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Mario + Rabbids: Kingdom Battle im Test: Mit Liebe gemacht (+Review-Video)

Ist Mario & Rabbids: Kingdom Battle der erhoffte Hit für die Nintendo Switch geworden? Im Test mit Wertung und Video-Review erfahrt ihr alles Wissenswerte zu Umfang, Gegner-KI, Balancing, Story-Qualität und Koop-Modus. Muss XCOM 2 samt Add-on War of the Chosen um seinen Thron im Taktik-Genre fürchten?

22 Bilder Mario + Rabbids: Kingdom Battle im Test: Mit Liebe gemacht (+Video-Review) Mario + Rabbids: Kingdom Battle im Test: Mit Liebe gemacht (+Video-Review) [Quelle: Computec Media GmbH]

Auf die Idee kann auch nur Ubisoft kommen: Dem kinderfreundlichen Nintendo-Maskottchen Mario wird in seinem Crossover mit den verrückten Rabbids namens Kingdom Battle einfach mal eine Knarre in die Hand gedrückt. Gewalt, Tod und Blut in einem Mario-Spiel? Keine Sorge, Mario + Rabbids: Kingdom Battle entpuppt sich im Test nicht als For Honor-artige Metzelorgie oder schmutziger The Division-Ableger. In dem rundenbasierten Taktikspiel ist allein der Schwierigkeitsgrad zuweilen brutal.

Kühle Logik und erbarmungslose Flankenangriffe stehen im Fokus, denn Kingdom Battle macht euch zum Mastermind eines Feldzugs: Mithilfe von Peach, Luigi, Yoshi und ein paar verbündeten Rabbids soll Mario für Ordnung im Königreich sorgen, nachdem Ubisofts Hasenplage darüber hereingebrochen ist. Dazu müssen etliche Schlachten geschlagen werden, Zug für Zug und aus der isometrischen Perspektive. Trotz putziger Aufmachung entpuppt sich das als komplexes Unterfangen: Hinter der abgedrehten Crossover-Idee steckt ein Rundentaktik-Spiel, das sich in Sachen Anspruch nicht vor dem auf PC, PS4 und Xbox One erfolgreichen XCOM 2 und dessen Add-on War of the Chosen verstecken muss!

Mario + Rabbids: Kingdom Battle-Test: Bwaaah, Story!

      


22 Bilder Der flache Rabbids-Humor wird durch viele intelligente Anspielungen auf bekannte Mario-Klischees ergänzt. Der flache Rabbids-Humor wird durch viele intelligente Anspielungen auf bekannte Mario-Klischees ergänzt. [Quelle: Computec Media GmbH]
Wer schon mal was von (Super) Mario gehört hat, aber keine Ahnung hat, was ein Rabbid ist: Die anarchistisch veranlagten Kaninchen sind sowas wie die weißen Minions der Spieleindustrie. Dementsprechend chaotisch geht es bei ihrem neuesten Auftritt zu: Ausgerüstet mit einer futuristischen Brille, die zwei beliebige Objekte miteinander kreuzt, landen die Häschen im Pilzkönigreich von Prinzessin Peach. Dort bringen sie - typisch Rabbids - alles kräftig durcheinander und Klempner Mario macht sich zusammen mit ein paar freundlich gesinnten Langohren daran, die Sache wieder ins Lot zu bringen.

Das war auch schon die ganze Geschichte; Mario + Rabbids: Kingdom Battle hat viele Stärken, aber eine spannende Story gehört nicht dazu. Immerhin liefert der Plot eine Ausrede, um allerlei bekannte Charaktere wie Bowser, Yoshi oder Toad zu treffen. Nach und nach rekrutiert ihr insgesamt acht Charaktere für eure Heldengruppe; die erste Begegnung mit diesen höchst unterhaltsam in Szene gesetzten Figuren gehört ebenso zu den Highlights des Spiels wie die zahlreichen (Mini-)Bosskämpfe, bei denen allerlei bekannte Nintendo-Größen "rabbifiziert" werden.

Mit im Gepäck haben die Rabbids natürlich ihren berüchtigten Humor, der auf Grimassen, alberne Geräusche und das idiotische Verhalten der Karnickel setzt. Das ist zweifellos nicht jedermanns Sache, dennoch kommt es im Spielverlauf zu einigen äußerst amüsanten Situationen. Aber selbst wenn man mit Rabbids und Mario-Universum nichts anfangen kann, zaubert einem Kingdom Battle unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht. Denn in Sachen Detailgrad und Animationen hat sich Ubisoft bei selbst übertroffen.


