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Project Eden: „Paradies“ in der Zukunft ? - Leser-Test von Ravenous


1 Bilder Project Eden: „Paradies“ in der Zukunft ? - Leser-Test von Ravenous
Project EDEN:

2001 bewiesen die Lara-Croft-Macher (Core Design), dass sie auch andere Action – Adventures über Eidos Interactive abliefern können – statt der immer jungen, silikonbesessenen Lara wird diesmal ein illustres Grüppchen an Kämpfern in eine faszinierende, durchdachte und geniale Science – Fiction – Welt geschickt, das ganze gemixt mit einer großartigen Story und beinahe zur Verzweiflung bringenden Rätseln.

Ich weiß nicht so recht, was sich die Programmierer bei der Titelwahl gedacht haben – mit dem Garten Eden hat das Spiel soviel zu tun wie ein gewisser L. mit der deutschen Rechtschreibung. In einer (aus einschlägigen Filmen wie „Das 5. Element“ oder „Robocop“ bekannten) Zukunft explodiert das Wachstum der Bevölkerung. Gigantische Städte schiessen in den Himmel – oben regieren die Reichen, und am dunklen Boden herrscht das Elend pur. Je tiefer man in die Slums der Gesellschaft vordringt, umso mehr wird man mit Wahnsinnigen, Psychopathen oder Verbrechern konfrontiert. Und zu allem Verdruß verschwindet auch noch eine Gruppe von Spezialisten, die die technischen Ausfälle der lebensnotwendigen Fleischfabrik klären sollten – ein feiger Wachmann kann nur von Schreien und Schüssen berichten...

Und ab hier wird die Kontrolle über eine Spezialeinheit der U.P.A: (Urban Protection Agency) übernommen. 4 Mitglieder können insgesamt gesteuert werden – jede Digitaltaste des Pads ist mit einem Helden belegt, sodaß man jederzeit schnell umschalten kann; ein kurzer Druck auf die Befehlstaste genügt, und die restlichen drei laufen Euch wie die Lemminge hinterher. Gesteuert wird wahlweise aus der üblichen third – Person – Ansicht oder aus der Egoperspektive – beides hat seine Vorzüge bzw. Handicaps. Ein häufiges Ändern der Kameraperspektive ist jedoch unbedingt ratsam, um ungeliebten Überraschungen vorzubeugen.

Relativ schnell wird aus der geplanten, harmlosen Mission ein einziger Horror - Trip:
Mordopfer und grauenhaft entstellte Lebewesen säumen den Weg und fesseln den Spieler immer mehr an die Story. An den zahlreichen schon angesprochenen Rätseln möchte man
zeitweise auch verzweifeln: Die Hauptfigur – der Anführer Carter – darf als Einziger Personen vernehmen; nur der (weibliche) Cyborg Amber kann sich in Bereichen mit lebensgefährlichen Bedingungen aufhalten; nur Andre kann Reparaturen durchführen und Minoko ist die Computer-Spezialistin. Was bedeutet, dass sich die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufhalten muß...

Als faire Geste der Programmierer ist zu werten, dass sie „Regenerationspunkte“ im Spiel eingebaut haben. Geht eine der Spielfiguren über den Jordan – was recht häufig vorkommt – wird sie am letzten, erreichten Punkt anhand der DNS wieder „reproduziert“. In Zeiten der Genmanipulation gar nicht so weit hergeholt.

Richtig cool ist aber, dass auch 4 Spieler gleichzeitig an diesem Spiel teilnehmen können – wahlweise im Splitscreenverfahren wie auch per Vollbild (das Spiel schaltet dann automatisch zur betreffenden Person um). Auch wird das Geschehen mit zahlreichen kleinen Minispielchen aufgelockert – um dann wieder bei kniffligen Sprungpassagen die Haare raufen zu können. Dafür wiederum sind die Gegner nicht unbedingt „die Klügsten“.

Weiterhin muss man den Mehrspieler – Modus erwähnen. Bis zu 4 Spieler können sich mit futuristischen Mega – Knarren beharken. Hierzu steht das allzeit beliebt – bekannte Deathmatch und ein „Capture the flag“ zur Verfügung wie auch ein innovatives, vergnügliches Gerangel mit winzigen, ferngesteuerten Panzern.

Der Sound ist stets passend – die finsteren Klänge harmonieren absolut in diesem trostlosen Zukunftsambiente. Auch die deutsche Synchronisation kann sich hören lassen, die (wahlweise) englische Orginalfassung jedoch ist, wie so oft, um Längen besser. Die Durchspielzeit ist auch alles andere als kurz, man darf schon mit 30 Stunden rechnen. Bei all den Vorzügen kann man schon darüber hinwegsehen, dass die ganze Action stellenweise flimmert.

Mein Urteil: coole Sache, Parker – äh, Carter. Nach nicht ausgereiften Werken wie ONI oder X-Squad ein Hochgenuß, spannend und fesselnd. Ich liebe die Streifzüge durch eine unwirkliche, düstere Zukunftswelt. Höchstwertung für die gelungene, futuristische Gestaltung. Nicht leicht, deswegen für Einsteiger weniger geeignet. Sci-Fi-Liebhabern müssen eigentlich zuschlagen.

Negative Aspekte:
Teilweise harte Rätsel; Flimmern der Garfik

Positive Aspekte:
Klasse Ambiente; viele Innovationen; packende Story; 4-Spieler-Modus

Infos zur Spielzeit:
Ravenous hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Ravenous
  • 8.5%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • 8.0/10
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 10/10
    Steuerung: 8/10
    Sound: 8/10
    Atmosphäre: 8/10
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