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EA-Chef prophezeit Brancheneinbruch


1 Bilder  EA-Chef prophezeit Brancheneinbruch
John Riccitiello, Präsident des Branchenriesen Electronic Arts hat sich noch gescheut Kollegen und Konkurrenten mit unpopulären Aussagen zu verärgern. Gegenüber dem Branchedienst MCV hat er nun in einem Interview zum Rundumschlag ausgeholt und gleich die ganze Branche aufs Korn genommen. Tenor seiner Aussagen: Allen Wachstums- und Erfolgsmeldungen zum Trotz kommt die nächste Branchenkrise ganz bestimmt. Spätestens im Jahre 2005 wird dann nach fetten Jahren branchenweit wieder Heulen und Zähneklappern herrschen, nachdem junge, erfolgsverwöhnte Manager die Karre gegen die Wand gefahren hätten. Nach Riccitiellos Meinung würden diese in den Boomjahren in trügerische Sicherheit verfallen und bei rauherem Branchenklima dann die Rechnung präsentiert kriegen:
"Und alle, die sich für unbesiegbar gehalten haben, werden wieder baden gehen."

Ob er damit auch Microsoft und seine Konsolenpolitik im Blick hat? Immerhin kriegt auch die XBox anlässlich des Interviews einmal mehr ihr Fett weg. Laut Riccitiello dürfte allenfalls im Heimatmarkt USA auch längerfristig Platz für drei Konsolensysteme sein. Europa und Japan seien dagegen für die Microsoft-Konsole "Wackelkandidaten", da sich hier langfristig nur zwei Systeme durchsetzen würden.
Kritisch sieht er in diesem Zusammenhang auch Microsofts Online-Strategie und lobt stattdessen Konkurrent Sony. Während Sony's Konzept es den Softwarefirmen erlauben würde, selbst in Kontakt zu den Kunden zu treten um mit ihnen Geld zu verdienen, würden bei der XBox alle Fäden bei Microsoft zusammenlaufen. Eine Politik, die bei den Publishern angeblich bereits jetzt für Nervosität sorgt.

HALLofGAMEs Meinung:
Die nächste Flaute kommt bestimmt, da braucht man kein Hellseher zu sein. Im Grunde scheint die Branche auch jetzt schon Rückschläge jederzeit zu erwarten, wenn man sich einmal ansieht, wie die flauen japanischen Verkäufe der letzten Wochen teilweise kommentiert wurden. Gänzlich beiseite wischen sollte man Aussagen vom Electronic Arts Präsidenten dagegen auch nicht, da eine derartige Einstellung aufgrund der Bedeutung seiner Firma sicher nicht wirkungslos bleiben wird. Aber vielleicht nehmen sich die kritisierten Jungmanager das Ganze ja frühzeitig zu Herzen und vermeiden so das unterstellte Fehlverhalten schon im Ansatz. Schließlich hat Riccitiello ja auch nicht immer recht, Sega hat sich z.B. trotz seiner damaligen Attacken und Unkenrufe beeindruckend als systemunabhängiger Spieleentwickler und Publisher durchgesetzt!

Quelle: www.gamefront.de

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