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Runaway: A Road Adventure im Gamezone-Test


1 Bilder Runaway: A Road Adventure im Gamezone-Test

Sie sterben eben doch noch nicht aus, die klassischen Point & Click-Adventures. Sich streng an die Restriktionen eines 2D-Adventures haltend, kommt "Runaway" mit einer grafischen Präsentation daher die sich vor einem Comic nicht verstecken muss, so detailliert und mit hervorragenden Animationen ausgestattet wurde es umgesetzt. Lediglich die Charaktere selbst wurde im Studio als 3D-Model berechnet um dann ins Spiel Einzug zu finden. Doch worum geht es in diesem Titel überhaupt?

Brian Brasco, ein durchschnittlicher Typ der in einem Vorort von New York wohnt, wollte eigentlich nur zur Bücherei um seine Bestellung abzuholen. Wäre im klar gewesen was auf ihn zukommt, wäre er sicher Zuhause geblieben. So aber passierte etwas, das Brian's Leben total auf den Kopf stellen sollte. Vorerst allerdings stellte sich Gina auf den Kopf, und zwar genau vor seinem Auto. Klar, dass sie so bewusstlos am Boden liegend den Samariter in Brian weckt, der sich des hübschen Mädchens annimmt und sie ins Krankenhaus bringt. Dort erfährt er von ihr, dass ihr Vater von der Mafia getötet wurde, obwohl sie sich nicht erklären kann warum. Ganz offensichtlich aber spielt ein kleines Kruzifix dabei eine große Rolle, welches sich noch in ihrem Besitz befindet. Das erinnert uns doch stark an die Worte des Mafiosi Sandretti: "Alles ist etwas verwirrend. Aber wenn man es vereinfacht sieht, kann man es besser verstehen. Ich habe meine Feinde vereinfacht und sehe jetzt alles klarer. Die vielen Gliedmaßen haben nur gestört." Da halten wir uns doch lieber an Fjodor, der uns mit den Worten "Haben Sie einen Plan? Ausgezeichnet, ich habe die Magnum." begrüßt und damit unmissverständlich klar macht wie er im Normalfall Probleme löst. Derweil hat doch alles so friedlich begonnen, mit einer schlafenden Gina im Krankenhausbett und dem Kopf eines Anatomiemodels aus der Besenkammer. Vielleicht hätte er doch nicht die Sprinkleranlage auslösen sollen, oder warum merke ich erst jetzt, dass schwimmender Alkohol brennen kann?

Ihr seht schon, die Story zum Road Adventure "Runaway" wurde in bester LucasArts Manier, mit viel Sarkasmus und Witz umgesetzt. Schon das Studium des Handbuchs sorgt für manche Träne im Augenwinkel, so herrlich wird die Vorgeschichte und die Charaktere erläutert. Dieser Stil setzt sich im Game nahtlos fort, welches gespickt ist mit Wortwitz und sich selbst nie so ganz ernst nimmt. Da könnte man den überhaupt nicht leichten Schwierigkeitsgrad übersehen, der dafür sorgt, dass man die Story nicht zu schnell erlebt. Allerdings sind die Rätsel allesamt mit dem normalen Menschenverstand zu lösen, so dass blindes Kombinieren aller eingesammelten Gegenstände nicht nötig ist, wie man es aus anderen Genrevertretern her kennt.
Allerdings darf man nicht unter den Tisch kehren, dass das Game anscheinend mit einigen Skriptproblemen zu kämpfen hat, denn nach dem Laden eines Spielstandes passieren in seltenen Fällen ganz komische Dinge. So beginnt unser Hauptdarsteller mitunter Gespräche in fremder Sprache auszuplaudern die überhaupt noch nicht stattgefunden haben, woraufhin auch der Spielfortschritt nicht mehr richtig verwaltet wird. Da hilft nur noch ein erneutes Laden des Spielstandes, woraufhin normalerweise alles wieder seinen geregelten Gang geht. Dieses Problem wird hoffentlich von einem bald erscheinenden Patch behoben, denn das Game ist viel zu gut um es mit solchen Unschönheiten geschmückt zu lassen. So nebenbei passiert es beim Wechsel der Lokalitäten schon mal, dass man sich auf dem Desktop wiederfindet.

Die Grafik weiß ebenfalls zu gefallen und der Comicstil wird über das ganze Game hin konsequent und in gleich hoher Qualität fortgeführt. Dabei bewegen wir uns Grundsätzlich in einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel bei 16Bit Farbtiefe mit der maximal verfügbaren Bildwiederholfrequenz. Allerdings fiel uns auf, dass die Grafik, obwohl das Game knapp zwei Gigabyte auf der Platte belegt, etwas zu stark komprimiert wurde, denn die InGame Grafik erreicht nicht ganz die Qualität der auf der Homepage veröffentlichten Screenshots.

Die Soundkulisse hingegen hat eine Spitzenwertung mehr als verdient. Schon im Intro werden wir von einem speziell für das Game komponierte Stück empfangen, welches sogar einem Kinofilm gut zu Gesicht stünde. Diese hohe Qualität des Sounds reicht von den Musikstücken bis hin zu der hervorragenden deutschen Synchronisation, die man sich so in manch anderem Titel wünschen würde. Da kann man über die nicht ganz lippensynchronen Gesprächen wohlwollend hinwegsehen.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Runaway" ist ein sehr gut gelungenes Point & Click-Adventure in bekannter Manier aber kein wenig altbacken. Freunde dieses Genres, die auch mal über sich selbst lachen können, werden mit diesem Titel mehr als zufrieden sein, denn die Story und ihre Darsteller verstehen es einen von der ersten Minute an zu fesseln. Dabei geht es, trotz des düsteren Hintergrunds recht gewaltfrei und zivilisiert zu, womit das Game auch bedenkenlos den jüngeren Adventurefreaks zugänglich gemacht werden kann. Der Schwierigkeitsgrad hat die goldene Mitte gut getroffen, die Rätsel sind nicht zu leicht aber auch nicht unlogisch und zu schwer, ganz im Gegenteil hat man sich bei ihnen offensichtlich genauso viel Mühe gegeben wie beim Rest des Games.
Runaway: A Road Adventure (PC)
  • Singleplayer
  • 8,3 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 8/10 
    Sound 9/10 
    Steuerung 8/10 
    Gameplay 8/10 
Pro & Contra
Angenehm bissiger Sarkasmus
nett anzusehender Comicstil und hervorragende Soundkulisse
Leichte technische Probleme mit den Speicherständen oder den Skripts(?)
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