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Outlaws: Wild West-Ego Shooter - Leser-Test von Andy1977


1 Bilder Outlaws: Wild West-Ego Shooter - Leser-Test von Andy1977
Denkt man an Ego-Shooter, so denkt man an Science-Fiction, großkalibrige Waffen und fiese Monster. Bei Outlaws, einem Ego-Shooter von LucasArts, findet man den Wilden Westen, simple Handfeuerwaffen und Cowboys als Gegner vor. LucasArts innovative Idee, einen Ego-Shooter als Western zu designen, ist gelungen und enttäuschend zugleich.

Die Story könnte aus einem typischen Western-Film stammen: Der Ex-Sheriff James Anderson hat sich mitsamt seiner Frau und seiner Tochter zurück gezogen und möchte den Rest seines Lebens als friedlicher Farmer verbringen.
Jedoch ist die friedliche Idylle nicht von langer Dauer: Als James sich weigert, seine Farm an einen reichen Industriellen zu verkaufen, wird er Opfer einer grausamen Racheaktion, bei der seine Frau stirbt und seine Tochter entführt wird. James hat nur noch zwei Dinge im Sinn: Er will seine Tochter retten und er will Rache nehmen.

Am Anfang war das Optionsmenü: Dort entscheiden Sie sich zwischen einem normalen Spiel, einem Multiplayer Match oder sogenannten historischen Missionen. Letzteres sind einzelne Szenarien, welche unabhängig von der eigentlichen Story im normalen Spiel weitere Herausforderungen für Solospieler darstellen. In den beiden Solomodis wählen Sie zwischen drei Schwierigkeitsgraden aus.
Im normalen Spiel wechseln sich grandiose Zwischensequenzen mit Ego-Shooter Szenarien ab. Erstere erinnern stark an LucasArts Klassiker wie The Dig oder Full Throttle. Der Zeichentrick-Stil ist zwar nicht perfekt, erzeugt aber eine brillante Atmosphäre und ist in Punkto Szenenschnitt fast genauso gelungen wie beim Paradebeispiel Full Throttle.

Leider ist die grafische Qualität des eigentlichen Ego-Shooter Spieles schwach. Die 3D-Engine ist fast mit der von Dark Forces identisch und war demnach schon 1997 zwei Jahre alt. Die Farbgebung ist arg braun geraten, viele Gegenstände sehen sehr grob und pixelig aus und die Gegner scheinen alle magersüchtig zu sein. Besonders peinlich sind die 2 1/2 Animationssequenzen: Das Gestackse der Cowboys sieht einfach nur peinlich aus.

Spielerisch bietet Outlaws nur wenig neues, trotz des innovativen Szenarios: In jedem Level geht es darum, einen bösen Schurken zu erledigen, der sich irgendwo versteckt hält. Das Waffenarsenal wirkt recht mickrig, passt aber zum Spiel: Revolver, Schrotflinten, Dynamit und Stichwaffen. Der Revolver und die Schrotflinten müssen regelmäßig nachgeladen werden. Je länger Sie die Nachlade-Taste drücken, desto mehr Munition wird dementsprechend nachgeladen.
Weiterhin gibt es ein paar Gegenstände, wie Laternen, Schlüssel und Erste Hilfe-Koffer. Diese können bei Bedarf eingesetzt werden. Viele Rätsel beschränken sich auf das Einsetzen des richtigen Gegenstandes.

Die Steuerung ist ansich gut gelungen, aber ein wenig zu kompliziert geraten: Sie können laufen, sich drehen, nach oben/unten schauen, springen, sich ducken und sogar eine spontane 180° Drehung machen, um schnell nach hinten schauen zu können. Weiterhin gibt es eine allgemeine Benutzen-Taste, z.B. um Türen zu öffnen.
Gegenstände werden in einem kleinem Menü durchgeschaltet und per voreingestellter Enter-Taste aktiviert. Unverständlicherweise müssen Sie auch Schlüssel umständlich als Gegenstand auswählen und einsetzen. Wieso man nicht einfach die Benutzen-Taste drücken kann und der Schlüssel dann automatisch genutzt wird (wie in anderen Ego-Shootern), ist mir ein Rätsel.

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