Login
Passwort vergessen?
Registrieren

SOS - The Final Escape im Gamezone-Test


1 Bilder SOS - The Final Escape im Gamezone-Test

Im Jahre 2001 beginnt die Weltregierung mit dem Bau einer gigantischen künstlichen Insel. Neue Technologien ermöglichen Erdbewegungen in nie gekanntem Ausmaß. Um der Welt zu demonstrieren wie weit fortgeschritten diese Technik bereits ist, verlegt man die halbe Regierung auf die künstliche Insel und tauft sie auf den Namen Capital City. Mit diesem größten je von Menschenhand geschaffenem Bauwerk will man der ganzen Welt demonstrieren wie weit fortgeschritten man bereits ist, selbstverständlich mit dem Hintergedanken weitere Aufträge an Land zu ziehen.

Inzwischen sind vier Jahre vergangen und unser Protagonist ist auf dem Weg nach Capital City um seine neue Arbeitstelle als Lokalreporter anzutreten. Verträumt sitzt er im Nahverkehrszug und schaut den Tauben nach die sich auf die Pfeiler der Brücke niederlassen welche direkt in die Stadt führt. Nie hätte er sich träumen lassen, dass der Augenblick der sein Leben verändern sollte so nah ist. Er konnte sich im Nachhinein auch nicht mehr erinnern, wie es eigentlich zu dem Erdbeben kam, nur der Staub und die Trümmer bei seinem Erwachen sind ihm im Gedächtnis haften geblieben. Nur mit den Kleidern die er am Leib trug bewaffnet, erwacht er in der umgestürzten Bahn und sucht sich einen Weg nach Außen.

Der ideale Zeitpunkt um die Steuerung an den Spieler zu übergeben, welcher sich mitten auf der halb eingestürzten Brücke wiederfindet. Wie sich herausstellt, wird das Land noch von den Nachbeben heimgesucht und der Weg auf die Insel ist voller Gefahren. Es wollen schmale Träger überquert werden genauso wie wackelige Untergründe und manchmal muss man sich auch durch gefährliche Löcher kriechen oder sich irgendwo abseilen um sein Ziel zu erreichen. Bebt die Erde sucht man sich am besten den schnellsten Weg ins Freie, zumindest aber geht man in die gelernte Schutzposition um zu verhindern sich zu verletzen, denn jeder Sturz wird aufgezeichnet und fließt in die Gesamtwertung mit ein. Um sich zu schützen findet man im Laufe des Games diverse Schutzkleidung und auch einen Helm, sowie eine Sonnenbrille und verschiedene Werkzeuge zum Knacken von Türen oder zum beseitigen von Hindernissen. Als erstes setzen wir allerdings ein Seil ein, mit welchem wir ein junges Mädchen aus einem Eisenbahnwagon retten und so unsere erste Begleitung erhalten. Das Gameplay erinnert also mehr an ein Action-Adventure der üblichen Sorte als an einen Erdbebensimulator. Trotzdem kann man sich über den Mangel an Innovation nicht beschweren, denn die Situation nach einem Erdbeben stellt schon etwas besonderes dar und erzeugt eine ganz eigene Art von Spannung. Denn der Feind lauert nicht in Form irgendwelcher Feinde oder Zombies auf den Spieler, sondern in ganz alltäglichen Dingen und Situationen. Als braver Japan-Fan ist einem die Schutzhaltung bereits bekannt, in die man geht sobald sich die Erde bewegt. Eine der wichtigsten Bewegungen in dem Spiel, vor allem wenn man sich in geschlossenen Räumen oder unter Bauwerken, wie einer Brücke, befindet. Doch auch Hochhäuser können gefährlich werden, wenn sich Teile des Daches lösen und herabstürzen. Allerdings ist der Kampf gegen die Naturgewalt nicht das einzige mit dem unser Hauptdarsteller zu kämpfen hat, denn irgendetwas scheint nicht ganz zu stimmen. Wenn die Datumsanzeige auf seiner Uhr richtig ist, dann nämlich war das Erdbeben bereits gestern. Das ist kaum möglich, oder war er tatsächlich einen ganzen Tag bewusstlos? Ebenso ergeht es seiner Begleitung, welche anhand ihres Flugtickets genau feststellen kann, dass ihr Flug nicht gestern sondern bereits vorgestern startete. Es verspricht also eine spannende Geschichte zu werden, bis wir alle Geheimnisse von Capital City aufgedeckt und den Grund für das Erdbeben erfahren werden.

