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Minority Report im Gamezone-Test

Als treuer Fan von abstrusen High-Tech Science-Fiction Filmen konnte ich es kaum erwarten die Versoftung zum "Minority Report" endlich in eigenen Händen zu halten.

1 Bilder Minority Report im Gamezone-Test

Der Background nämlich wäre der ideale Nährboden gewesen für ein hervorragendes Action-Adventure, wenn man die gegebenen Möglichkeiten genutzt und sich nicht einfach nur auf die Filmlizenz verlassen hätte. Das allerdings was Activision mit diesem Titel auf die Spielerschar loslässt, entbehrt jeglichem Spielspass und eignet sich höchstens die Nerven der Oma zu strapazieren. Derweil hätte dieses Game so schön werden können, hätte man die Arbeit die in die grafischen Effekte gesteckt wurden auch auf das Gameplay ausgeweitet. Stattdessen schlägt man sich mit seinem Charakter von Gegner zu Gegner, die grundsätzlich im Dutzend auf uns einstürmen, und versucht verzweifelt die extrem spärlich verteilten Healtpacks und Munitionspacks noch vor dem virtuellen Tod einzusammeln. Selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad stirbt man nämlich mehrmals pro Level, bis man auch nur die ungefähre Richtung erahnen kann in der es weiter gehen soll. Da helfen auch die zahlreichen Combos nur wenig, da die Steuerung in der Praxis in ein Buttonsmashing aller erster Kajüte ausartet, da ein kontrolliertes Zuschlagen bei fünf und mehr Gegnern gleichzeitig überhaupt nicht möglich ist. Zudem laufen manche Bewegungen dermaßen langsam ab, dass man vor Wut und schmerzender Finger am liebsten das Pad in die Ecke feuert, wenn sich unser Protagonist wieder einmal in SlowMotion auf den nächsten Schlag vorbereitet, während einem die Energiewaffen von allen Seiten bearbeiten. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Entwickler dem Game weit über 20 Cheats eingebaut haben, denn ohne diese ist ein Durchspielen schlicht und einfach nicht möglich. In einem Wort: Der Frustfaktor ist unglaublich hoch. Man darf sich fragen, ob Activision nicht bewusst ist, dass ein Videospiel auch Spaß machen soll.

Einzig die Grafik, bzw. die Special-Effects, können sich wirklich sehen lassen, auch wenn man mitunter vor lauter verzehrter Atmosphäre kaum mehr etwas vom Game selbst mitbekommt, toll aussehen tut es allemal. Auch sind die Maps selbst relativ unterschiedlich designt und haben durchaus einen gewissen Bezug zum Film, dafür ruckelt das gezeigte immer mal wieder, besonders bei heftigem Schusswechsel oder bei den oft verwendeten Nebeleffekten.

Die Soundkulisse hat man ebenso schnell über wie die katastrophale Kamerasteuerung. Zwar fließt in die Aktionsequenzen oft auch ein passendes Musikstück ein, die meiste Zeit allerdings hören wir immer nur das gleiche Gejammer der Gegner sowie das dumpfe Ploppen der Energiewaffen. Spätestens wenn man das zehnte Mal "I'm faaaaalling.." hört, denkt man sich nur noch: "Na und?" und dreht den Verstärker gen Null.

Die Steuerung fällt besonders wegen der misslungenen Kameraführung auf, die erst gar keine Anstalten macht sich selbst zu bewegen. Stattdessen müssen wir sie selbst nach jedem Schwenk nachstellen und in die richtige Position drehen. Dazu gesellen sich einige etwas ungünstig angeordnete Tasten, wie den Waffenwechsel auf dem Analogstick(!). Dies kann man aber mit etwas Übung kompensieren. Die verschiedenen Combos bestehen grundsätzlich aus drei hintereinander zu drückenden Tasten, wobei sich noch ein Unterschied ergibt, je nachdem ob wir letzte Taste halten oder nicht. Mit in den Maps verteilt liegendem Geld kann man zudem weitere Combos hinzukaufen. Die gibt's übrigens, wie auch neue Waffensysteme und weiterer Schnickschnack auf dem sogenannten Schwarzmarkt zu kaufen. Dieser allerdings ist nichts anderes als ein Punkt im Hauptmenü. Auf gut Deutsch bedeutet dies, dass man kurz vor dem virtuellen Tod mal schnell ins Menü wechseln und sich dort irgendwelche Gegenstände zur Gesundung kaufen kann. Das ist zwar recht praktisch, passt aber überhaupt nicht ins Gameplay und ist höchst unlogisch. Hier haben es sich die Entwickler wohl etwas zu leicht gemacht, oder ihnen sind die Ideen ausgegangen.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Minority Report" ist ein Negativ-Beispiel einer Filmumsetzung wie sie eben nicht zu geschehen hat. Alleine der gute Name macht einfach noch kein gutes Videospiel, selbst wenn man die Filter der Xbox exzessiv einsetzt und den Spieler mit einem unfair schwerem Gameplay bestraft. Auf alle Fälle macht es keinen Spaß stundenlang die überzähligen Gegner nieder zu prügeln ohne jegliche Abwechslung. Demzufolge ist die Bezeichnung Action-Adventure für dieses Game eigentlich falsch gewählt, denn es gibt sich wie ein Hack´n Slay in einer Science-Fiction Umgebung. Die Adventure Elemente nämlich sind so dünn gesät, dass sie nicht ins Gewicht fallen.
Minority Report (XB)
  • Singleplayer
  • 4,8 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 6/10 
    Sound 4/10 
    Steuerung 5/10 
    Gameplay 4/10 
Pro & Contra
Schöne und exzessiv eingesetzte Special-Effects
Ein Gameplay welches seinen Namen nicht verdient
schlechte Kameraführung
unterdurchschnittliche Soundkulisse
Dieses Game als Action-Adventure zu bezeichnen ist eigentlich irreführend da es sich wie ein Hack´n Slay spielt
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