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VUD: Anteil der Gewaltspiele liegt nur bei 3%


1 Bilder VUD: Anteil der Gewaltspiele liegt nur bei 3%
Wenn man sich die derzeit auf Hochtouren laufende Diskussion um Spiele bei denen gewalttätige Inhalte explizit im Vordergrund stehen anhört, könnte man fast den Eindruck gewinnen, es würde kaum etwas anderes mehr mehr gespielt. Das die Realität anders aussieht, darauf wies heute der Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD), die hiesige Interessenvertretung der Entwickler, Hersteller und Distributoren von Unterhaltungssoftware hin. Hermann Achilles, Vorsitzender des VUD äusserte sich zwar angesichts der aktuellen Ereignisse verständnisvoll zur emotional geführten Diskussion, wies aber gleichzeitig darauf hin, wie schmall das Segment der beanstandeten Spiele tatsächlich nur ist! Gemessen an den insgesamt veröffentlichten Titeln, sind demnach gerade einmal 3% aller Games dem eigentlich in Frage stehenden Bereich zuzuordnen.

Ein Umstand, der nach Meinung des VUD in der aktuellen Diskussion leider keinen Niederschlag findet. Im Rahmen der polemischen Auseinandersetzung mit dem Thema, wird die Tatsache, das die überwältigende Mehrheit der veröffentlichten Spiele keinen Anlass zur Kritik bietet schlichtweg unterschlagen! Zudem weist Achilles angesichts der vielstimmigen Forderungen nach staatlicher Regulation darauf hin, das selbst die 3% der Spiele, die offensichtlich in die beanstandete Kategorie "Gewaltspiele" fallen, nicht gegen geltendes Strafrecht verstossen (was eine Veröffentlichung nämlich schon im Vorfeld unmöglich machen würde). Ob und inwieweit als Reaktion auf Ereignisse in Erfurt die entsprechenden Gesetze geändert werden müssen, sollte man mit Bedacht prüfen. Schließlich würde eine deutlich ausgeweitete Indizierungspraxis nicht ausschließlich nur positv wirken, sondern die ganze Problematik gleichzeitig auch verstärkt in die Illegalität treiben und damit schwerer greifbar machen. Auch der vorliegende Fall hätte nach Meinung des VUD auf diese Weise sehr wahrscheinlich nicht verhindert werden können, da ein 19jähriger und damit volljähriger Bürger jederzeit auch weiterhin Zugriff auf indizierte Spiele gehabt hätte!

HALLofGAMEs Meinung:
Im Prinzip begrüsse ich die Äusserungen des VUD, denn es tut wirklich not auch einmal auf die schweigende Mehrheit der Spiele zu verweisen, in denen man alles andere macht, als das Töten von Menschen zu trainieren. Leider wird die Reaktion des VUD wohl nicht lange ohne Kritik bleiben und das sogar zu Recht! Den mit der konkreten Angabe von 3% hat der VUD natürlich jedem Kritiker seiner Position eine unnötige Steilvorlage ohne Gleichen geliefert. Denn auch wenn man anhand der verfügbaren Spieletitel vielleicht auf einen explizit gewalttätigen Anteil von nur 3% kommen mag, dürfte die Sache in Punkto Verkaufszahlen schon wesentlich anders aussehen! Laut den VUD eigenen Charts für April lagen z.B. im PC Bereich die Spiele C&C Renegade und Medal of Honor: Allied Assault auf den ersten beiden Plätzen und auf den Plätzen 1 und 12 fanden sich die Titel Return to Castle Wolfenstein (dt. Version) und Operation Flashpoint wieder. Zweifellos bleiben diese veir Titel in der Top 30 von April immer noch deulich in der Minderheit, aber für etwas mehr als 3% Marktanteil dürfte es wohl allemal gereicht haben!

Ich hätte es für besser befunden, gleich über Marktanteile zu sprechen. Diese mögen zwar entschieden höher ausfallen, sind aber sicher immer noch wesentlich geringer als die Anteile der nicht zu beanstandenen Spiele! Und damit hätte man sich dann im zweifelsfall auch ein peinliches Zurückrudern ersparen können, das unweigerlich folgen wird, wenn die Kritiker der vermeintlich schädlichen interaktiven Medien erstmal das VUD Statement gründlich hinterfragt haben!

Quelle: www.mediabiz.de

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