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Nintendo Chefs sind pessimistisch


1 Bilder Nintendo Chefs sind pessimistisch
Kurz vor der Wachablösung haben der alte (Hiroshi Yamauchi) und der neue Nintendo-Präsident (Satoru Iwata) ein eher pessimistisches Bild der Branche gezeichnet. „Man kann im Hinblick auf den Spielemarkt nicht mehr optimistisch sein“, ließ Iwata Journalisten wissen. „Egal wie gut das Produkt ist, mit dem man daherkommt auch ist, die Leute langweilen sich. Ich fühle mich wie ein Koch, der für einen satten König kocht.“

Branchen-Urgestein und Iwata-Vorgänger Hiroshi Yamauchi beklagt gleichzeitig die internen Zustände, in der Branche. Nicht nur, das den Entwicklern spürbar die Ideen ausgingen, auch sei es immer schwieriger, echte Überraschungen zu entwickleln, selbst wenn man die entsprechenden Ideen hat. Inzwischen sieht sich offenbar auch der solide Branchenriese immer stärker von steigenden Entwicklungskosten und immer kürzer werdenden Produktlaufzeiten beeinträchtigt. Dementsprechend werde unweigerlich zu Lasten der Qualität schneller und kostengünstiger entwickelt werden müssen, worunter letztlich auch vergleichbar gute Produkte wie Luigis Mansion oder Pikmin leiden werden, die sich offenbar längst nicht mehr über die Zeiträume gut verkaufen, wie frühere Nintendo Blockbuster. Firmen wie Squaresoft, die hunderte von Mitarbeitern über Jahre hinweg mit Millionenbudgets an einem Titel wie dem nächsten Offline Final Fantasy arbeiten lassen, bewegen sich laut Yamauchis Meinung unter den gegebenen Vorausetzungen direkt in eine Sackgasse hinein. Eine Sackgasse, in die er im schlimmsten Fall die gesamte Spielebranche fahren sieht!

HALLofGAMEs Meinung:
Der Steuermann verlässt nach einer Ewigkeit das Schiff und verklärt die eigene Vergangenheit ein wenig, in dem er die Zukunft möglichst düster malt. Dabei gehören die geäusserten Befürchtungen doch schon lange zu Yamauchis Standard-Repertoire, angesichts der Tatsache, das z.B. die Konkurrenz von Sony seit langem viel stärker auf Masse statt Klasse setzt. Betrachtet man das im Vergleich zu Sony deutlich überschaubarere N64 Line Up, dann kan man tatsächlich nicht sagen, das Nintendo sich über Gebühr an der Kannibalisierung des Spielemarktes beteiligt hat! Doch auch hier ist immer noch zu oft vorgekommen, daß Spieler mit qualitativ minderwertigen Titeln, wie man sie auch auf allen Konkurrenz-Konsolen findet, abgezockt wurden! Der Spagat, möglichst viel zu verdienen und gleichzeitig dem Spieler möglichst viel für sein Geld zu bieten, kommt offenbar der Quadratur des Kreises gleich!

Andererseits wurde aber auch der Ideenmangel der Developer kritisiert. Kann mehr Innovation vielleicht das Ruder vielleicht rumreißen? Ich glaube nicht, obwohl die Feststellung, das stärker auf Althergebrachtes, denn auf frische Ideen gesetzt wird, definitiv richtig ist. Das aber schon seit Jahren! Aber auch hier sind wieder alle gemeinsam schuld, nicht nur die vermeintlich ideenlosen Entwickler. Denn es ist ja nicht so, als wenn nicht immer wieder unermüdliche Optimisten innovative Titel, meist mit großer Mühe und viel persönlichem Einsatz quasi in die Verkaufsregale kämpfen würden, wo sie dann fast immer kläglich an der Verweigerung der Käufer scheitern! Bis zu einem gewissen Punkt, haben wir eben einfach auch nur das Innovationslevel im Spiel, das wir als Spieler verdienen, weil wir mehr mit unserem Geld schlicht und einfach nicht unterstützen! Vielleicht hätten Innovationen es zumindest etwas leichter, wenn die ganze Branche auf ihren qualitativ niedrig angesiedelten Titel-Overkill verzichten würde, der jeden halbwegs denkenden Zocker heute schon im Vorfeld der meisten Spieleverkäufe mit einem gewissen Grundmißstrauen erfüllt. Aber spätestens mit diesem frommen Wunsch ist man dann wieder bei der Quadratur des Kreises angelangt...


Quelle: www.eurogamer.net

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