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Medieval: Total War im Gamezone-Test


1 Bilder Medieval: Total War im Gamezone-Test

Massenschlachten auf riesigen Schlachtfeldern wurden uns ja schon des öfteren in diversen Strategiespielen versprochen, ich erinnere an das fehlerhafte Braveheart oder das enttäuschende Legion. Wirklich halten konnte das Versprechen eigentlich nur Shogun: Total War, welches die großen chinesischen Bürgerkriegszenarien abhandelt. Mit "Medieval: Total War" erreicht uns endlich ein Echtzeitstrategiehammer der wirklich in der Lage ist ganze Hundertschaften auf den Schlachtfeldern zu beleben. Dabei stehen uns drei Zeiträume zur Verfügung, welche mit dem frühen Mittelalter beginnt und im späten Mittelalter endet. Je nach Startzeitpunkt verfügen die Völker über verschieden weit entwickelte Technologien.

"Medieval: Total War" teilt sich in zwei unterschiedliche Spielmodi auf. Der erste taktische Mode läuft Rundenbasiert ab und dient zum Verwalten der Ländereien und der darauf postierten Gebäude und Truppen. Diese können erweitert, zusammengefasst oder einfach nur bewegt werden. Betritt eine Truppe Feindesland wird der in Echtzeit ablaufende Battle-Mode aktiviert, in dem wir das Schlachtfeld aus einer 3D Vogelperspektive zu sehen bekommen. Dort können wir nach bester Feldherrenart die Truppen über die Hügel gegen die Feinde scheuchen. Allerdings haben wir nicht Zugriff auf jeden einzelnen Mann sondern nur immer auf die jeweilige Einheit, welche man an der Fahne des Trägers erkennen kann. Es wäre aber auch wenig Sinnvoll bei Schlachten dieser Ausmaße noch einzelne Figuren zu bewegen, noch dazu wo die Möglichkeiten des Interfaces schier unerschöpflich erscheinen. Selbstverständlich kann man die Truppen in x verschiedenen Formationen marschieren lassen oder die aus Strategiespielen bekannten Befehle geben, wie Stellung halten oder nach eigenem Gutdünken angreifen lassen, doch das Verhalten der Soldaten geht wesentlich weiter. So kann man festlegen, ob ein Lanzenträger ohne Lanze weiterhin Kämpfen oder ob er sich lieber zurückziehen soll. Bis man all diese Features ausprobiert hat dürften schon einige Schlachten ins Land gezogen sein. Dabei darf man die hohe Anzahl der Ausbaustufen der einzelnen Einheiten nicht vergessen. Je nach vorhandener Infrastruktur kann man praktisch jede Einheit verbessern und aufrüsten, neue Waffensysteme erforschen und effektivere Kasernen herstellen. An dieser Stelle sollte man aber erwähnen, dass "Medieval: Total War" sich trotz der vielen Features recht Einsteigerfreundlich gibt, auch wenn man als Neuling in dem Genre schon ab und an ins Handbuch sehen muss. Trotzdem richtet es sich offensichtlich eher an die Hardcorestrategen, welche in diesem Game ihre Erfüllung finden könnten.

Wo soviel Licht ist muss bekanntlich auch etwas Schatten sein. Den findet man bei diesem Game in der grafischen Darstellung der Schlachtfelder, die allesamt etwas leer aussehen und in Kombination mit den zwar vielen aber allen gleichen Soldaten nicht unbedingt den Zenit der grafischen Künste erreicht. Dazu gesellt sich eine Kamerasteuerung die zwar funktioniert aber nicht unbedingt das Gelbe vom Ei darstellt. Je nachdem an welcher Stelle wir den Rand des Schirms mit dem Mauscursor berühren, schwenkt sie im Kreis oder bewegt sich seitwärts. Auf mittlerer Höhe also dreht sich die Kamera ohne ihre Position zu verlassen, darunter und darüber schiebt sie sich seitwärts übers Land. Da ist es schon praktischer den gewünschten Punkt auf der Übersichtskarte direkt anzuklicken, woraufhin die Kamera augenblicklich ihren Standort wechselt. Generell wirkt das Interface zwar nicht unbedingt unübersichtlich, doch aber etwas unaufgeräumt. So ist man oft gezwungen zwischen den Icons am unteren und am oberen Bildschirmrand hin- und herzuspringen.

Die Soundkulisse hingegen gibt sich sehr differenziert und ausgereift, lediglich etwas mehr Lautstärke würde man sich, zumindest in den heißen Phasen des Kampfes, wünschen. Je nach momentaner Situation ändert sich auch die Hintergrundmusik, von einer leisen, kaum vernehmbaren Laute im Strategiemenü bis hin zu epochalen Streichern nach dem geben des Angriffsbefehls. Die Kampfgeräusche selber sind leider sehr Positionsgebunden und schon einige Meter neben dem Geschehen hört man kaum noch etwas. Nur wenn die Kamera wirklich direkt über dem Kampfgeschehen hängt, hört man auch die Waffen klirren und die Soldaten brüllen.

  • Peter Grubmair"-"
  • "Medieval: Total War" ist ein Strategiehammer der in diesen Ausmaßen relativ einmalig sein dürfte. Trotz der vielen Features gibt sich das Game erstaunlich Einsteigerfreundlich, ohne aber die geübten Spieler einzuschränken oder in ihrem Schaffensdrang zu zügeln. Die Kombination aus dem rundenbasiertem Strategieteil und der in Echtzeit ablaufenden Schlachten ist wunderbar gelungen und erlaubt ein erstaunlich flüssiges Gameplay. Wer sich also schon für Titel wie "Shogun" begeistern konnte, wird an "Medieval" kaum etwas auszusetzen finden, doch auch Einsteiger ins Genre können bedenkenlos zugreifen, denn das Programm gibt sich alle Mühe auch ihnen einen angenehmen Einstieg zu präsentieren. Demnach ist es der bei uns noch nicht besonders bekannten Softwareschmiede Creative Assembly gelungen einen wirklichen Trendsetter auf die Beine zu stellen, denn Massenschlachten sind ganz offensichtlich wieder voll in Mode.
Medieval: Total War (PC)
  • Singleplayer
  • 8,5 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 7/10 
    Sound 8/10 
    Steuerung 9/10 
    Gameplay 10/10 
Pro & Contra
Ein Gameplay wie geschaffen für Hardcorestrategen und Features zum Abwinken
Etwas öde und schwach detaillierte Schlachtfelder
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