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Sega Rally 2: Arcade goes Console - Leser-Test von Dragon Warrior


1 Bilder Sega Rally 2: Arcade goes Console - Leser-Test von Dragon Warrior
Um es gleich vorwegzunehmen. Sega Rally 2 ist eine der besten Arcade Umsetzungen, die Sega je vorgelegt hat. Grafisch können sich bis heute nur einige Konsolen-Rennspiele messen. Geradezu unglaublich realistische Texturen, natürliche Lichteffekte und Details abseits der Strecken verleihen Sega Rally 2 eine extrem beeindruckende Optik, wie man sie selbst in der Spielhalle nur selten zu Gesicht bekommt, und die sehr nah an dem Original ist. Dazu gesellen sich die zahlreichen neuen Features, die es nur auf der Dreamcast zu bewundern gibt. Sage und schreibe siebzehn Strecken, eine davon ein Testkurs mit Hindernissen in Form von Pylonen, stehen zur Auswahl. Unterschiedliche Witterungsbedienungen und Fahrbahnbeschaffenheiten machen aus jedem Kurs ein Fahrerlebnis mit seinen ganz eigenen Tücken.


Wer sich im 10-Year-Championship-Modus wacker schlägt, wird letztendlich mit 20 verschiedenen Fahrzeugen belohnt, an denen vielfältige Einstellungen, von der Lenkung bis zu den Stoßdämpfern, vorgenommen werden können. Im Splitscreen-Modus muss war auf Computer-Gegner verzichtet werden, doch von technischen Abstrichen bleibt man nahezu verschont. Lobenswert in dieser Beziehung ist wieder der optionale Slower-Car-Boost, der auch bei unterschiedlich starken Konkurrenten spannende Duelle ermöglicht. Allerdings hätte man bei diesem Vorzeigetitel durchaus gegnerische Fahrzeuge bei geteiltem Bildschirm und einen Vierspieler-Splitscreen. Modus erwarten können, wie er beim N64 schon fast Standard, und selbst bei einigen PSX-Titeln zu finden ist. Sicherlich eine Bereicherung ist der Network-Modus, in dem man per Modem gegen bis zu drei Konkurrenten antreten kann. Die Konvertierung zeigt somit zahlreiche neue Features, die den Unterhaltungswert beträchtlich erhöhen.


Am Gameplay ist wenig auszusetzen. Die Steuerung, wahlweise analog oder digital, ist präzise und schnell beherrschbar. Doch Sega Rally 2 hat auch zwei Schwachpunkte aufzuweisen, die im Genre der Rennspiele schwer wiegen. So ist die Framerate keineswegs konstant, so dass sich in engen Kurven, aber auch auf Geraden mit hoher Blicktiefe und somit viele darzustellenden Objekte, Slowdowns bemerkbar machen. Ein Problem dass sich allerdings erst dann als wirklich störend erweist, wenn man an Rekordzeiten arbeitet und die Grafik-Engine an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit treibt. Dann wird man gleichzeitig aber mit der unbestritten höchsten Spielgeschwindigkeit des Genres belohnt. Die winkenden und fotografierenden Zuschauer verschwimmen zu Schemen vor den Augen des Spielers, der sich voll und ganz auf die Strecke konzentrieren muss. Und in eben diesen angespannten Momenten fallen Ruckler, auch wenn sie nur Bruchteile einer Sekunde anhalten, doch auf. Ebenfalls Anlass zur Kritik gibt das extrem unrealistische Kollisionsverhalten der Rallywagen. Prallt man auf ein vorausfahrendes Fahrzeug, wird man nicht gebremst, sondern gleitet ohne erkennbaren Geschwindigkeitsverlust an ihm vorbei. Gewagte Überholungsmanöver auf engen Streckenabschnitten sind somit vollkommen unnötig. Es geht viel einfacher wenn man mit dem Kopf durch die Wand will. Sorry "Service Games", so macht man es nicht! An dieser Stelle kann man einwenden, dass es bei einer Rallye sowieso nicht auf das Überholen ankommt, da die Teilnehmer mit großen Zeitabständen starten und sich auf der Strecke höchst selten begegnen. Ein Umstand, dem bei Codemasters Colin McRae Rally mit dem völligen Verzicht auf Konkurrenzfahrzeuge Rechnung getragen wurde. Diese Lösung ist sicherlich ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei, aber in jedem Fall konsequenter, als Geisterfahrer ins Rennen zu schicken, die stets der Ideallinie folgen und über keinerlei KI verfügen.


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