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Mittelerde: Schatten des Krieges - PC-Version auf der E3 gespielt: Ar-Gul, du Sau!

Was ist so toll an Mittelerde: Schatten des Krieges? Nach der E3 glaubt der anfangs skeptische Redakteur Peter Bathge zu wissen: Man muss es spielen, um die Faszination zu verstehen! Denn wie beim Hands-on schnell deutlich wurde, hat Monolith den Mordors Schatten-Nachfolger in allen Belangen stark aufgebohrt. Die beste Nachricht: Endlich funktioniert das Nemesis-System wie gedacht! Und dank vieler neuer Gegner ist für Abwechslung gesorgt.

8 Bilder E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (4) E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (4) [Quelle: Warner Bros. Interactive]

Ich hasse Ar-Gul den Vielfraß.

Der Elite-Hauptmann aus Saurons Ork-Armee war Level 32, als ich ihn mir im Nemesis-Bildschirm von Mittelerde: Schatten des Krieges während der E3-Demo als Ziel aussuchte. Meine Prämisse für die Preview war klar: Möglichst viel Open-World-Gameplay erleben. Story-Einsätze und Festungsbelagerungen werden links liegen gelassen, mir ging es um einen tieferen Blick in die Mechaniken von Mittelerde: Schatten des Krieges. Wie funktionieren die RPG-Features? Wie groß sind die Regionen auf der Mordor-Map? Was für neue Tricks haben die Orks drauf? Und wie viel Abwechslung bringt das Nemesis-System 2.0?

Am Ende habe ich mich aber vor allem mit Ar-Gul rumgeschlagen. Der hünenhafte Ork vom Stamm der Halbtrolle hat mich zwei Mal getötet, stieg dadurch bis Level 36 auf, ist dem sicheren Tod entkommen und hat obendrein auch noch mein Stufe-29-Schwert zerbrochen. Was für ein Mistkerl! Aber immerhin durfte ich zwischendurch einen Drachen reiten ...

Mittelerde: Schatten des Krieges - Loot & Skills wie in einem RPG

      

Rund eine Stunde lang stand die PC-Version auf der E3 zur Verfügung. Statt mich gleich in die Action zu stürzen, verbrachte ich aber erst einmal viele Minuten in den Menüs. Denn Mittelerde: Schatten des Krieges hat ein richtiges Inventar von Entwickler Monolith spendiert bekommen, auch das Talentsystem wurde kräftig aufgebohrt im Vergleich zum Vorgänger Mittelerde: Mordors Schatten. Aber eins nach dem anderen.

Neuerdings findet ihr bei besiegten Gegnern manchmal Gegenstände. Davon gibt es sechs Sorten: Schwerter, Dolche, Bögen, Rüstungen, Mäntel und Runen für den Ring der Macht, den der von Troy Baker gesprochene Held Talion bei sich trägt. Diese Gegenstände besitzen mit Zahlen ausgedrückte Stufen, Schadenswerte, Seltenheitsgrade (normal, selten, episch, legendär) und können sogar Teil eines Ausrüstungssets sein - Diablo 3 und neuerdings auch Assassin's Creed Origins lassen grüßen. Beim Fund epischer und legendärer Ausrüstung (orange und violett) ist die Freude besonders groß, denn diese bringen oftmals besondere magische Eigenschaften wie Lebensregeneration mit sich. In Middle-Earth: Shadow of War sind aber einige der mächtigsten Item-Perks mit besonderen Challenges verbunden: Herausforderungen wie dem Stealth-Abmurksen von zehn Uruks.

Damit nicht genug, jeder Gegenstand lässt sich auch noch mit Juwelen aufrüsten. Mittelerde: Schatten des Krieges führt dazu ein Gem-System ein: Edelsteine gibt's in den drei Kategorien Reichtum, Gesundheit und Macht. Wie in einem Hack & Slay à la Diablo kombiniert ihr zwei gleiche Juwelen miteinander, um einen Stein von höherer Qualität zu erhalten. Stufe 5-Gems versprechen starke Boni; je nachdem, in welchen Gegenstandstyp ihr sie einsetzt, verbessern sie ein anderes Helden-Attribut. Neue Slots, um die Steinchen einzustecken, müsst ihr aber erst freischalten - indem ihr Mirren ausgebt, die Ingame-Währung des Spiels. Wem das Sammeln dieser Münzen zu lange dauert, der kann im Singleplayer-Spiel Mittelerde: Schatten des Krieges Mikrotransaktionen nutzen: Eine goldene Premium-Währung gibt's im Ingame-Shop gegen echtes Geld zu kaufen.


8 Bilder E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (2) E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (2) [Quelle: Warner Bros. Interactive]
Die Juwelen findet ihr ebenfalls bei besiegten Gegnern, aber auch als Belohnung für abgeschlossene Aufträge; Mittelerde: Schatten des Krieges nimmt den Loot-Gedanken vieler Action-RPGs sehr ernst. Dazu passt das Skill-System, das die Fähigkeiten nun in sechs Bereiche unterteilt. Mit nahezu allen Aktionen im Spiel verdient ihr XP. Damit aktiviert ihr neue Talente und könnt noch dazu bei jedem Skill einen von drei Perks freischalten, welcher die Grundfähigkeit modifiziert. Auch hier bedarf es aber unter Umständen erst einer erfolgreich abgeschlossenen Herausforderung, um die Auswahloption zu erhalten. Ein Glück, dass es dazu in der riesigen Open-World-Spielwelt mehr als genug Gelegenheiten gibt!
8 Bilder E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (3) E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (3) [Quelle: Warner Bros. Interactive]

