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Medal of Honor: Allied Assault (dt.) im Gamezone-Test


1 Bilder Medal of Honor: Allied Assault (dt.) im Gamezone-Test

Medal of Honor: Mittendrin - statt nur dabei!


1 Bilder Medal of Honor: Allied Assault (dt.) im Gamezone-Test
Ich laufe richtung Strand, bin umgeben von einschlagenden Granaten, Staub, Lärm und an mir vorbeipfeifenden Kugeln. Schnell finde ich Deckung hinter einer Panzersperre, die der einzige Schutz vor dem sicheren Tod ist. Das Herz pocht mir bis zum Hals, ich bekomme kaum noch Luft, mir ist schlecht und ich hab unbeschreibliche Angst. Irgendwie schaffe ich es mich bis zum schützenden Sandwall vorzukämfen und dort in Deckung zu gehen. Fast alle meine Kameraden sind gefallen, ich hab es als einer der wenigen wie durch ein Wunder bis hier her geschafft. Willkommen bei Medal of Honor - Allied Assault!

Wer "Saving Private Ryan" gesehen hat, weiß um was es in Medal of Honor geht, ja sogar was einem in dem Spiel erwartet. Eigentlich hätte man das Spiel nach dem Film benennen können, denn sehr viele Szenen sind nahezu exakt aus dem Film übernommen und es erwarten einen die gleichen Gefahren. Dies mag aber auch daher kommen, dass all das tatsächlich am 6. Juni 1944 und während des gesamten zweiten Weltkrieges passiert ist.

Das Spiel baut eine unglaublich dichte Atmosphäre auf und man kommt sich an manchen Stellen wirklich mitten in die Kämpfe versetzt vor. Electronic Arts hat hierfür extra Captain Dale Dye vom USMC als Berater bei der Entwicklung des Spiels mit einbezogen, er hat schon bei Filmen wie "Der schmale Grad" und "Saving Private Ryan" mitgewirkt. Gerade in der dritten Mission (die Landung der Alliierten in der Normandie) erlebt man hautnah welche Angst die Soldaten damals gespürt haben müssen. Dies reicht schon aus um nach dem Abschluss der Mission erst mal tief Luft holen zu müssen.

Wir übernehmen die Rolle von Lieutenant Mike Powell der sich über 6 Missionen hinweg den Nazis entgegenstellen muss. Dies scheint etwas kurz, allerdings sind gerade die letzten drei Missionen in sehr viele Einzelabschnitte unterteilt und man benötigt schon einige Zeit um weiterzukommen. Der geübte Egoshooter-Spieler wird das Spiel allerdings innerhalb von ca. 7-12 Stunden durchgespielt haben. Am besten man fängt nicht auf "Easy" sondern auf "Normal" als Schwierigkeitsgrad an.

Die Grafik ist gerade bei den Models der Soldaten sehr liebevoll gemacht und auch beim Design der Einzelnen "Maps" hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Hier sieht man endlich mal das man auch anspruchsvolle Spiele aus der Quake3-Engine bauen kann. Spieler von "Return to Castle Wolfenstein" werden evtl. etwas enttäuscht sein, da das Spiel nicht so farbenfroh ist. Dies ist allerdings völlig richtig, denn Medal of Honor legt viel mehr wert auf Realismus und im Krieg ist nun mal alles grau und staubig und es gibt auch keine "Super-Soldiers" die mit futuristischen "Blitzwaffen" auf einen schießen. Nur eins fehlt gänzlich: Blut. Wahrscheinlich hat EA absichtlich darauf verzichtet, da das Spiel sonst "zu realistisch" geworden währe. Es sollte wohl doch "nur" ein Spiel und kein interaktiver Krieg werden.

Ganz besonders gut gelungen ist der Sound: Die Umgebungsgeräusche sind absolut perfekt auf die jeweilige Situation abgestimmt und auch die dezente Hintergrundmusik wirkt wie aus einem Film von Steven Spielberg. Gerade die Dialoge mit den deutschen Soldaten sind sehr gut gelungen, hier sind offensichtlich deutsche Sprecher eingestellt worden um auch hier das Spiel so realistisch wie möglich wirken zu lassen.

Das Gameplay bietet sehr viel Abwechslung. So sind manche Missionen auf die "Rambo-Tour" zu bewältigen, andere wiederum sind nur zu schaffen, wenn man sich mit dem Scharfschützengewehr auf die Lauer legt und erst mal den Weg für die eigene Truppe freischießen muss. Auch Fahrzeuge sind benutzbar: So fährt man in einer Missionen als MG-Schütze auf einem Jeep mit, an einer späteren Stelle darf man mit einem übernommenen Tiger-Panzer durch eine französische Kleinstadt fahren. Obwohl man die ganze Zeit auf sich alleine gestellt ist und man den Team-Mitgliedern keine Befehle erteilen kann, entsteht oft der Eindruck als wär man Teil eines Teams, das sich durch die Straßen kämpfen muss.

Medal of Honor - Allied Assault ist fast wie ein Film. Es spielt sich auch so packend und zeigt auf sehr realistische Weise wie grausam Kriege sein können. Ein Spiel, das sogar an manchen Stellen im positiven Sinne zum Nachdenken über den zweiten Weltkrieg anregt.

Medal of Honor: Allied Assault (dt.) (PC)
  • Singleplayer
  • 9,2 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 9/10 
    Sound 10/10 
    Steuerung 9/10 
    Gameplay 9/10 
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