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Need for Speed: Hot Pursuit 2 im Gamezone-Test

Für die Need for Speed Reihe muss man schon etwas weiter ausholen, stellt sie doch fast schon eine Art Dinosaurier in diesem schnelllebigen Genre dar. Mit "High Stakes", "Porsche Unleashed" oder "Hot Pursuit" sind erst drei Teile der Serie genannt die inzwischen fast das Dutzend voll gemacht hat.

1 Bilder Need for Speed: Hot Pursuit 2 im Gamezone-Test [Quelle: THQ]

Dabei durchlief der Titel einige Höhen und Tiefen. Der Einstand z.B. mit dem ersten NFS ging mehr oder weniger in die Hose, die Spieler bemängelten die einfache Grafik und die viel zu niedrige Geschwindigkeit, ein Vorwurf der auch spätere NFS-Titel treffen sollte, der Ausspruch "Need more Speed" etablierte sich als Pseudonym für die Reihe. Doch die Entwickler nahmen sich die Kritik zu Herzen und entwickelten NFS immer weiter, bis zum aktuellen Titel "Hot Pursuit 2", der neben der Xbox auch für den Gamecube und die PS2 umgesetzt wurde. Dabei muss man gleich anmerken, dass sich die PS2-Version deutlich von allen Anderen unterscheidet, sie ist nämlich die einzig gelungene. Sämtliche anderen Versionen warten mit mehr oder minder üblen Mankos auf. Dazu mehr im folgenden Text.

Das Gameplay gestaltet sich wie man es von diesem Titel erwartet. Man beginnt mit einer Auswahl weniger Autos die ersten Rennen und verdient sich durch entsprechende Platzierung die benötigten Punkte um neue Autos und Strecken freizuschalten. Dabei werden einem die Wettbewerbe per Baumstruktur präsentiert der sich in vier Äste teilt. Um an einem Wettbewerb teilnehmen zu können muss man erst den Wettbewerb davor absolviert haben. Dabei unterscheiden sich die beiden angebotenen Spielmodi "Hot Pursuit" und "Championchip" kaum voneinander, wohingegen sich hinter der "Single-Challenge" noch die Modi "Free Run", "Tournament" und "Be the Cop" verstecken. Diese können in drei Schwierigkeitsstufen in Angriff genommen werden und sollten sich von alleine erklären, da sie bereits aus "Hot Pursuit" bekannt sein sollten. Allerdings hat man die Verfolgungsjagd um einen agierenden Hubschrauber bereichert, der nun gerufen werden kann, woraufhin er versucht explodierende Fässer auf den Flüchtenden zu werfen. Somit ergibt sich ein Gameplay wie wir es schon zu gut von dieser Reihe kennen, ohne irgendwelche wichtigen Neuerungen. Wobei das nicht ganz stimmt, denn erstmalig in diesem Teil ist die verfolgende Polizei in der Lage einen quer zu schieben ohne das sich die Autos berühren müssen. Bereits einen halben Meter hinter einem fangen sie lustig damit an einen von der Piste zu schieben, völlig berührungslos.

Als etwas enttäuschend empfanden wir ebenfalls die grafische Präsentation, die gleich mit mehreren Mankos aufwartet. Schon in den ersten Sekunden fällt einem die stotternde Grafik auf, die aus nicht erkennbaren Gründen immer wieder in die Knie geht. An den Details kann es kaum liegen, denn das Ruckeln tritt auch in den relativ einfach gestalteten Tunnels auf, wohingegen so manche Kurve mit Weitblick über das gesamte Tal die Engine überhaupt nicht zu tangieren scheint. Dazu gesellt sich ein Streckendesign welches von Gut bis ärmlich reicht, denn mitunter gibt es schon recht schöne Streckenabschnitte, in denen das Laub von den Bäumen blättert während sich die Sonnenstrahlen im Gegenlicht brechen, dafür glaubt man an manch anderer Stelle seinen Augen kaum, wenn sich eine eckige Kurve nach der anderen einem trostlos graugrünem Berg hinaufquält. Dies in Verbindung mit dem kaum vorhandenen Geschwindigkeitseindruck ergibt leider keine besonders mitreißende Atmosphäre, ganz im Gegenteil geht im Haufen dieser Mankos die wirklich gut umgesetzte Arcade-Physik der Boliden komplett unter.

Dafür versteht es die Soundkulisse wenigstens etwas für Stimmung zu sorgen, denn die Motoren hören sich allesamt recht echt und kernig an, auch die Umwelt wartet mit einigen Geräuschen auf und die Soundtracks geben sich alle Mühe die fehlende Geschwindigkeit zu ersetzen, auch wenn man die meisten Stücke und die zugehörigen Bands kaum kennen dürfte.

Im Gegensatz zu den versauten Gamecube und Xbox-Versionen reagiert die gesamte Steuerung leicht verzögert, was eine ständige Zick Zack Fahrt nach sich zieht und eine Notbremsung grundsätzlich zu spät ausführt. Deswegen zwei Punkte weniger für die Steuerung als für besagte Versionen, da auch die Bedienung der Menüs komplett daneben gegangen ist. So verlangt das Interface vom Benutzer doch allen Ernstes den Einsatz von Keyboard UND Maus um zur gewünschten Option zu kommen, eine Bedienung per konfiguriertem Joystick/Pad hingegen ist einfach nicht möglich.

  • Peter Grubmair"-"
  • Als treuer Fan der NFS-Reihe kommt man eigentlich um diesen Titel nicht herum, PC-Besitzer jedoch sollten ihre Finger von diesem Machwerk lassen. Nicht umsonst hat sich EA inzwischen von dem Entwickler-Team getrennt, man hat anscheinend gemerkt was man den Spielern mit dieser Version angetan hat. Ruckelnde Grafik, eine zögerlich ansprechende Steuerung, eine Kollisionskontrolle zum K.... und ein Interface welches mit Keyboard UND Maus bedient werden will, weil es keinen Joystick kennt, sind einfach zu viel des Guten, da geht jedwede Freude am Rennfahren verloren. Lediglich die Streckenführung mit langen Strecken kann gefallen. Wirklich schade, dass EA mit diesem Titel die Fans der NFS-Reihe so derb enttäuschte, die Spieler werden es ihnen danken.
Need for Speed: Hot Pursuit 2 (PC)
  • Singleplayer
  • 6,8 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 6/10 
    Sound 8/10 
    Steuerung 6/10 
    Gameplay 7/10 
Pro & Contra
Angenehm lange Rennstrecken
teilweise über 15 Meilen lang
Permanentes Ruckeln
starke Schwankungen in der grafischen Qualität der Strecken
schlecht zu bedienendes Interface
übelste Kollisionskontrolle
zögerlich ansprechende Steuerung
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