Die Grafik siedelt sich im mittleren Bereich dessen an zu was die Playstation2 in der Lage ist. Des öfteren tauchen Klippingfehler auf und die verwendeten Lichteffekte geben keine besonders gute Figur ab. So wirkt der schein des Feuerzeuges einfach wie eine runde Scheibe an der Wand und nicht wie eine Lichtquelle. Die Charaktere sind ebenfalls mehr funktionell als hübsch gestaltet. Dies äußert sich in eckigen Armen, welche oft ganz schlimme Einbuchtungen bekommen wenn sich die Charaktere strecken, oder in etwas maschinellen Animationen die nicht besonders gut ineinander überlaufen. Dafür sind die Level ausreichend detailliert um genug fürs Auge zu bieten. Bemängeln darf man die Kameraführung, die sich jede Einmischung in ihre Arbeit verbietet und uns so oft Ausschnitte präsentiert die kein Mensch braucht.

Die Soundkulisse zum Game gibt sich recht ruhig und kommt fast komplett ohne musikalische Unterstützung aus. Meist bewegt man sich im Stillen durch die zerstörte Stadt und vernimmt nur ein leises Säuseln der Luft, welches sich verstärkt je höher unsere Position ist. Dies ist für das Gameplay aber auch sehr wichtig, denn mitunter müssen wir Personen suchen deren Stimme wir leise irgendwo vernahmen, doch auch andere Geräusche weisen den Spieler mitunter auf wichtige Gegebenheiten hin. Schade nur, dass die Konversation zwischen den Charakteren nur teilweise synchronisiert wurde, oft gibt es nur den Untertitel zu lesen und nur manchmal hört man die Charaktere auch sprechen. Dafür kann man sich die Untertitel in Deutsch, Englisch und Französisch einblenden lassen.

  • Peter Grubmair"-"
  • "SOS - The Final Escape" ist ein Adventure der anderen Art, das man durchaus als gelungen bezeichnen darf. Die Situation nach dem Erdbeben schafft es tatsächlich eine ganz eigene Atmosphäre voller Spannung aufzubauen, die völlig ohne Gewalt und Blut auskommt. Der Spieler wird angeleitet sich die Umwelt genau anzusehen, um Chancen zu erkennen oder Gefahren zu umgehen. Ganz spielerisch erfährt man wie ungeschickt es ist nach einem Beben einen Aufzug zu benutzen oder sich unter einer Brücke zu verstecken. Sobald die Erde bebt geht man in die Schutzhaltung um sich nicht zu verletzen und in der unheimlichen Stille freut man sich über jeden menschlichen Laut. Durch das hinzukommen des seltsamen Umstandes der Zeitverschiebung wird das Spannungselement geschickt erweitert und sorgt für weitere Motivation auch noch das nächste Kapitel zu spielen. Sieht man also von der eher mittelprächtigen Grafik ab, erhält man mit diesem Titel ein Action-Adventure der ganz besonderen Art, prädestiniert für lange Winterabende.
SOS - The Final Escape (PS2)
  • Singleplayer
  • 7 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 6/10 
    Sound 6/10 
    Steuerung 8/10 
    Gameplay 8/10 
Pro & Contra
Einmalige spannungsgeladenes Action-Adventure der besonderen Art
Nur mittelprächtige Grafik und ungünstige Kameraführung
e_gz_ArticlePage_Default