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Sacrifice: RTS für Fortgeschrittene - Leser-Test von wobber


1 Bilder Sacrifice: RTS für Fortgeschrittene - Leser-Test von wobber
Sacrifice ist aus dem Hause Shiny und daher ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass Sacrifice ein recht ungewöhnliches Spiel ist. Die Erde von Sacrifice ist zerrissen worden, als der Gefallene ein permanentes Dämonentor auf der Erde manifestierte. In dem folgenden Kampf des Schöpfers gegen den Gefallenen unterliegt der Schöpfer und die Erde wird immer unwirklicher. Fünf neue Götter tauchen auf und treten an die Stelle des Schöpfers. Die fünf Götter sind der Gott Charnel, Gott der Zwietracht, Lord des Schlachtens und Herr des Todes, der Gott James, Gott der Erde, die Göttin Persephone, die in Form eines schönen Mädchens für die Essenz des Lebens steht, der Gott Pyro, dem Gott des Feuers und zu guter Letzt noch der Gott Stratos, dem Gott der Lüfte. Jeder dieser Götter will die oberste Gottheit sein, aber da ein direkter Kampf gegeneinander nicht möglich ist, tritt nun der Spieler in Form eines Zauberers auf den Plan um seine Dienste den Göttern anzubieten.

Zu Beginn des Spieles steht der Zauberer mit dem Erzähler auf einem zerstörten Schlachtfeld, wo die Schlacht vor wenigen Augenblicken beendet worden sein muß. Die Beiden unterhalten sich und berichten wie es zu dieser Schlacht kam. Dies ist der Augenblick, wo der Spieler nun selber in Aktion tritt. Er stellt sich bei den Göttern vor und die Götter umwerben den Zauberer. Entscheidet sich der Zauberer für einen der Götter, geht das eigentliche Spiel los und jetzt wird deutlich, wie ungewöhnlich Sacrifice ist.
Man sieht seinem Zauberer in einer aus Tomb Raider bekannten Third-Person-Perspektive über die Schulter in eine atemberaubend schöne Landschaft mit kleinen Hügeln, hohen Bergen, tiefen Tälern und einem wunderschönen Himmel. Dabei verschwinden ferne Objekte nicht in einem Nebel, sondern sind wirklich weithin sichtbar. Stellt man sich auf einen Berg, kann man erkennen, dass die Landschaften nicht unendlich sind, sondern riesige Inseln durch die Lüfte schweben. Bemerkenswert hierbei ist noch, dass selbst auf schwächeren Systemen keine schwerwiegenden Performanceeinbrüche zu bemerken sind.
Hat man sich nun ein wenig umgesehen, sieht man hinter sich einen Altar, der zugleich die Basis für unsere Mission ist. In jeder Mission taucht mindestens ein weiterer Zauberer auf, der für eine andere Gottheit kämpft. Sind mehrere Zauberer unterwegs, sind auch Bündnisse möglich, wenn die Story dies zuläßt. Ziel der einzelnen Missionen ist es, die Karte von fremden Zauberern zu befreien und somit auch den gegnerischen Gott zu vertreiben. Ein Zauberer wird verbannt, wenn sein Altar entweiht wurde, sprich ein gegnerischer Zauberer eine Kreatur auf dessen Altar opfert. Daher ist es auch wichtig für den Schutz des eigenen Altares zu sorgen.
Kämpfe werden nicht direkt (bzw. eher sekundär) mit dem Zauberer ausgetragen, sondern mit Kreaturen, die der Zauberer beschwören kann. Diese Kreaturen sind von Gottheit zu Gottheit verschieden, aber lassen sich in drei Klassen aufteilen: Nahkampf-Bodentruppen, Fernkampf-Bodentruppen mit der Möglichkeit fliegende Einheiten unter Beschuß zu nehmen und Lufteinheiten. Diese drei Klassen gibt es dann jeweils in verschiedenen Stärken, Größen und mit zusätzlichen Zaubermöglichkeiten. Um diese Kreaturen zu beschwören sind Seelen und Mana notwendig. Jeder Zauberer hat zu Beginn ein bestimmtes Kontingent an Seelen. Stirbt eine Kreatur, wird ihre Seele freigesetzt, die der Spieler einsammeln kann um daraus dann neue Kreaturen zu schaffen. Seelen gegnerischer Einheiten müssen aber erst konvertiert werden, um schließlich dem eigenen Seelenpool zugeführt werden zu können. Spätestens jetzt wird deutlich, dass Sacrifice nicht wirklich ein Ballerspiel ist, sondern ein Echtzeitstrategiespiel ist.
