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Slam Tennis im Gamezone-Test


1 Bilder Slam Tennis im Gamezone-Test

Infogrames hat schon vor gut 20 Jahren Tennissimulationen für die damaligen 8Bit-Systeme auf den Markt gebracht. Demnach darf man, angesichts dieser Erfahrung, von ihrem neuesten Produkt "Slam Tennis" auch einiges erwarten, was die spielerische Stärke sowie das Gameplay im allgemeinen betrifft.

Als aller erstes begegnen uns die unglaublich bunten Menüs, in denen man die eigentlichen Optionen, welche in hellblauer Schrift auf dunkelblauen Untergrund dargestellt sind, kaum mehr erkennt, so schrill ist das ganze Erscheinungsbild. Gekrönt wird diese Farbenflut allerdings erst im Game, denn so mancher Court könnte direkt von Mattel für Barbie und Ken designt sein. So viel Rosa und Violett auf einen Schlag sieht man nur selten auf dem Videoschirm, was einen nötigt mindestens zwei Meter Sicherheitsabstand zu nehmen, da ansonsten die Augen zu tränen beginnen. Zum Glück trifft das nicht auf alle Plätze zu, die aber trotzdem alle recht bunt und Kontrastreich gestaltet sind.

Hat man den Farbschock erst einmal überstanden, kann man sich ins Geschehen stürzen, welches zu begeistern weiß. Die Gegner besitzen eine recht hohe KI die dem Spieler keine Fehler verzeiht. "Slam Tennis" richtet sich somit nicht an die Gelegenheitsspieler oder Arcadezocker sondern an die richtigen Tenniscracks. Dies bemerkt man schon an der ausgeklügelten Steuerung, die weit mehr Features bietet als man sie aus vergleichbaren Titeln kennt. Sämtliche Tasten des Joypads sind mit Funktionen belegt, was etwas Einarbeitungszeit benötigt, bei weitem aber nicht so schwer ist wie die Gegner, die einem wirklich alles abverlangen, trotzdem nie unfair sind. Das Gegnerfeld setzt sich dabei aus bekannten Tennisspielern und frei erdachten Charakteren zusammen.

Weniger begeistern kann die Auswahl der verfügbaren Modi, da einem außer den bekannten "Arcade", "Schaukampf" und "Championchip" nur noch die sogenannten "Herausforderungen" geboten werden. Hinter diesen verstecken sich vier Variationen des Singleplayer-Spiels mit Namen "Sand, Sea & Serve", "Crazy Collapsing Columns", "Bubble Bursting Bonanza" und "Rocking Ring Riot". Dabei geht es immer darum irgendwelche Ballons oder Würfel zu treffen, meist unter Zeitdruck. Um die Steuerung kennen zu lernen eigenen sich diese Modi recht gut, lange motivieren aber können sie nicht, trotzdem stellen sie einen netten Bonus dar.
Das dürfte den Entwicklern aber durchaus klar gewesen sein, denn die Stärke dieses Titels liegt definitiv beim Championchip, welches mit einer Spieltiefe aufwartet an der es nichts zu bemängeln gibt. Selbst auf der leichtesten Stufe legen sich die computergesteuerten Spieler voll ins Zeug und lassen keine Chance ungenützt.

Die Soundkulisse kann sich hören lassen, auch wenn sie manchmal etwas ungewohnt klingt, passt sie doch hervorragend zu dem ebenfalls etwas außergewöhnlich präsentierten Spiel.

Die Animationen der Spieler sind sehr gut gelungen und sehen fast schon zu echt aus für die etwas im Comic-Stil gehaltenen Charaktere. So ist man bisweilen erstaunt über den Sprung den der Spieler noch hinlegt um den Ball doch noch zu erwischen, was ihm auch gelingt, wenn möglich. Selbst nach längerem Spiel entdeckt man noch neue Bewegungen oder geben die Spieler noch nicht gehörtes Geächze von sich.
Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Kameraführung, welche im Replay den Bildschirm manchmal in zwei Teile splittet um weder den Ball noch den Spieler aus dem Auge zu verlieren. Ein wirklich gut gemachtes Feature.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Slam Tennis" sieht zwar etwas bunt aus, ist aber eine handfeste Tennissimulation mit enormen Potenzial. Die KI der Spieler dürfte mit zu den härtesten gehören die sich augenblicklich auf dem Markt befinden. Damit kann man "Slam Tennis" all denen empfehlen die genug haben vom Arcade-like Ballgehschubse und stattdessen sich mal richtig ins Zeug legen wollen. Dabei helfen einem die Herausforderungen sich erst einmal an den Level der CPU heranzutasten, denn auf Anhieb dürfte man kaum einen Blumentopf gewinnen.
Slam Tennis (PS2)
  • Singleplayer
  • 8 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 8/10 
    Gameplay 9/10 
Pro & Contra
Sehr starke Gegner-KI bei gleichzeitig recht ausgewogenem Gameplay
ausgeklügeltes Schlagsystem
sehr schöne Animationen
Teilweise extrem bunt
etwas unleserliche Menüs
keine neuen Spielmodi
unbewegliche und flache Zuschauer auf den Rängen
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