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Star Wars: Battlefront im Gamezone-Test

Pandemic demonstriert mit Battlefront wie die Zukunft des Online-Gamings auf Konsolen aussieht.

5 Bilder Star Wars: Battlefront Star Wars: Battlefront

Von Sturmtruppen, Kampfdroiden und Ewoks

Schon die Gamecube-exklusive "Rogue Squadron"-Serie von Factor 5 wie auch dessen Ableger "Clone Wars", das für alle drei aktuellen Konsolen erschien, schickte die Fans der Sternenkriege auf die heiß umkämpften Schlachtfelder des Star Wars-Universum. Dort übernahm der Spieler die Rolle der bekannten Heldenfiguren wie Luke Skywalker oder Mace Windu; im nun erschienenen "Star Wars - Battlefront" hingegen schlüpfen wir erstmals in die Haut des gemeinen Fußvolkes, darunter Sturmtruppen und Droiden. Das von den amerikanisch-australischen "Full Spectrum Warrior"-Machern Pandemic entwickelte Schlachtenspektakel orientiert sich dabei ganz unverhohlen an EAs "Battlefield"-Reihe, in deren Genuss bislang ausschließlich PC-Spieler gekommen sind. Genauso wie die "Battlefield"-Spiele ist "Star Wars - Battlefront" explizit auf den Mehrspielerbetrieb ausgelegt, vorzugsweise im zentralen Online-Modus für bis zu 24 Spieler (16 auf PS2) gleichzeitig.


5 Bilder Star Wars: Battlefront Star Wars: Battlefront
Obwohl "Star Wars - Battlefront" auf den ersten Blick wie ein klassischer Multiplayer-Shooter wirkt, bringt insbesondere die rein missionsbasierte Spielstruktur als auch die Einbindung von Fahrzeugen und Fluggerät frischen Wind in ein Genre, welches sich auf Konsolenebene schon zu lange auf den bekannten Strickmustern und Spielvarianten ausruhte. Klassische Spielmodi wie Deathmatch oder Capture the Flag sind bei "Battlefront" nicht an der Tagesordnung; stattdessen erwarten den Spieler episch umgesetzte Schlachtenszenarien im ganz großen Stil, bei welchen Teamgeist und taktische Übersicht die übergeordnete Rolle spielen. Die monumental angelegten Gefechte finden auf Maps von gewaltiger Größe statt und orientieren sich dabei größtenteils an vielen der aus den bislang fünf Star Wars-Filmen bekannten Großschlachten: Fans freuen sich unter anderem auf die denkwürdige Belagerungsschlacht auf dem Eisplaneten Hoth ("Das Imperium schlägt zurück"), den Luftkrieg über der Wolkenstadt Bespin sowie auf die Verteidigung der Handelsmetropole Naboo ("Episode 1").


