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Japan: Gebrauchtspiele bleiben legal


1 Bilder Japan: Gebrauchtspiele bleiben legal
Wer regelmässig japanische Importsoftware spielt, dem ist sicher schon mal das kleine "No Resale" Icon auf den Rückseiten der Spieleverpackungen aufgefallen. Seit Jahren versuchen japanische Spielehersteller auf diese Weise, den auch im Mekka der Videogames verbreiteten Wiederverkauf von gebrauchten Games zu verhindern und verklagten immer wieder große Handelsketten, die von dieser Praxis nicht lassen wollten. Nach verschiedenen, einander widersprechenden Gerichtsurteilen unterer Gerichtsinstanzen mussten die Feinde des Second Hand Handels nun vor dem japanischen Supreme Court ihre wohl bisher schwerste Niederlage einstecken. Japans oberstes Gericht erklärte den Handel mit Gebrauchtspielen für legal und sah darin keinerlei Verletzung von Urheberrechten der Hersteller!

Ob mit diesem für die Verbraucher erfreulichen Urteil nun endlich Ruhe herrscht, bleibt aber fraglich. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung haben einige Spieleentwickler in einer Stellungnahme bereits davor gewarnt, daß die Folgen dieses Richterspruchs die gesamte Videospieleindustrie schwächen würden. Darüberhinaus kündigte auch eine Gruppe namens "Association of Copyright for Computer Software", die offenbar ebenfalls verschiedene Spieleentwickler repräsentiert an, den Kampf gegen den Handel mit Gebrauchtspielen auch in Zukunft juristisch weiterführen zu wollen.

HALLofGAMEs Meinung:
Schon als ich das erste Mal auf einem Japan-Import das "No Resale" Item gesehen habe, dachte ich das kann doch nicht wahr sein. Aber leider ist es wahr und wer mal einen tiefen Blick in so manches Booklet hiesiger Veröffentlichung geworfen hat, wird einen ähnlichen Versuch in Richtung Beschneidung der Konsumentenrechte festgestellt haben. Denn dort heisst es auch immer öfter, das man mit dem Erwerb des Spieles nur ein Nutzungsrecht erworben hat, was strengegnommen die Rechtmässigkeit eines Wiederverkaufes ebenfalls ausschliessen würde. Von daher finde ich diese Urteil aus Japan sehr wichtig und erfreulich, denn angesichts der Spielpreise und der leider zu oft auch dürftigen Qualität die man dafür erwirbt, sollte man schon die Möglichkeit haben, sein Spiel auch weiterverkaufen zu können! Sicher stellt sich die ganze Sache bei geistigem Eigentum wie Spielen, Filmen oder Musik etwas anders dar, als z.B. beim Verkauf eines Gebrauchtwagens. Aber wenn der Schutz des geistigen Eigentums zumindest soweit gehen würde, daß man die Verbreitung illegaler Kopien massiv einschränken könnte, wäre das für die Entwickler ein wesentlich größerer Gewinn, als das Verbot des Gebrauchtspielehandels!

Quelle: www.xengamers.com

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