Entsprechend stehen euch andere Waffen und Spezialfähigkeiten zur Verfügung. Eine sinnvolle


20 Bilder Vor einer Partie wählt ihr, mit welcher Klasse ihr in den Kampf ziehen wollt. Nach jedem eigenem Ableben könnt ihr neu wählen oder verdiente Kampfpunkte für Fahrzeuge oder eine Heldeneinheit ausgeben. Vor einer Partie wählt ihr, mit welcher Klasse ihr in den Kampf ziehen wollt. Nach jedem eigenem Ableben könnt ihr neu wählen oder verdiente Kampfpunkte für Fahrzeuge oder eine Heldeneinheit ausgeben. [Quelle: PC Games]
Neuerung durch die sich jeder sofort entsprechend seines eigenen Spielstils ins Getümmel werfen kann, ohne dafür erst mühsam die richtigen Waffen und Starcards freischalten zu müssen. Für jede Klasse gibt es vier verschiedene Waffen, die ihr nach und nach über erreichte Meilensteine wie eine bestimmte Anzahl an Kills mit der entsprechenden Klasse freischaltet. Dass die Blaster wie in der Beta mühselig mit Unmengen an Handwerksmaterialien hergestellt werden müssen, wurde zum Glück nicht übernommen.

Über die erneut vorhandenen Starcards wird jede Klasse individuell weiter angepasst. So könnt ihr euren Kämpfer passiv stärken oder einige der Fähigkeiten gegen andere Varianten austauschen. Das gilt nicht nur für die vier Soldatenklassen, sondern auch für Helden, Fahrzeuge und Raumschiffe. Jede Einheit, mit der man in die Schlacht spawnen kann, lässt sich über Starcards anpassen und verbessern. Aber auch wenn das System etwas komplexer ausfällt als noch im Vorgänger bleibt weiterhin klar, dass sich Star Wars: Battlefront 2 an die breite Masse der Durchschnittsspieler richtet und weniger an Shooter-Profis.

Wer zahlt gewinnt

      

Um im Spiel und mit seinen Soldaten voran zu kommen, heißt es spielen, spielen, spielen. Durch erfolgreiche Partien verdient ihr Credits sowie Erfahrungspunkte, die euren Rang steigern. Außerdem schließt ihr dabei unzählige Herausforderungen ab, die euch mit weiteren Belohnungen in


20 Bilder Die begehrten Starcards zur Weiterentwicklung eurer Klassen erhaltet ihr vor allem durch Loot-Kisten oder Crafting. Die dafür benötigten Rohstoffe gibt es wiederum hauptsächlich in den Boxen. Die begehrten Starcards zur Weiterentwicklung eurer Klassen erhaltet ihr vor allem durch Loot-Kisten oder Crafting. Die dafür benötigten Rohstoffe gibt es wiederum hauptsächlich in den Boxen. [Quelle: PC Games]
Form von Credits, Handwerksmaterialien, Waffen und klassenspezifischen Loot-Boxen ausstatten. Damit wären wir auch schon bei der unschönen Seite des gesamten Multiplayer-Fortschritts-Systems. Starcards und Handwerksmaterialien sowie rein kosmetische Gegenstände bekommt man hauptsächlich über die mit zufälligem Inhalt bestückten Loot-Boxen. Diese lassen sich im Shop gegen Ingame-Credits oder aber auch gegen Kristalle erwerben. Letztere gibt es gegen harte Euros.

Nach der massiven Kritik und den Pay2Win-Vorwürfen nach der Beta wurde das System noch einmal überarbeitet und abgeschwächt. So lassen sich die stärksten Versionen von Starcards nicht mehr in Kisten finden, sondern nur noch herstellen. Allerdings sind die hauptsächliche Quelle für die dafür benötigten Ressourcen auch wieder die Loot-Boxen. Wie viele Starcards ihr einsetzen könnt, wird durch das jeweilige Starcard-Level der betreffenden Klasse bestimmt. Das hängt jedoch nicht von eurer gesammelten Erfahrung - also von erbrachter Spielleistung - ab, sondern lediglich von der Anzahl der Starcards, die ihr für diese Klasse besitzt. Am Ende sind hier dann doch wieder diejenigen im Vorteil, die bereit sind Geld für die Loot-Boxen zu investieren. Auf diese Weise kommen diese Spieler nämlich deutlich schneller an mehr Starcards und steigern entsprechend deutlich schneller ihre Starcard-Levels. Wer kein Geld ausgibt und sich nur nach einigen Partien mal eine Kiste leisten kann, hat das Nachsehen. Um sich eine Trupplerkiste zum Preis von 4.000 Credits zu verdienen, bedarf es einer Reihe von Partien. So bringt ein Spiel im Modus Galaktischer Angriff im Schnitt 250-300 Credits.


