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Pro Evolution Soccer: Football is coming Home - Leser-Test von buckshot


1 Bilder Pro Evolution Soccer: Football is coming Home - Leser-Test von buckshot
Konamis International Superstar Soccer, das zum Launch der PS2 im letzten Jahr erschienen ist, war spielerisch zwar über jeden Zweifel erhaben, in Sachen Grafik konnte der Kick der neuen Hardwarepower jedoch keineswegs gerecht werden. PRO EVOLUTION SOCCER vereint nun endlich die spielerische Klasse der PSOne Vorgänger, mit den technischen Möglichkeiten der PS 2. Nachdem bereits der direkte Vorgänger von Konami's KCET Team, im Frühjahr auf der PSOne in Fankreisen als Plattform übergreifender Referenztitel gefeiert wurde, darf man gespannt sein, mit welchen Verbesserungen das Update überhaupt noch großartig aufwarten will.

Eines vorweg genommen, glücklicherweise haben die Entwickler nicht versucht mit Gewalt ein rundum neues Spiel zu programmieren. So liegt das Hauptaugenmerk vorrangig auf der grafischen Präsentation. Die Spieler ähneln ihren realen Vorbildern bis auf's Haar, das störenden Interlaceflimmern wurde gänzlich beseitigt und die Ränge in den Stadien endlich mit richtigem Leben gefüllt. Zidane läuft mit seinem charakteristischen Glatzenansatz auf, Batistuta hält sich die Haarpracht mit einem Haargummi aus dem Gesicht, Beckham präsentiert seine modische Kurzhaar Rasur, während Giovanne Elber seine weißen Stollenschuhe auch auf Polygonebene schnürt und von seinen Fans in den Stadien der Welt mit bengalischen Lichtern gefeiert wird. In Nahaufnahmen zeigen sich die Texturen der Spielergesichter und Trikots nun weitaus detaillierter, mit unterschiedlichen Animationsphasen für Dribbling-, Stop- und Schussvarianten wurde zudem nahezu verschwenderisch umgegangen.

Das Gameplay der ISS Reihe wurde in den Vorgängerversionen bereits nahezu perfektioniert womit sich sich die Neuerungen auf sinnvolle Feinheiten, die in der Summe den Spielwitz allerdings nochmals gehörig aufwerten können, beschränken. Auch wenn die Buttonkonfiguration etwas durcheinander gewirbelt wurde, finden sich eingespielte ISS-Veteranen nach einer kurzen Eingewöhnungsphase recht schnell zurecht. Flanken lassen sich nun durch einmaliges, doppeltes oder dreifaches Drücken der Kreistaste in verschiedenen Längen und Höhen auf die Mittelstürmer spielen. Der geschickte Heber, welcher sich ausgezeichnet dazu eignet einen herauseilenden Keeper zu überwinden, geht mit gleichzeitiger Betätigung der L1 + Vierecktaste locker von der Hand. Etwas entschärft in seiner Wirkung zeigt sich der Doppelpass, welcher nun mittels L1 + X + Dreiecktaste gespielt wird, was sich jedoch komplizierter anhört als es im Endeffekt dann ist. Schnell geht die Steuerung in Fleisch und Blut über und Ihr kontrolliert das Spielgeschehen ganz nach Euren Vorstellungen auf dem Rasen.

Der Spielablauf an sich ist als traumhaft realistisch zu bezeichnen und gibt plumpen Actionkickern vom Schlage eines FIFA SOCCER 2002 kaum eine Chance. Gerade das macht PRO EVOLUTION SOCCER aber so reizvoll und sorgt für ungewohnt langen Spielspaß. Ein echtes Traumtor werdet Ihr nämlich nur sehr selten erzielen, die Freude nach einer schwierigen Kombination mit krönendem Abschluss ist dafür umso größer. Ansonsten steht taktisches Rasenschach im Vordergrund was jedoch auch heißen kann, dass sich in manchen Partien die Mannschaften weitgehend neutralisieren und Torchancen Mangelware sind. So gibt es gegen gut formierte Defensivteams kaum ein Durchkommen. Egoistische Dribblingversuche lassen Euch das gegnerische Tor erst recht nicht von der Nähe sehen. Wer sich jedoch die Mühe macht durch kreatives Flügelspiel, flinke Doppelpässe oder tödliche Anspiele in die Tiefe des Raumes die Abwehr auszuhebeln, erarbeitet sich auch seine Möglichkeiten. Eine Torgarantie ist dies jedoch noch lange nicht, denn gerade in fortgeschrittenen Schwierigkeitsgraden stehen wahre Teufelskerle zwischen den Pfosten.

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