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Serious Sam: The Second Encounter - Die Luft ist raus! - Leser-Test von Berte


1 Bilder Serious Sam: The Second Encounter - Die Luft ist raus! - Leser-Test von Berte
Als CROTEAM vor wenigen Jahren SERIOUS SAM herausbrachten, da deutete schon der Anhang THE FIRST ENCOUNTER an, dass es dabei nicht bleiben würde. Das war mir damals gar nicht unrecht, weil ich aufgrund der super aussehenden und flüssigen Grafiken und des Anarcho-Spielprinzips viel Spaß damit hatte. Auch das Ende des ersten Teils war dementsprechend sehr offen gehalten. Sam besiegte den Oberbösewicht und ließ sich sodann in das Raumschiff beamen, welches augenblicklich abhob, um ferne Weiten zu erforschen und dem galaktischen Unrat so richtig den A… zu vermöbeln.

Teil 2 setzt genau an dieser Stelle an. Das Raumschiff will gerade in das Weltall entschwinden, als es mit einer ziemlich skurrilen Touristengruppe kollidiert. Das Schiff stürzt zurück auf den Planeten und erleidet eine Bruchlandung. Also geht's wieder auf Schusters Rappen durch die gefährlichen Tempel und Paläste. Diesmal ist das Ambiente aber nicht mehr ägyptisch, wie im ersten Teil. Stattdessen wirkt alles aztekisch. Meinem Taschencomputer befinden wir uns auch mitten in Südamerika und natürlich sind wir auch in der Zeit ein paar Jahrhunderte weitergereist. Letztendlich hat sich aber am Spielprinzip nicht viel geändert. Noch immer stürmen wahre Gegnerhorden auf mich an und wollen mir ans Leder. Jedes Mal wenn ich glaube das Areal bereinigt zu haben, tauchen neue Gegner aus dem Nichts auf oder brechen Wände, um neues Kanonenfutter auf mich los zu hetzen.

So etwas wie eine Handlung sucht man in diesem Spiel leider vergebens. Über meinen Taschencomputer erfahre ich die wichtigsten Informationen über Umgebung, Gegner oder Waffen und außerdem hat mein kleines Tamagotchi immer einen lustigen Spruch auf den Plastiklippen. Die Handlung sieht folgendermaßen aus: Erkämpfe ein Areal, gehe dann zu nächsten Tür und erfahre den Grund, warum sie verschlossen ist. Dann durchforsche die Nachbarräume und suche nach Schalter oder Ähnlichem. Nebenbei kille die Hundertschaften an Monstern, die dir dieses Unterfangen etwas erschweren wollen. Ist alles erledigt, gehe zum nächsten Raum und wiederhole das Ganze bis zum bitteren Ende. Die Pseudo-Handlung ist bei SERIOUS SAM eher ungewollt. Tatsächlich geht es in diesem Spiel einzig allein um den permanenten Kampf ums Heldendasein. Dabei ist der zweite Teil sogar noch besser als der erste. Gelegentlich sorgen unerwartete Wendungen für Abwechslung (zum Beispiel, wenn ich in einen Raum trete, der keinen Ausgang hat und feststellen muss, dass es stattdessen mehrere Etagen in die Tiefe geht, natürlich erst, wenn ich die aktuelle Etage bereinigt habe), versteckte Secrets oder clever ausgeklügelte Fallen (ein riesiger Saal mit Säulen, in dem außer einem schmalen Lichtgrat völlige Dunkelheit herrscht, ich aber genau die Gegner trappeln höre). Außerdem wurden ein paar lustige Gimmicks eingebaut. So findet man zum Beispiel gelegentlich Telefonzellen, die man benutzen kann (ist nur ein kleiner Scherz ohne Bezug zur Handlung). Insgesamt hab ich den Kampf aber über. Irgendwann sinkt die Motivation immer weiter, da auch das Ambiente nur selten wechselt.
Verschlimmert wird dieser Langweilfaktor durch die Tatsache, dass sowohl Gegner (Riesenskorpione, Harpyien, Kamikazebomber, Feuergolems, schießende Gehirn auf zwei Roboterbeinen, Bullen, die mich auf die Hörner nehmen wollen oder Skelette u.a.) als auch Waffen (Flinten, Revolver, Kettensägen, Snipergewehr, Flammewerfer, Raketenwerfer, Mini-Gun, Laser u.s.w.) gut wie nicht verändert wurden. Wer den ersten Teil kennt, kennt auch den zweiten. Die Auswahl ist dabei auch gar nicht mal so schlecht. Es ist halt nur die gleiche. Und so etwas wie Gegner-KI sucht man sowieso vergebens. Alles was da ist, stürzt sich auf mich.

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