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Run Like Hell im Gamezone-Test


1 Bilder Run Like Hell im Gamezone-Test

Auf dem Weg zu seiner neuen Dienststelle auf der Weltraum-Minenstation Forsetti, beginnt das Leben des Soldaten Nick Conner eine jähe Wendung zu nehmen. Bereits beim Anflug beschleicht ihn ein seltsames Gefühl, da die Anflugkontrolle seinen Funkspruch nicht erwidert. Zusammen mit seiner weiblichen Begleitung beschließ er trotzdem an der Station anzudocken. Hätte er vorher gewusst, was in dort erwartet, wäre er inzwischen schon längst wieder Zuhause. So aber beginnt der größte Albtraum seines Lebens, denn die Station wurde von außerirdischen Aliens besetzt, die inzwischen den Großteil der Mannschaft niedergemetzelt haben. Kaum hat er an der Station angelegt, werden sie auch schon vom ersten Alien angegriffen, welches seiner Begleitung ohne jegliche Gefühlsregung den Kopf abbeißt.

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel und lenken ab sofort die Geschicke von Nick Conner, dessen Ziel es ist möglichst viele Menschen von der Station zu retten und daraufhin die Flucht von der Station zu organisieren. Unseren Charakter steuern wir dabei aus der bekannten 3rd-Person Perspektive, unterstützt von einer sehr schnellen Zielautomatik und mit einem gigantischen Inventory ausgestattet. Dies ist auch bitter nötig, denn was es auf dieser Station alles zu sammeln und Kombinieren gibt lässt einen mitunter schon etwas die Übersicht verlieren. So kann jede Waffe mit den diversesten Sachen aufgerüstet werden, wie elektronischen Zielsystemen oder durchschlagskräftigerer Munition.

So ausgestattet begeben wir uns, meist ziemlich im Dunkeln, auf die Jagd nach den Aliens. Dabei versucht die gute Zielautomatik auszubessern was die misslungene Kameraführung versaut. So kann man diese zwar mit den Schultertasten frei drehen, allerdings zentriert sie sich nach wenigen Augenblicken wieder von selbst hinter den Charakter, was in der Hitze des Gefechts einem Todesurteil gleichkommt. Die fiesen Aliens sehen nämlich nicht ein einfach umzufallen, ganz im Gegenteil stehen sie wieder auf und attackieren erneut. Dafür kann man dank der Zielautomatik auch während des Feuergefechts seine Position ändern oder ein anderes Ziel aufnehmen, was in den engen Gängen der Raumstation auch unbedingt nötig ist. Sind wir nicht gerade mit dem töten der Außerirdischen beschäftigt, suchen wir meist die Teile eines Türcodes zusammen, aktivieren irgendwelche Reaktoren oder deaktivieren Kraftfelder. Insgesamt sieben Kapitel wollen so abgearbeitet werden bis man endlich die Station verlassen kann. Bis dahin hat man dann aber so ca. 30 Stunden Spielzeit hinter sich, denn die Kapitel sind nicht die kleinsten. Dazwischen gibt es viele Videosequenzen in InGame-Grafik, die nicht nur wegen ihrer guten grafischen Qualität auffallen, sondern auch wegen der professionellen Synchronisation der Charaktere, für die niemand geringeres als Clancy Brown und Lance Henrikson ihre Stimmen hergegeben haben.

Grafisch muss sich RLH nicht verstecken. Auch wenn sich vieles im Dunkeln abspielt, erkennt man doch die Detailverliebtheit und den hohen Widererkennungswert der einzelnen Lokalitäten. Die Charaktere sind gut animiert, wenn auch etwas eckig geraten. Dafür ist die Mimik sehr gut gelungen, denn selten hat man solch ängstliche Gesichter in einem Computerspiel gesehen.

Wirklich begeistern allerdings kann erst die Soundkulisse, die neben dem bombastischen Kampflärm mit einem Soundtrack aufwartet den man besser kaum mehr hinbekommt. Wie im Kinoklassiker "Alien" begleiten uns nervöse Streicher, Steeldrums und Paukenschläge aller erster Güte, die noch dazu wunderbar inszeniert wurden.

Die Steuerung hingegen ist sicherlich nicht schlecht, allerdings auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. So kämpft sie mit dem bekannten Problem dynamischer Kameras, dass sich mit der Kamera auch die Steuerrichtung dreht, womit man gezwungen ist die Laufrichtung ständig zu korrigieren. Dazu gesellt sich das ständige zurücksetzen der Kameraposition, welche die manuelle Steuerung dieser fast überflüssig macht. Dafür ist die Engine so zuvorkommend, dass sie einen keine Abgründe hinabfallen lässt, sondern die Figur an der Kante stehen bleibt.

Trotz der grafischen und soundtechnischen Highlights entpuppt sich das Gameplay nur als durchschnittlich, da man im Laufe des Games eigentlich immer das Gleiche macht. Aliens metzeln und Codes suchen um die nächste Türe oder das nächste Kraftfeld durchschreiten zu können. Dazwischen gibt es viele Cutscenes, welche die Story vorantreiben. Ab und zu wird man noch mit kurzen Aktioneinlagen belohnt, welche man vom System her mit den Quick-Time-Events aus ShenMue vergleichen könnte. Gleich zu Beginn des Spieles begegnet uns solch eine Szene, in der wir vor einem Alien flüchten und im richtigen Moment die richtige Ausweichtaste drücken müssen um dem Alien noch rechtzeitig zu entkommen.

  • Peter Grubmair"-"
  • RLH versteht es eine herrlich gruselige Atmosphäre aufzubauen. Getragen von den dunklen Räumen und der stimmigen Musik kann man so innerhalb kürzester Zeit im Spieluniversum versinken und die klaustrophobische Angst der Besatzung erleben. Allerdings stellt sich schon ziemlich bald ein bitterer Widerholungseffekt ein, wenn man sich abermals auf die Suche nach dem versteckten Zugangscode oder ähnlichem machen muss, fragt man sich schon ob die Entwickler hier nicht etwas mehr Abwechslung ins Spiel bringen konnten. Dafür werden einem gut 30 Stunden Spielspaß, bekannte Synchronstimmen, ein hervorragender Soundtrack und hochdetaillierte Level geboten die meisterhaft zu einem gruseligem Ganzen kombiniert wurden.
Run Like Hell (PS2)
  • Singleplayer
  • 7 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 7/10 
    Sound 8/10 
    Steuerung 6/10 
    Gameplay 7/10 
Pro & Contra
Die gute Inszenierung der Lichteffekte und des Soundtracks erzeugt eine herrliche gruselige Stimmung
Die Kamera zentriert sich trotz manueller Steuerung immer hinter dem Charakter
Das Gameplay bietet nicht allzu viel Abwechslung
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