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In jeder Schlacht stehen abhängig von der jeweiligen Zeitepoche zwei Kriegsparteien zur freien Wahl: In den Klonkriegen besteht die Auswahl zwischen der Klonarmee der Republik und den Separatisten, welche ihre Droiden in den Kampf schicken, während sich zur Zeit des galaktischen Bürgerkriegs die von Luke Skywalker angeführten Rebellen und Darth Vaders Imperium gegenüberstehen. Einige der im Spiel enthaltenden Maps umfassen zudem eine nicht-spielbare, jeweils von der KI gesteuerte dritte Partei: So wuseln in der Schlacht von Endor die kleinen Ewoks zwischen den Kämpfenden herum, und in den weiten Wüstengebieten von Tatooine greifen die gefürchteten Sandleute ins Gefecht ein. Das Hauptziel einer jeden Schlacht ist zunächst die Einnahme aller sich im Areal befindlichen Stützpunkte, deren Anzahl je nach Map variiert. Die eigenen Stützpunkte dienen dabei gleichzeitig als "Respawnpunkt": Wird man im Gefecht eliminiert, beginnt man sogleich wieder an einer der frei wählbaren Festungen. Zudem gilt es - ebenfalls abhängig von bestimmten Karten sowie gewählter Kriegspartei -, während der Schlacht spezifische Missionsziele zu erfüllen: Beispielsweise müssen die Imperialen auf Hoth getreu der Filmvorlage den Schildgenerator der Rebellenbasis mittels der mächtigen AT-AT-Walkern zerstören, während die Rebellen in ihren Snowspeedern versuchen, die Kolosse durch das Harpunieren der Beine zu Fall zu bringen. Erst, wenn die geforderten Sekundärziele einer Map erfüllt worden sind, kann die Eroberung sämtlicher Festungen zum tatsächlichen Sieg führen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die gegnerische Armee komplett auszulöschen, um zu einem vorzeitigen Sieg zu gelangen. Dabei ist zu beachten, dass im Multiplayer-Spiel keinesfalls nur die bis zu 24 menschlichen Mitspieler eine Armee bilden, sondern ab Beginn eines Gefechts von insgesamt rund vierhundert KI-Einheiten unterstützt werden, von denen sich pro Partei jeweils sechzehn zeitgleich auf der Map befinden. Wie der Spieler selbst auch, kehren die KI-Kollegen nach einem Abschuss zu einem der Stützpunkte zurück. Wie in "Battlefield" oder dem indizierten Weltkiegs-Shooter von id Software hat man vor jedem einzelnen (Wieder-)Einstieg ins Spiel die Gelegenheit, seine Einheit zu wechseln. So gibt es neben normalen Soldaten zum Beispiel auch Sanitäter-Einheiten, die ihre Mitstreiter mit abgelegten Medi-Packs unterstützen, sowie zahlreiche spezialisierte Kampfeinheiten wie Scharfschützen oder mit Raketenwerfern ausgestattete "schwere" Truppen. Nicht zuletzt basiert die zur Verfügung stehende Palette an Einheiten zudem auf der entsprechenden Armee (Droiden, Sturmtruppen, etc.). Eigenen KI-Einheiten darf man mittels des Steuerkreuzes einfache Befehle zukommen lassen, ein Spielelement, dass im Schlachtengetümmel jedoch keinen wirklich Nutzen erfüllt, zumal die KI-Kollegen ohnehin nicht immer gewillt sind, auf uns zu hören. Wenn reine Waffengewalt nicht mehr ausreicht, besteigt man kurzerhand eines der gut 25 in "Battlefront" integrierten Vehikel: Neben dem Einsatz der schwerfälligen Walker darf man mit Landgleitern oder Speederbikes durch die Umgebung flitzen oder mit einem X-Wing oder Tie-Fighter den Luftraum unsicher machen. Einige der Fahrzeuge lassen sich sogar zu zweit besteigen; während einer am Steuerknüppel sitzt, bedient sein Kamerad die Bordgeschütze. Gespielt wird wahlweise in der intensiven Ego-Perspektive oder der übersichtlicheren Thrid-Person-Ansicht; in jedweder Spielsituation geht dabei die Steuerung gut von der Hand.


5 Bilder Star Wars: Battlefront Star Wars: Battlefront
Zum Einspielermodus: Die Solovariante von "Star Wars - Battlefront" wartet mit zwei unterschiedlichen Spielmodi auf. In der storybasierenden Kampagne kämpft sich der Spieler entweder durch die Zeit der Klonkriege oder nimmt am Galaktischen Bürgerkrieg teil. Der Spielverlauf ist dabei komplett linear und hält sich akkurat an die Star Wars-Zeitlinie; auf Grund dessen ist die Kriegspartei, aus dessen Perspektive man jede einzelne Schlacht bestreitet, jeweils vorgegeben. Zwischen den Levels werden wir mit Filmschnipseln aus den entsprechenden Kinofilmen verwöhnt, welche jedoch leider in Sachen Bildqualität etwas zu wünschen übrig lassen. Im Spielmodus "Galaxis-Eroberung" hingegen ist das Spielziel die Eroberung aller Planeten, jeweils auf Grundlage eines zuvor gewählten Szenarios. Hier führt man in beliebiger Reihenfolge Angriffe auf vom Feind besetzte Regionen aus; spielerisch unterscheidet sich dies aber kaum vom bereits bekannten Gameplay. Beide Spielmodi lassen sich auch im Mehrspieler-Modus per Splitscreen spielen, die "Galaxis-Eroberung" erfreulicherweise sogar gegeneinander, was dem Konzept jener Spielvariante durchaus gerecht wird. Für reine Solospieler hingegen mutieren die Kampagnen-Modi schon bald eher zu ausführlichen Trainings-Sessions für das muntere Online-Treiben; Spieler ohne Multiplayer-Ambitionen sollten sich den Kauf von "Battlefront" daher gründlich überlegen.