Shadow of War-Preview: Mehr Abwechslung - in allen Belangen

      

Mittelerde: Schatten des Krieges wird vier Mal so groß wie die Spielwelt von Mordors Schatten. Die über ein Dutzend Regionen sind von Festungen, Außenposten und Ork-Lagern überzogen, auf der E3 enthüllt ein Blick auf die Karte auch allerlei neue Missionstypen. So müsst ihr manche Feinde aus dem Nemesis-Bildschirm jetzt erstmal aufspüren, da deren Location nicht immer bekannt ist. Dazu versucht ihr euch im Wraith-Sichtmodus als Spurenleser. Außerdem gibt es Sauron-Statuen, die ihr zerstören sollt - die Monumente werden aber wie so ziemlich alles im Spiel von Orks bewacht. Darüber hinaus gibt es eine ganze (strikt optionale) Quest-Reihe, die sich ausschließlich mit Talions Geister-Begleiter Celebrimbor und dessen tragischer Vergangenheit befasst.

Die XP-Belohnungen für jede dieser Nebenmission werden unmittelbar auf der Übersichtskarte angezeigt. Jede Menge Sammelgegenstände gibt's auch noch. Genau wie im Vorgänger erklimmt ihr auch in Mittelerde: Schatten des Krieges Türme, um die Karten der Open-World-Regionen aufzudecken. Anders als in Mordors Schatten werden euch die Symbole dieses Mal aber nicht automatisch angezeigt; ihr müsst ihr der Ego-Perspektive tatsächlich aktiv nach interessanten Orten scannen.

Das Nemesis-System mit der Versionsnummer 2.0 bügelt eine große Schwachstelle des Vorgänger aus: In Mittelerde: Schatten des Krieges verstreicht viel öfter Zeit, wodurch die Orks-Hauptmänner, -Leibwächter und -Häuptlinge regelmäßiger und eigenständiger als zuvor im Rang aufsteigen, Widersacher aus dem Weg räumen und eigene Quests abschließen. Denn diesmal werden solche Veränderungen nicht nur beim Tod von Protagonist Talion angeleiert, sondern sie finden nach jeder abgeschlossenen Mission und auch bei der Schnellreise von einem Wegpunkt zum nächsten statt. Das Ergebnis: Die Welt fühlt sich viel lebendiger an, die Orks warten nicht auf Input des Spielers, sondern folgen tatsächlich ihrer eigenen Agenda. Eine immense Verbesserung gegenüber Teil 1!

Dank unterschiedlicher Ork-Clans samt eigenem Aussehen, spezieller Fähigkeiten und vielen neuen Traits ist in Mittelerde: Schatten des Krieges auch für deutlich mehr Abwechslung gesorgt. Die Feinde sehen einzigartiger aus und im Kampf besitzen sie besondere Tricks, denen sich Talion anpassen muss. Außerdem eskalierten Situationen beim E3-Hands-on sehr schnell: Ein Hauptmann mit dem Attribut "Beastmaster" rief gleich mehrere Caragors und sogar einen gigantischen Graug herbei. Als Reaktion beschwörten wir eine eigene Caragor-Bestie und baten auch noch einen Verbündete um Hilfe - die von Talion einer Gehirnwäsche unterzogenen Uruks könnt ihr neuerdings auf dem Nemesis-Bildschirm als Leibwächter bestimmen, woraufhin sie euch auf Knopfdruck jederzeit zu Hilfe gesellen. Der Kampf tobte hin und her, doch dann gesellten sich mehrere von Saurons Hauptmännern dazu, angelockt vom Lärm der Schlacht. Mein Schlachtenglück begann, sich zu wenden. Und schließlich mischte auch noch ein Feuer spuckender Drache mit.


8 Bilder E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (1) E3-Hands-on zu Mittelerde: Schatten des Krieges - Vorschau zu Skills, Inventar, Loot und Open-World: Eine der positiven Überraschungen der Messe (1) [Quelle: Warner Bros. Interactive]
Dieses dynamisch entstehende Open-World-Chaos könnte eine der größten Stärken von Mittelerde: Schatten des Krieges werden. Wenn da nicht die Sache mit dem FoV wäre. Das Field of View ist auch am PC in der Standardeinstellung nämlich wieder so gering, dass Talions Rücken einen Großteil des Blickfelds versperrt. Weil in Teil 2 des Action-Adventures viel mehr brandgefährliche Gegner als im Vorgänger über den Bildschirm wuseln, wird das Gekloppe schnell unübersichtlich. Immerhin gibt's im Austausch ein paar sehr praktische Gameplay-Verbesserungen, die Talion das Überleben im Kampf erleichtern - selbst wenn der Spieler zuvor einen der höheren Schwierigkeitsgrade ausgewählt hat. Richtig gehört: Nach dem gegen Ende viel zu einfachen Mordors Schatten hat Monolith im Sequel unterschiedliche Härtestufen eingebaut. Dafür gibt's jetzt eine einfachere Möglichkeit, die Gesundheit aufzufrischen als mitten im Kampf Blumen zu flücken: Lebensenergie saugt ihr einfach von Orks oder herumschwirrenden Ratten ab, allerdings dauert das ein paar Sekunden. Wer währenddessen angegriffen wird, muss den Prozess erneut starten.


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