Login
Passwort vergessen?
Registrieren

Ring of Red: Battletech im 20. Jahrhundert - Leser-Test von scoopexx


1 Bilder Ring of Red: Battletech im 20. Jahrhundert - Leser-Test von scoopexx
Die Geschichte des zweiten Weltkriegs wird in Ring of Red neu geschrieben. Die Japaner wurden nicht durch amerikanische Atombomben, sondern durch russische Streitkräfte geschlagen. Als Folge fiel die nördliche Insel Hokkaido an die Sowjets und die Hauptinsel Honshu wurde zweigeteilt in Nordjapan und das technisch weiter entwickelte Südjapan - also eine ähnliche Situation, wie heute in Korea. Daraus folgten in den 50er und 60er Jahren Konflikte, die nicht mit den uns bekannten Waffen, sondern mit Walkern gelöst werden. Bei den Walkern handelt es sich um motorisierte, zwei- oder vierbeinige Kampfmaschinen, die in dem ebenfalls im 2. WK unterlegenen Nachkriegsdeutschland, Amerika und Japan hergestellt werden. Dadurch ändert sich natürlich einiges auf dem Schlachtfeld: Panzer wurden komplett ersetzt und ein Walker befindet sich immer in Begleitung von drei Trupps Fußsoldaten, die technische Unterstützung geben oder selbst den Feind angreifen.
Man selbst übernimmt die Kontrolle von "Streifen", einer kleinen südjapanischen Walkereinheit, die in feindliches nordjapanisches Territorium eindringt, um dort mal kräftig aufzuräumen. Alle Mitglieder von Streifen sind endlos bescheuert und dürfen sich eigentlich nur Eliteeinheit nennen, weil die Feinde aus Nordjapan mindestens ebenso beknackt sind.

Woran man das erkennt? An den miesen Dialogen, die den eigentlich ganz interessanten Storyansatz komplett vermurksen.

Ein paar Beispiele? Die Einheit kam zu ihrem Namen, weil Streifen ja auf deutsch für "umherstreifen" stehe. Dass das eine ziemlich bescheuerte Erklärung ist und dass Streifen genauso gut für Bremsstreifen stehen kann, hat den Übersetzern wohl niemand gesagt. Auch sonst haben die Entwickler sich vielleicht für das falsche Übersetzungsstudio entschieden. Die Charaktere trumpfen mit Sätzen wie "Ein Sturm wird kommen und Sie von Dannen fegen. Ich bin so stark! " auf. Noch dämlichere und zusammenhanglosere Dialoge gab es eigentlich nur noch bei Bangai-O! auf der Dreamcast. Das ist eigentlich recht schade, denn gute Ansätze sind allemal vorhanden.

Man blickt im eigentlichen Spiel direkt von oben auf ein Spielfeld, ähnlich dem von z. B. Advanced Wars auf dem GBA oder Dino Wars auf dem Amiga und kann so seine Einheiten umherbewegen. Jede Einheit bewegt sich oder kämpft und ist zu einer bestimmten Tageszeit wieder an der Reihe. Somit hat nicht jeder Spieler eine Runde, in der er alle Einheiten ziehen kann, sondern gegnerische Einheiten und eigene ziehen durcheinander. Das bringt Ring of Red etwas näher an Echtzeitstrategie heran. Eine Besonderheit dieses Spiels ist, dass die Kämpfe nicht automatisch ausgetragen werden, sondern dass man direkt den Kampf beeinflussen kann, indem man seinen eigenen Walker und die dazugehörige Infanterie steuern kann. Beide sind in verschiedene Klassen unterteilt. Die eine Infanterie ist besonders gut im Kampf mit anderen Walkern, eine andere Klasse hilft besonders gut bei Reparaturen auf dem Schlachtfeld. Ebenso sind die Walker unterteilt: Die leichten sind schwach im Fernkampf und wegen fehlender Arme auch im Nahkampf, dafür jedoch auf normale Entfernung gut zu gebrauchen und schnell. Vierbeinige Walker sind langsam, können jedoch auf weite Entfernung mit ihren riesigen Geschützen so ziemlich alles auseinandernehmen. Außerdem besitzt jeder Walkerführer über ein Repertoire aus 3 verschiedenen "maximalen Angriffen", die sich im Laufe des Spiels entwickeln.

e_gz_ArticlePage_Default