20 Bilder Wie viel Starcards ihr ausrüsten könnt, wird durch die Anzahl der Karten bestimmt, die ihr für diese Klasse besitzt. Wie viel Starcards ihr ausrüsten könnt, wird durch die Anzahl der Karten bestimmt, die ihr für diese Klasse besitzt. [Quelle: PC Games]
Immerhin ist das Upgrade einer Starcard auf ein höheres Level auch an den Spielerrang geknüpft. Bis zur zweithöchsten Stufe können die Karten aber eben auch in den Loot-Boxen gefunden werden. Diese können dann auch ohne Einschränkungen verwendet werden, selbst wenn man für ein manuelles Upgrade noch nicht die Voraussetzungen erfüllt. Es bleibt also auch nach den letzten Änderungen dabei, dass Spieler, die bereit sind nach der Anschaffung des Spiels noch mehr Geld auszugeben, sich einen spielerischen Vorteil erkaufen können. Ärgerlich ist auch die Tatsache, dass ikonische Helden wie Darth Vader und Luke Skywalker zunächst gesperrt sind. Insgesamt sechs der 14 Spezialcharaktere müssen per Ingame-Credits freigeschaltet werden. Die Preise dafür haben die Entwickler noch während unseres Testes nach heftigen Fanprotesten von zunächst 20.000-60.000 Credits auf nur noch 5.000 bis 15.000 Credits gesenkt.

Technisch erstklassig

      

Auf der technischen Seite macht Star Wars: Battlefront 2 wieder einen hervorragenden Eindruck. Erneut zaubert die Frostbite-Engine die wohl schönsten Star-Wars-Welten der Videospiel-Geschichte auf den Bildschirm. Scharfe Texturen, schicke Effekte und das alles bei einem flüssigen


20 Bilder Durch verschiedene Zielsetzungen fallen die Raumkämpfe komplexer aus als noch im Vorgänger. Durch verschiedene Zielsetzungen fallen die Raumkämpfe komplexer aus als noch im Vorgänger. [Quelle: PC Games]
Spielablauf. Auf den Konsolen wird die angestrebte Framerate von 60 Bildern die Sekunden meistens gehalten. Noch besser sieht es in der PC-Version aus. Mit allen Grafikeinstellungen auf Ultra mussten wir uns selten mit weniger als 100 FPS begnügen - selbst auf den großen Galaktischer-Angriff-Karten mit 40 Spielern. Entsprechend können auch Besitzer schwächerer Rechner noch mit einem anständigen Spielerlebnis rechnen.

Beim Sound-Design ist das Spiel ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Die typischen Star-Wars-Klänge, ob nun bei der Musik oder den Geräuschen, wurden in Perfektion eingefangen. In der deutschen Version kommt ihr sogar in den Genuss der Original-Synchronsprecher für bekannte Charaktere. Damit kann die englische Fassung nicht dienen. Insgesamt haben die englischen Sprecher besonders bei den neuen Figuren die Nase jedoch etwas vorn. Der Soundtrack auf Basis der bekannten Klänge von John Williams ist erstklassig wie eh und je. Lediglich die teils recht langen Ladezeiten (besonders auf Konsole) stören den ansonsten positiven technischen Gesamteindruck.

Fortschritt und Rückschritt

      

Star Wars: Battlefront 2 ist erneut ein Spiel, das viele Spieler allein aufgrund der großartigen Star-Wars-Stimmung in seinen Bann ziehen wird. Mit deutlich mehr Schauplätzen ist jetzt auch für mehr Abwechslung gesorgt. Das neue Klassensystem sorgt für spielerische Vielfalt. Ein wirklich komplexer Shooter wird das Spiel dadurch aber nicht. Viel ärgerlicher ist jedoch wie erneut sehr viel Potential verschenkt wurde. Diesmal vor allem bei der Kampagne, die nur in Ansätzen geliefert hat, was man sich nach der langen Durststrecke erhofft hatte. Der zweite große Kritikpunkt ist und bleibt das Progressions-System in Verbindung mit Mikrotransaktionen und Glücksspiel-Boxen. Die Verbesserungen bei Umfang und Gameplay werden auf diese Weise wieder konterkariert.

