Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Sony wegen Spieler-Selbstmord erneut vor Gericht?


1 Bilder Sony wegen Spieler-Selbstmord erneut vor Gericht?
In der jüngeren Vergangenheit stolperte man immer mal wieder (und leider) über Meldungen, die sich mit juristischer Gerechtigkeit in Sachen Videogames befasst haben. Egal ob es das Attentat von Littleton war, bei dem man Videogames bzw. deren Entwickler und Publisher in die Verantwortung ziehen wollte oder aber – wer sich erinnert – der 17jähirge Spanier, der mit einem Schwert (welches Ähnlichkeiten mit der GunBlade aus FF VIII gehabt haben soll) seine Familie attackiert hat und damit für negative Schlagzeilen im Sektor Videogaming sorgte. Auch wenn die gerichtlichen Entscheidungen im Sinne der Entwickler und Publisher getroffen worden sind, ein unangenehmer Nachgeschmack blieb. Nachdem dann ansatzweise und vermeintlich Ruhe eingekehrt war, keimen diese Meldungen aufgrund eines neuerlichen Vorfalls wieder auf. Wie man bereits gestern bei Eurogamer unter Berufung auf einen Artikel im „Milwaukee Journal Sentinel“ erfahren haben will, will die Mutter eines 21jährigen „Everquest“ Spielers Sony Online Entertainment vor Gericht bringen. Die Begründung dafür laute, dass sich der junge Mann wegen des Spiels zunächst von seiner Familie zurück gezogen habe, schließlich seinen Job an den Nagel gehängt hätte um sich dann schlussendlich (und leider sprichwörtlich) nach einer neuerlichen Everquest Session am letztjährigen Thanksgiving die Kugel zu geben. Nach vorliegenden Meldungen soll sich Shawn Wolley mehr als 12 Stunden pro Tag mit dem Spiel befasst haben und bevor er sich erschoss, so heißt es weiter, habe er sich ebenfalls mit Everquest beschäftigt. Nun wird diese etwas heikle Angelegenheit von einem Anwalt aus Miami in die Hand genommen, der die Mutter des 21jährigen bei Gericht vertreten wird. Schadenersatz oder Geldforderungen, wie man jetzt vielleicht annehmen könnte, stehen dabei allerdings nicht im Vordergrund. Vielmehr wolle man mittels dieses angestrebten Prozesses Sony dazu bringen, dass auch Online-Spiele – gleich welcher Art – mit einem Warnhinweis versehen werden. Man stelle sich das rein optisch gesehen so vor, wie man es z.B. auch hierzulande von Zigarettenschachteln her kennt. Begründet wird diese angestrebte Maßnahme damit, dass Shawn Wolley vorher schon zu einem „gefährdeten Kreis“ gehörte, da er nachweislich gesundheitliche Probleme aufwies. Es heißt, dass er neben extremen Übergewicht zu Depressionen neigte und auch eine schizophrene Persönlichkeit aufwies. Weiter heißt es, dass er Everquest dazu benutzt habe, um der realen Welt zu entfliehen und sich seinen Problemen somit nicht stellen musste. Das damit aber letztlich eine Verschlimmerung seines Zustandes eingetreten ist, da sich mittels Videogaming bzw. Online-Gaming seine Probleme nur gehäuft aber nicht gelöst haben, und er sich schlussendlich das Leben genommen hat führt man darauf zurück, dass ein passender Warnhinweis auf der Spieleverpackung gefehlt habe. Allerdings, und das führt man in dem Artikel gleichfalls an, haben bereits durchgeführte Experimente bewiesen, dass selbst groß angebrachte Warnhinweise von den Spielern ignoriert worden sind und sie sich trotzdem stundenlang – allerdings ohne irgendwelche unerwünschten Effekte – dem Spiel gewidmet haben.
Zusätzlich erhält man noch eine weitere Information über einen ebenfalls 21jährigen Everquest Spieler, der sich zwar nicht das Leben genommen hat, aber psychisch wohl sehr drunter gelitten haben soll. Nach ca. 36 Stunden – wie es heißt – intensiven Spielgenusses habe er einen psychischen Zusammenbruch erlitten. Nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Schlafes fing der 21jährige Student an zu halluzinieren und seine Umgebung fast schon zu terrorisieren, denn er berichtet in diesem Zustand, dass die Figuren aus Everquest aus dem Spiel entstiegen seien und ihn nun verfolgen würden.

Van_Helsings Meinung:
Auf der einen Seite ist es wieder einmal ein erschreckendes Beispiel dafür, in wie weit Gaming generell Einfluss auf uns nehmen KANN, aber nicht MUSS. Wenn ich mir alle bisher bekannt gewordenen Fälle mal so vor Augen halte, dann findet sich bei jedem dieser Vorfälle die Aussagen – mehr oder weniger gleich – „... er hatte vorher schon Probleme...“! Das macht mich dann etwas stutzig! Sicherlich können gesundheitliche Schäden auftreten, und sei es nur, dass man irgendwann Probs mit den Augen bekommt, weil man in ungenügendem Abstand vor dem TV (Monitor) sitzt und das vielleicht auch mal mehr als nur „ein paar Stunden“. Wenn man aber gesundheitlich nicht eingeschränkt ist, bin ich zumindest der Meinung, hat man weiter nichts zu befürchten. Und wenn ich ein Beispiel aus meinem privaten Umfeld nehme.. ich habe einen Bekannten, der leider Epileptiker ist, der aber grundsätzlich Abstand von Videogames nimmt, weil er genau weiß, welche Folgen das für ihn haben kann. Für mich ist diese Mutter wieder einmal ein trauriger Beweis dafür, dass man erst anfängt nachzudenken, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Traurig, aber wahr!!
P.S. Ein passender Text (für Englisch-Muffel :)) kann auch bei 4Players.de nachgelesen werden.

Quelle: www.eurogamer.net

e_gz_ArticlePage_UC_Spiele