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Port Royale: Gold, Macht und Kanonen - Verbugte Südsee - Leser-Test von CONQUEROR


1 Bilder Port Royale: Gold, Macht und Kanonen - Verbugte Südsee - Leser-Test von CONQUEROR
Wer erinnert sich nicht noch wehmütig an die glorreichen Pirates-Zeiten? Schlachten schlagen, Gegner ausrauben, Schiffe entern und den gegnerischen Kapitän persönlich auf dem Deck zu vertrimmen. All das gab es schon damals vor so vielen Jahren, zwar in lausiger Grafik, aber dafür einfach suchterregend und mit Spielspaß pur. Heute sind wir natürlich ein bisschen weiter. Wenn ein Spiel in der Art von Pirates nicht wenigstens eine überdurchschnittliche 2D-Grafik aufweist, gilt es praktisch schon als hässlich. Das Spiel Port Royale hat dieses Problem zwar nicht, dafür aber einen Sack voll anderer. Der Bug-Teufel hat gewütet und zwar ordentlich, wo genau, das erfahren sie im Folgenden.
Wie in Pirates, beginnt man auch in Port Royale mit einer Mini-Schaluppe und will ganz nach oben. In Port Royale ist das bescheidene Ziel unseres Alter Egos, Gouverneur zu werden.
Da das nicht von heute auf morgen durch produktives Dauerschlafen erreicht wird, müssen sie erst mal für eine gesundere Grundlage ihrer Handlungen Sorgen. Hierzu handeln sie mit 19 Warentypen, Zucker bis zum Tabak. Dabei kommt das realistische Echtzeit-Handelssystem gut zur Geltung, dass auf alle Käufe und Verkäufe umgehend reagiert. Von ihren Gewinnen können sie ihre Flotte vergrößern und eigene Betriebe ausbauen. Auch Piraterie dürfen sie betreiben, dann müssen sie aber umso mehr Seeschlachlachten austragen und die sind bei Porte Royale einfach nur unter aller Sau. Die Schiffe fahren kreuz und quer durcheinander, feuern sich teils selbst zu Klump und tun alles, um beim Gegner so wenig wie möglich auszurichten, so scheint es jedenfalls. Da das Spiel aber viele solcher Kämpfe beinhaltet, sind Frust und Ärger nahe der „Bissspuren in der Tastatur“-Grenze an der Tagesordnung. Glücklicherweise ist wenigstens der Wirtschaftspart (bis auf einige Abstürze) ausgereift und bietet einiges an Spielspaß. Auch grafisch kann sich das Spiel durchaus sehen lassen. Die Städte und Schiffe sind wunderschön anzusehen und schaffen ein perfektes Ambiente, zusammen mit dem ebenfalls guten Sound. Auch Hardware-mäßig kostet sie der Trip in die Südsee nicht sehr viel. Port Royale ist eigentlich ein gutes Spiel, allerdings ist mir unklar, wie es in einem solch dermaßen desolaten Zustand jemals die Händlerregale erreichen konnte. Das kann man höchstens als Beta-Version verstehen, aber nicht als fertigen Titel. Glücklicherweise wurden schon Patches zur Korrektur der gröbsten Fehler nachgeliefert, doch eigentlich sollte ein Spiel vom Start weg wenigstens halbwegs vernünftig laufen. Der Wirtschaftspart weiß dafür umso mehr zu gefallen. Gelegentliche Schatzsuchen durch Sammeln mehrerer Kartenteile gepaart mit einer recht guten Story optimieren das Gesamtbild noch oder, na ja, machen es zumindest einigermaßen erträglich. Fest steht also: ohne entsprechende Patches brauchen sie gar nicht erst anzufangen, sich durch die Gewässer des Programms zu bewegen. Erst durch die Beseitigung der schlimmsten Bugs wird das Spiel halbwegs gut spielbar und kann seine Stärken voll ausspielen. Falls es dann irgendwann einmal durch kräftiges patchen völlig ausgereift ist, kann ich Port Royale allen Aufbau-und Handelsfanatikern, sowie allen Pirates-Veteranen empfehlen. Neulinge sollten einen kleinen Blick riskieren – schöne Aufmachung und das Wirtschaftssystem sind hier vielleicht ein Kaufgrund. Falls sie jedoch auf den absoluten Brüller warten – Anno 1503 kommt bestimmt.

Negative Aspekte:
Unglaublich viele Bugs

Positive Aspekte:
Schönes Handelssystem, gute Grafik

Infos zur Spielzeit:
CONQUEROR hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    CONQUEROR
  • 6.5%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • 6.0/10
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 7/10
    Steuerung: 5/10
    Sound: 7/10
    Atmosphäre: 7/10
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