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Nocturne: Miese Steuerung vergurkt alles - Leser-Test von Berte


1 Bilder Nocturne: Miese Steuerung vergurkt alles - Leser-Test von Berte
Ach was wurde Nocture groß angepriesen. Ein richtig gutes Grusel-Action-Adventure sollte es sein. Grusel kommt mit immer gelegen. Daß es ein Action Adventure war, beruht einzig auf der Tatsache, daß die Langeweile eine Pflock durch mein Herz getrieben hatte.
Nocture hat seine Vor- aber auch Nachteile. Leider überwogen letztere, so daß das Spiel auch nach nicht allzu langer Zeit von meiner Festplatte verschwand. Aber der Reihe nach.

Das Menü und die Ladebildschirme sind wirklich toll aufgemacht. Wenn das Spiel geladen wird, sieht man ein mehr oder weniger (meist mehr) gruseliges Hintergrundbild in dem der zunehmende Mond den Ladestatus widergab. Solche kleinen Details sind immer sehr wichtig und verkürzen die Zeit zwischen zwei Spielsequenzen.

Man hat die Wahl zwischen 4 verschiedenen Spielabschnitten, die man bereits zu Beginn des Spieles separat anwählen kann. Je nach Laune fällt somit der Einstieg ins Spiel anders aus. Hauptdarsteller ist ein (fast) namenloser Held mit Trenchcoat, Columbo-Hut und Sonnebrille-und das bei jeder Witterung. Allerdings wird die Sonnebrille später gegen ein Nachtsichtgerät ausgetauscht. Unser (fast) namenloser Westentaschen-John-Sinclair begrüßt uns mit den lakonischen (und überhaupt nicht klischeehaften) Worten: "Nennen sie mich Stranger". Wenn mir dabei nicht die wohlbekannte Synchronstimme eines Bruce Willis entgegengeklungen hätte, hätte ich mich wahrscheinlich vor Lachen bemacht!

Zu Beginn hat man gleich eine Begleiterin, eine Halbvampirin, was unserem Geisterjäger nicht gerade recht ist, aber er fügt sich. Es gilt das Handwerk eines umhergeisternden Blutgrafen zu legen und zwar irgendwo in Deutschland. Das hörte sich alles nicht schlecht an, aber dann der erste Wehrmutstropfen. Meine Auflösung war bereits bei 640x480 am Ende der Fahnestange angelangt. Dachte ich erst noch, daß dies nur ein Zeichen für Voxelgrafik sein könnte, wurde ich alsbald eines besseren belehrt. Allerdings machte sich dieses Grafikmanko kaum bemerkbar, weil man ausnahmslos durch fertige und starre Hintergründe läuft.

Dabei wurde anscheinende großer Wert auf größtmögliche Kinoähnlichkeit gelegt, zumindest lassen die extravaganten Kameraperspektiven dies vermuten. Dies sieht durchaus beeindruckend aus, allerdings wurde das ganze etwas übertrieben. Tatsächlich gibt es nämlich so viele einzelne Bilder auch in ganz kleinen Abschnitten, daß man sich nur kurz drehen braucht und schon lädt der Rechner das nächste Bild. Das ist nicht nur von der Perspektive her verwirrend, sondern auch äußerst unpraktisch im Kampf, weil man zuweilen den Gegner überhaupt nicht sieht auf den man schießt. Allein die Laserpointer unseres Haupthelden weisen das nächste Ziel an (wobei ich zugeben muß, daß gerade diese Laserpointer wunderschön grafisch umgesetzt wurden).

Die Musik dagegen ist wieder ein Pluspunkt. Wenn man durch enge Häuserschluchten schleicht und ganz kurz ein Monster über die Dächer eilen sieht (oder auch nicht, weil es im Rücken von Stranger passiert), wird dies auch sogleich eindrucksvoll von einem animalischen Streichorchester a la Psycho unterlegt.

Kommen wir zum nächsten Minus-Punkt. Die Steuerung. Man kann wahlweise mit Keyboard (mit oder ohne Maus) oder mit Gamepad spielen. Leider scheinen alle Varianten nicht ganz ausgereift. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn ich im Wald gleich von mehreren Werwölfen angegriffen werde. Die Perspektive sorgt dafür, daß ich nur ein Pelzknäuel anstatt meines Helden sehe und die Steuerng sorgt dafür, daß ich weder fliehen noch mich ordentlich verteidigen kann, was natürlich ziemlich bald das Ende von "Nennen sie mich Stranger" bedeutet.

Schade, denn insgesamt ist die Atmorphäre wirklich gut gelungen. Ein bißchen mehr an der einen Stelle, ein bißchen weniger an der anderen und aus Nocturne hätte ein richtig gutes Spiel werden können. Die Sache mit der Grafik ließe sich bestimmt mit einem ordentlichen Patch beheben (außerdem taucht der Fehler nur bei älteren Grafikkarten auf).

Negative Aspekte:
grantige Steuerung, zu viele Einzelbilder

Positive Aspekte:
tolle Hintergründe, gruselige Atmosphäre

Infos zur Spielzeit:
Berte hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    Berte
  • 4.5%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • -
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 6/10
    Steuerung: 2/10
    Sound: 7/10
    Atmosphäre: 3/10
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