EA rudert zurück

      

Zahlreiche Spieler konnten Star Wars: Battlefront 2 über die Abodienste EA Access und Origin Access sowie als Vorbesteller schon vor dem offiziellen Release spielen. In der Folge sah sich Electronic Arts in den vergangenen Tagen heftiger Kritik der Spielerschaft über das Progressionssystem und die damit verbundenen Mikrotransaktionen ausgesetzt. Nur wenige Stunden vor dem offiziellen Release des Spiels haben die Entwickler daher den Kauf der Premiumwährung vorerst abgeschaltet. Unsere Aussagen bezüglich Mikrotransaktionen im Test verlieren daher zunächst an Gewicht. Noch ist nicht klar, wie die geplanten Änderungen am System aussehen werden und ob sich unsere Kritik der käuflich erwerbbaren Spielvorteile dadurch in Luft auflösen wird. Wir werden die weiteren Entwicklungen beobachten.

Finale Wertung

      

Eigentlich wollten wir am heutigen Montag, dem 20. November 2017, die finale Wertung für Star Wars: Battlefront 2 nachliefern, nachdem wir das Spiel einige Tage im Live-Betrieb beobachtet haben. Wir mussten uns jedoch vorerst gegen eine abschließende Bewertung entscheiden. Die Kampagne würden wir mit einer recht niedrigen 70er-Wertung versehen. Der Mehrspieler-Modus wäre in Sachen Gameplay-Qualität und Umfang aber durchaus über dem Vorgänger (79%) anzusiedeln - wird allerdings vom bereits diskutierten und äußerst problematischen Fortschritts-System überschattet. Dieses wiederum stellten die Entwickler selbst pünktlich zum Release in Frage. Die vorübergehende Abschaltung der Mikrotransaktionen und vage Versprechen zu Anpassungen machen Battlefront 2 momentan zur Katze im Sack. Wer den Shooter derzeit kauft, erwirbt nicht das finale Battlefront 2. Wir können unsere Wertungsfindung entsprechend nicht abschließen, verzichten vorerst auf eine finale Wertung und müssen angesichts der aktuellen Lage interessierte Käufer klar warnen: Wer jetzt zuschlägt, kauft ein Spiel, an dem sich für die Langzeitmotivation wichtige Features noch ändern können. Weitere Erklärungen zu unserer Entscheidung und zur Kaufwarung findet ihr im verlinkten Artikel.

  • Matthias Dammes"„Die Kampagne hat mich wirklich enttäuscht.“"
  • Es hätte mich wahrscheinlich nicht wirklich interessiert, dass ein neues Battlefront erscheint, wäre da nicht die Ankündigung einer Singleplayer-Kampagne gewesen. Endlich wieder ein Videospiel, in dem ich eine Einzelspieler-Story im Star-Wars-Universum erleben kann. Noch dazu eine Kanon-Geschichte, die sich in das große Gesamtbild der Sternensaga einfügen soll. Was habe ich die Versprechen einer Star-Wars-Story aus imperialer Perspektive gefeiert, die die Brücke zur neuen Trilogie schlägt. Was ich am Ende geboten bekam, war dann aber leider sehr enttäuschend. Nicht nur, dass die Kampagne sogar noch kürzer ausgefallen ist als ich es befürchtet hatte, auch die absolut klischeehafte Handlung hat mich am Ende fast wütend zurückgelassen. Das ist umso bedauernswerter, da Battlefront 2 für Star-Wars-Fans wie mich wirklich ein hervorragender Weg ist, um in unser geliebtes Universum abzutauchen. Alles sieht so aus und hört sich so an, wie ich mir das von Star Wars wünsche. Die Atmosphäre ist einfach klasse. Das gilt auch für den Mehrspieler-Modus, der selbst weniger versierte Multiplayer-Spieler anspricht. Wären da nur nicht die leidigen Mikrotransaktionen. Eine Praxis, die sich immer mehr in der Industrie ausbreitet und mich sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt.


Pro & Contra
Einzelspieler-Kampagne ...
Astreine Star-Wars-Stimmung
Eine grafische Augenweide
Gelungene und eingängige Steuerung
Technisch einwandfrei
Berühmte Star-Wars-Charaktere
Abwechslungsreiche, schön gestaltete Karten
Weniger, aber verbesserte Spielmodi
... die aber viel zu kurz ist.
Klischeehafte Story
Mikrotransaktionen mit direkter Verbindung zum Progressions-System
Einige Helden müssen mit viel Credits freigeschaltet werden
Keine privaten Matches möglich
Zufällige Squadzulosung bei Respawn (kein Gruppenspiel mit Freunden)
Auf Konsolen teils lange Ladezeiten


e_gz_ArticlePage_Default