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Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty - Das lange Warten hat ein Ende - Leser-Test von Sigistauffen


1 Bilder Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty - Das lange Warten hat ein Ende - Leser-Test von Sigistauffen
Was lange währt, wird endlich gut. Ein weiser Satz, der leider insbesondere im Bereich der Video- und Computerspiele nicht ausnahmslos seine Gültigkeit hat. Manchmal erblicken nach schier endloser Wartezeit Perlen wie Zelda 64 das Licht der Spielewelt, bei anderen Spielen wie Romero's Daikatana tragen jedoch endlose Verschiebungen dazu bei, daß der einst so heisse Anwärter auf einen Platz im Spieleolymp zur sowohl technisch als auch spielerisch gnadenlos veralteten Belanglosigkeit mutiert.
Gottseidank kann man Hideo Kojimas neustes Werk, "Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty" genauso wie dessen überaus erfolgreichen Vorgänger getrost zur erstgenannten Kategorie zählen.

Story:
Snake wurde offensichtlich von dem fiesen FOXDIE Virus verschont und bleibt seiner Haupttätigkeit, nämlich dem bevorzugt lautlosen Infiltrieren von gut gesicherten Standorten und dem damit verbundenen Um-Die-Ecke-Bringen von sinistren Bösewichten, treu. Sein ehemaliger Auftraggeber,die Geheimabteilung "Foxhound",wurde nach dem Vorfall auf der Insel Shadow Moses (Das setting von MGS1) aufgelöst und so arbeitet Snake und mit Ihm ein weiterer Überlebender von Shadow Moses, der Computerfreak Hal Emmrich, besser bekannt unter dem Spitznamen Otacon, nun für eine Gruppe namens "Philantrophy". Das Ziel von "Philantrophy" ist das Ausschalten von Metal Gear, einem Kampfpanzer auf zwei Beinen, welcher in der Lage ist, von jedem x-beliebigen Punkt der Erde aus atomare Erstschläge zu starten, und dabei durch Verwendung einer neuartigen Raketenabschußtechnik völlig unerkannt bleibt. Nach den Ereignissen von Shadow Moses wurden die Baupläne dieser Vernichtungsmaschine auf dem Schwarzmarkt verkauft, und nun hat eben jeder einen, sowohl internationale Großmächte als auch viele der sog. Schurkenstaaten. Dagegen haben Snake und Otacon natürlich berechtigte Einwände und zerstören zahllose Metal Gears weltweit, was sie in den Augen von Regierungen zu Terroristen macht, und zwar zu den mitunter meistgesuchten überhaupt. Als Otacon einen Tip erhält, daß ein neuer Metal Gear Prototyp, Eigentum des US Marine Corps, im Bauch eines Tankers untergebracht ist, der ihn wohlmöglich zu abschließenden Testzwecken auf's offene Meer bringen soll, macht sich Snake auf, diese Tatsache zu beweisen, indem er kurzerhand den Tanker infiltriert um so photografisches Beweismaterial zu erhalten. Was sich für Snake anfangs noch nach einem Routineauftrag anhört entpuppt sich schnell zu einem wesentlich größeren und gefährlicheren Unterfangen, als es selbst einem Superspion lieb sein kann, denn kurz nach seiner Ankunft wird der Tanker, und mit ihm das neue Metal Gear, von russischer Miliz gekapert...

Grafik:
Absolut erstklassig, was uns die code wizards von Konami hier auftischen, denn was Realismus angeht, sucht Snakes 2ter Schleichauftrag wirklich seinesgleichen. Klar, da gibt es Spiele mit feineren Texturen oder welche, die einen höheren Polycount aufweisen, aber kein Spiel schafft so ein optisch rundes, in jeder Hinsicht auf Hochglanz poliertes Grafikerlebnis wie MGS2. Das hat viele Gründe: Alle Akteure von MGS2, ob nun Snake, Ocelot, Otacon oder die einfachen Soldaten wurden bis ins letzte Detail ausgearbeitet und mit einer Unmenge absolut realistischer Bewegungsabläufe versehen. Beispiel: Ein Soldat auf Streife. Er zieht seine Runden, schaut dabei über Vorsprünge und Geländer (es könnte ja irgenjemand eine Etage tiefer sein Unheil treiben), steigt völlig glaubwürdig Treppen auf und ab, hält dann und wann auch mal inne, um durch Armrudern seine Gelenke zu lockern und manchmal pennt er einfach im Stehen ein. Schaut einfach mal den Soldaten eine längere Zeit zu, ist wirklich kustig. Sollten sie Snake entdecken, legen sie dann ein äußerst ruppiges Verhalten an den Tag. Zuerst feuern sie ein paar Schüsse ab, um sich einen Fluchtweg zu sichern, dann packen sie ihr Talkie aus, um Verstärkung zu rufen. Solltet Ihr vorher, oder kurz nachdem Ihr entdeckt wurdet, das Talkie durch einen gezielten Schuß zerstört haben, schüttelt es die Wache ein paar mal hin und her, registriert, daß es kaputt ist und nimmt reißaus, um in der Nähe stationierte Wachen zu alarmieren. Oh ja, mit den Wachposten kann man eine Menge Spaß haben.Aber nicht nur im Bereich der Charakteranimation, sondern auch im Bereich Effekte setzt MGS2 Maßstäbe. Sei's nun um des noch nie so realistisch dargestellten Regens willen, wegen der wahnsinns Darstellung von Unterwasserszenarien, den richtig sitzenden Explosionen, den Patronenhülsen, den kleinen Käfern, den Seemöwen oder dem brillianten Schattenwurf: Metal Gear 2 ist ein optisches Highlight, und das nicht nur auf den 1. Blick, nein, erst beim 2. oder gar 3. Mal hinschauen werden euch so manche liebevolle Details auffallen und dann werdet ihr einen zufriedenen, wenn nicht gar stolzen Blick auf eure liebe PS2 werfen.

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