Login
Passwort vergessen?
Registrieren

USA : The Protect Children from Video Game Sex and Violence Act of 2002


1 Bilder USA : The Protect Children from Video Game Sex and Violence Act of 2002
Nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA verschärft sich die Diskussion, um die Frage, ob Computerspiele mit übermäßiger Gewaltdarstellung in die Hände minderjähriger Kinder gehören. Der kalifornische Repräsentant Joe Baca hat jetzt ein Gesetz im US-Kongress eingebracht, das den Verkauf oder die Vermietung brutaler Computerspiele an Minderjährige unter Strafe stellen soll. Der " Protect Children from Video Game Sex and Violence Act of 2002" (übersetzt etwa: Gesetz zum Schutz von Kindern vor Spielen mit Gewaltdarstellung und Pornografie von 2002) würde alle Spiele betreffen, die Enthauptungen, Verstümmelungen oder das Töten von Menschen mit todbringenden Waffen oder durch bloßen Faustkampf darstellen. Auch Spiele, die sich mit Raub, Entführungen, Autodiebstahl und sonstiger übermäßiger Gewaltdarstellung befassen, wären von dem Gesetz betroffen. Dieser Gesetzesantrag wird zur Zeit von 21 weiteren Repräsentanten im Kongress unterstützt. Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz sollen zunächst mit Strafen bis zu 1.000 US-$ geahndet werden, im Wiederholungsfall sind es bis zu 5.000 US-$ und bis zu 90 Tage Haftstrafe.

Dieses Gesetz würde auch in den USA nahezu alle Ego-Shooter aus dem Markt katapultieren, ebenso aber auch Titel wie "Grand Theft Auto 3". "Wenn Kinder Computergames spielen, nehmen sie die Identität der Charaktere im Spiel an, und einige dieser Spielfiguren sind Mörder, Diebe, Drogendealer und Prostituierte", sagte Baca in einer Pressemitteilung. "Wollen Sie wirklich das Ihre Kinder in die Rolle eines Massenmörders oder eines Autodiebes schlüpfen, während Sie selbst zur Arbeit gehen? "

Auch andere Regierungsstellen in den USA befassen sich zur Zeit mit der Thematik "Kinder und Computerspiele". Die US Federal Trade Comission (FTC) wird im Juni einen Bericht veröffentlichen, in dem über die Verkäufe an Jugendliche und über die Werbung für Spiele mit Gewaltdarstellungen berichtet wird.

Anscheinend wacht auch die US-Spiele-Industrie jetzt auf: Auf einer Entwickler-Konferenz, waren sich die Teilnehmer darin einig, dass sie bezüglich der Information für Eltern über die Gewalt und Pornografie in Spielen mehr tun müssten. Trotzdem wird die Einführung eines Systems zur Alterseinstufung von Spielen (ähnlich der deutschen USK) noch immer kontrovers diskutiert. Es gibt zwar in den USA schon ein Gremium unter dem Namen "The Entertainment Software Rating Board" die Bewertungen für Software, Webseiten und Onlinespiele vornimmt, doch ist die Teilnahme an diesem System sowohl für Spieleentwickler als auch für Läden, die Spiele verkaufen, freiwillig. eine im Dezember 2001 veröffentliche Studie des FTC belegt, dass 78 % aller Geschäfte Spiele, die als "nur für Erwachsene" klassifiziert waren, auch an Minderjährige verkauften.

Weitere Informationen zu diesem, auch in den USA kontrovers diskutierten Thema findet Ihr in englischer Sprache auch in einem Artikel auf salon.com unter http://www.salon.com/tech/feature/2002/05/06/games_as_speech/index.html?x

Beluviuss Meinung:
Auch in den USA gibt es also zunehmend kritische Stimmen zum unbeschränkten Zugang zu Spielen mit übermäßiger Gewaltdarstellung. Dass in den USA außerdem auch das Thema "Pornografie" eine Rolle spielt, liegt wohl an der dort weit verbreiteten prüderen Einstellung zum Thema Sexualität. Egal ob es dieser Gesetzentwurf durch den Kongress schafft oder nicht: Auch in den USA wird sich in Zukunft einiges ändern.


Quelle: gamespot.com

e_gz_ArticlePage_UC_Sonstiges