Neben den Kampfeinheiten gibt es noch kleine Helfershelfer, die sich darum kümmern, dass der Zauberer immer mit Mana versorgt wird. Je mehr dieser Helfer um den Zauberer herumwuseln, desto schneller regeneriert sich das Mana, aber jeder dieser Helfer kostet auch eine Seele, die man vielleicht besser in eine Kampfeinheit steckt. Zusätzlich zu den Altären gibt es noch Manabrunnen, die nötig sind um Mana zu ziehen. Um Manabrunnen für andere Zauberer unbrauchbar zu machen, muß ein Manalith auf dem Brunnen errichtet werden, später sind auch Schreine möglich, die zudem als Vorposten zum Seelensammeln dienen. Um die Gebäude vor Zerstörung zu schützen, lassen sich Kreaturen an diese anbinden. Ist eine Kreatur an einen Brunnen gebunden, wird sie auch gleichzeitig von ihm stetig geheilt, so dass wenige Kreaturen schon ausreichen um sich gegen eine Überzahl zu behaupten. Zudem kann der Zauberer mit einigen Zaubersprüchen ins Geschehen eingreifen und seine Truppen unterstützen. Ein Kampf Zauberer gegen Kreaturen geht meist zu Ungunsten des Zauberers aus. Stirbt der, wird seine Seele zu seinem Altar gebracht, wo er dann wiederbelebt wird.
Kreaturen können in Gruppen zusammengefaßt werden und so dann auch leichter zu steuern. Man kann Gruppen auch als Leibwache für eine andere Gruppe oder einzelne Kreatur aussenden. So kann man einer großen und starken Kreatur den Befehl geben etwas anzugreifen oder einen bestimmten Punkt zu besetzen und eine Gruppe weiterer Kreaturen begleitet sie dann.
Nach einer erfolgreichen Schlacht, landet man wieder bei den Göttern und man kann sich wieder entscheiden für wen man nun kämpfen will. Kämpft man zu oft gegen einen bestimmten Gott, wird dieser verschmähte Gott nicht mehr zu sprechen sein und es kann auch passieren, dass man irgendwann nur noch einem Gott dienen darf. Dadurch läuft eine Kampagne nicht linear und bietet somit einen hohen Reiz es mehrmals zu spielen.

Sacrifice ist ungewöhnlich und bietet neben der schönen Grafik ein ungewohnt zu steuerndes Echtzeitstrategiespiel. Die Tastatur als Hilfsinstrument zu benutzen ist unbedingt erforderlich um Erfolg zu haben. Durch die ungewöhnliche Perspektive ist ein schneller Zugriff auf seine Einheiten oder die Zauber anders kaum möglich. Die Kämpfe zwischen den Kreaturen sind auch nicht gerade einfach. Es dauert seine Zeit, bis man raus hat, welche Kreaturen gegenüber anderen einen Vorteil besitzt. Sacrifice ist keine leichte Kost, auch wenn die Kreaturen teilweise recht knuddelig und niedlich wirken. Um Spaß an diesem Spiel zu haben, ist eine gewisse Einarbeitungszeit notwendig.

Negative Aspekte:
schwerer Einstieg, teils hoher Frustfaktor

Positive Aspekte:
Grafik, Spielidee

Infos zur Spielzeit:
wobber hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    wobber
  • 8.8%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 9/10
    Steuerung: 8/10
    Sound: 9/10
    Atmosphäre: 9/10
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