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TV-Macher nennen Spieleentwickler "Verbrecher"


1 Bilder TV-Macher nennen Spieleentwickler
Im Zuge der durch die schrecklichen Ereignisse von Erfurt entflammten Diskussion über zu viel Gewalt in den Medien eskaliert die Situation nun scheinbar an völlig unerwarteter Stelle. Statt objektiv und gemeinsam in die Diskussion einzugreifen, zerfleischen sich die in der Kritik stehenden Medienbereiche nun untereinander! Anlass ist der geplante "Runde Tisch gegen Fernsehgewalt"zu dem Bundeskanzler Schröder neben Fernsehmachern, Videoproduzenten und Anbietern von Onlineinhalten zusätzlich auch noch Anbieter von Computerspielen einladen wollte. Eine Absicht, die auf Seiten der Rundfunk- und Fernsehmacher nun offenbar zu einer skandalösen sprachlichen Entgleisung geführt hat. Nach Angabe von Jürgen Doetz, dem Präsidenten des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation wären einige Fernsehmacher schlichtweg nicht bereit, sich mit "solchen Verbrechern" an einen Tisch zu setzen, weshalb es letztlich wohl für die Spielebranche ein separates Treffen anberaumt werden muß!

Interessant ist in diesem Zusammenhang, das nicht nur große, internationale Medienkonzerne neben Fernsehprogrammen längst auch eine Fülle von interaktiven, oft alles andere als gewaltfreien Medien anbieten (z.B. gehört ausgerechnet Sierra, die nun durch Counterstrike in die Kritik geraten sind, seit längerem zum französischen Medienkonzern Vivendi Universal), sondern auch deutsche Fernsehsender, wie RTL und SAT 1 inzwischen eng mit der Spielebranche kooperieren und davon auch finanziell profitieren!

HALLofGAMEs Meinung:
Ich bin entsetzt über diesen beispiellosen Skandal und würde mich als Entwickler alleine deshalb schon selbst nicht mit solchen Leuten mehr an einen Tisch setzen wollen! Ausgerechnet diejenigen, die anders als Computer- und Videospielhersteller bundesweit eine praktisch flächendeckende Präsenz für ihre oft mindestens ebenso zweifelhaften Programme haben, versuchen nun mit plakativer Empörung die Spielebranche zum Sündenbock zu machen und schrecken dabei auch vor übelster Diffamierung nicht zurück. Immerhin eine Branche, die insgesamt gesehen, in all ihren Produkten unter dem Strich vielleicht sogar weniger Gewalt medial transportiert, als die Phalanx der konkurrierenden Fernsehsender. Ich hoffe nur, daß auf diese Unverschämtheit eine ebenso entschiedene Antwort der Spielebranche erfolgen wird!

Quelle: www.mediabiz.de

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