5 Bilder Star Wars: Battlefront Star Wars: Battlefront
Aus technischer Sicht brilliert "Star Wars - Battlefront" vornehmlich mit einer beeindruckenden Weitsicht sowie gleißenden Waffen-Effekten ganz im Star Wars-Stil. Die texturierte Umgebung sieht dem gegenüber ein wenig zu steril und detailarm aus; die Phototapeten-Hintergründe wirken sogar geradezu billig. Ganz offensichtlich wurde der Großteil der zur Verfügung stehenden Grafik-Kapazitäten in eine saubere Darstellung der monumentalen Schlachtenszenen investiert, und dies hat sich wirklich ausgezahlt: Fast gänzlich ruckelfrei fliegen einem die Laserblitze um die Ohren, selbst mit mehreren Dutzend animierter Figuren und Vehikel geht die leistungsstarke Grafikengine nicht in die Knie. Die Klangkulisse ist schon fast gewohnheitsmäßig überragend: Neben den typischen Waffengeräuschen dringt ein einmal mehr standesgemäßer Orchester-Soundtrack an unsere Spielerohren.

Mit Xbox Live erst richtig gut!


5 Bilder Star Wars: Battlefront Star Wars: Battlefront
Online entfaltet sich der gesamte Reiz von "Star Wars - Battlefront": Bis zu 24 menschliche Mitspieler nehmen an den aus Teamplay ausgelegten Schlachten teil; die Verständigung via Headset ist dabei so unerlässlich wie bei kaum einem anderen Xbox Live-Titel zuvor. Ob wir nun im Dutzend eine gegnerische Festung stürmen oder zu zweit an Bord eines AT-AT-Walkers die Stellung des Feindes unter Beschuss nehmen - das Teamgefühl ist zu jedem Zeitpunkt immens. Aufgrund der hohen Rechenleistung läuft das Geschehen online nicht immer ganz ruckelfrei ab, zum Hosten von groß angelegten Matches (mehr als 8 Spieler) ist eine höhere Bandbreite dringend erforderlich, um seinen Mitspielern eine einigermaßen problemfreie Spielerfahrung zu gewährleisten. Die Menüoberfläche entspricht gewohnten Xbox Live-Standards: Per Quickplay oder Optimatch loggen wir uns in ein laufendes Spiel ein; alternativ erstellen wir selbst eine Partie und erfreuen uns an den reichhaltig manipulierbaren Optionsparametern. Übel stößt jedoch das gänzliche Fehlen einer PreGame-Lobby auf: Direkt nach dem Start eines Servers beginnt auch direkt die Schlacht; das Beitreten der Kriegsparteien zu Beginn des Matches vorkommt dabei aufgrund fehlender Lobby-Übersicht mit zahlreichen Mitspielern schon mal zum Chaos. Abgesehen von solchen Unzulänglichkeiten gehört "Star Wars - Battlefront" dank einer bislang auf der Xbox einmaligen Spielerfahrung nichts desto trotz in jede gut sortierte Xbox Live-Bibliothek, vorausgesetzt, man leidet nicht unter einer akuten Star Wars-Phobie.

  • Sidwick "-"
  • Obwohl der Fokus von "Star Wars - Battlefront" ganz klar auf der gelungenen Online-Anbindung liegt, ist die Frage, ob sich Pandemics neuer Titel auch für Solospieler eignet, nicht eindeutig zu beantworten. So werden begeisterte Star Wars-Fans auch im reinen Offline-Betrieb ihre helle Freude haben, zumal die Umsetzung der Thematik sich denkbar eng an die hochkarätige Vorlage hält. Für alle anderen jedoch werden die Einzelspieler-Varianten schon bald zum Langweiler verkommen, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei den Singleplayer-Modi eigentlich nur um verkappte Trainings-Einheiten handelt, die sich im Grundkonzept genauso spielen wie das höchst motivierende Online-Pendant. Die oft befehlsunwilligen KI-Kumpanen und das folgliche Fehlen des unvergleichlichen Teamgefühls sprechen auch nicht gerade für das Solo-Spiel. Wer jedoch über eine gut geölte Breitband-Verbindung verfügt, kommt - Star Wars-Hasser mal ausgenommen - schlichtweg nicht um "Battlefront" herum, denn was hier an Action und taktisch spannenden Situationen geboten wird, besitzt zurzeit auf Konsolenebene noch Seltenheitswert. "Star Wars - Battlefront" bietet einen spektakulären Ausblick auf die Zukunft des Online-Gamings, und das noch bevor die potenzielle Konkurrenz in Form von "Halo 2" und "Battlefield: Modern Combat" das Licht der Welt erblickt hat.
Star Wars: Battlefront 1 (XB)
  • Singleplayer
  • 8,6 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 9/10 
    Steuerung 8/10 
    Gameplay 9/10 
Pro & Contra
Online-Modus!
mitreißendes Spielgefühl
unnachahmliche Atmosphäre
durchdachte Maps
taktisch anspruchsvoll
ordentliche Technik
Für reine Offline-Spieler nur bedingt empfehlenswert
unwillige KI-Kollegen
teils sterile Umgebungsoptik
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