22 Bilder Die Ubisoft-Grafiker haben ganze Arbeit geleistet: Das Abenteuer von Mario und Rabbids ist das bis dato schönste Switch-Spiel. Die Ubisoft-Grafiker haben ganze Arbeit geleistet: Das Abenteuer von Mario und Rabbids ist das bis dato schönste Switch-Spiel. [Quelle: Computec Media GmbH]

Technik-Test: Stotternde Schönheit

      

Hintergründe sind mit Leben gefüllt und die vier im Spielverlauf besuchten Welten sind farbenfroh und wunderschön anzusehen. Charaktere bewegen sich auf putzige Art und Weise; Rabbid Peach etwa (ein Hase mit Perücke) stolpert immer mal wieder über ihr Kleid und fliegt auf die Schnauze. Andere Figuren watscheln tollpatschig durch die Landschaft, kauern sich ängstlich zusammen oder schmiegen sich mit der Coolness eines Geheimagenten an Deckungsmöglichkeiten. Da macht allein das Zusehen schon Spaß!

Ubisoft kitzelt für diese Grafikpracht das letzte bisschen Leistung aus der Switch-Hardware; die Technik ist höchst beeindruckend. Manchmal gehen der Konsole aber auch die Reserven aus, besonders bei Kamera-Zooms kommt es zu Slowdowns. Sehr selten sind aufgrund der Belastung auch kleinere Stockfehler bemerkbar, besonders im TV-Modus. Insgesamt sind diese aufgrund des gemächlichen Spieltempos aber zu verschmerzen, denn meistens brütet ihr ohnehin längere Zeit über eurem nächsten Zug; statt schneller Reaktionen ist in Mario + Rabbids: Kingdom Battle Hirnschmalz gefragt.

Review: Anspruchsvoller als man denkt

      


22 Bilder Einfallsreich und sehr fordernd: Die Bosskämpfe sind bei Mario + Rabbids: Kingdom Battle das Salz in der Suppe. Einfallsreich und sehr fordernd: Die Bosskämpfe sind bei Mario + Rabbids: Kingdom Battle das Salz in der Suppe. [Quelle: Computec Media GmbH]
20 Stunden purer Rundentaktik-Spaß stecken im ungewöhnlichen Crossover-Spiel von Ubisoft - 30 Stunden Umfang sind es mindestens, wenn ihr auch noch die vielen optionalen Herausforderungen absolviert, die nach dem Abschluss einer Welt freigeschaltet werden. Egal ob in der Story-Kampagne oder anderswo: Auf die von Rabbids besetzten Schlachtfelder dürft ihr maximal drei Helden mitnehmen (Mario ist in der Kampagne gesetzt); deren Ausrüstung und Skills optimiert ihr stetig duch verdientes Gold und Talentpunkte. Anschließend gebt ihr in aller Ruhe Befehle, bevor der Gegner dran ist.

Jede Figur darf drei Aktionen pro Zug ausführen: Bewegung, Angriff und der Einsatz einer Spezialfähigkeit. Der Clou: Diese Aktionen dürfen in beliebiger Reihenfolge eingesetzt werden, was deutlich mehr taktische Optionen erlaubt. Sich statt zu Beginn erst später zu bewegen, kann überlebenswichtig sein, wenn ihr etwa erst mit Mario die Waffenstärke eurer Verbündeten erhöht und dann einen Gegner aus dem Weg räumt, der ansonsten einen kostenlosen Reflexschuss auf einen eurer sich bewegenden Charaktere ausgeführt hätte.

Deckungsmöglichkeiten verpassen den Gefechten zusätzliche Würze, denn hauptsächlich wird aus der Entfernung geschossen: Wer hinter einer hohen Mauer Schutz sucht, der ist erst einmal sicher vor Beschuss. Allerdings gibt es auch Methoden, Figuren aus der Deckung zu locken - alternativ lassen sich die meisten Hindernisse einfach durch Beschuss oder den Einsatz von Granaten sowie Nahkampfwaffen zerbröseln. Allerdings nur als Nebeneffekt eines Angriffs; direkt ins Visier nehmen dürft ihr die Barrieren nicht.

Im Vergleich zum PC-Hit XCOM spielt in Mario + Rabbids: Kingdom Battle der Zufall beim Zielen und Abdrücken eine deutlich geringere Rolle: Trefferchancen betragen entweder 0, 50 oder 100 %. Hier muss man sich also nicht über verpatzte 90%-Schüsse aufregen; wer seinen Zug vorab clever im Kopf durchgeht, kann den geschmiedeten Plan im Regelfall problemlos umsetzen. Allerdings gibt es dennoch viele Besonderheiten zu beachten, dazu tragen auch die Gegnervariationen mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen bei. Geister teleportieren sich und sind somit immun gegen Relfexschüsse (das Äquivalent zum von XCOM populär gemachten "Overwatch"). Grobiane laufen mit jedem abgegebenen Schuss auf ihren Angreifer zu und hauen ihm schließlich eine Felsplatte aus nächster Nähe um die Ohren. Und Hüpfer nutzen Doppelsprünge, um auf höhere Ebenen zu gelangen und eure Helden auszumanövrieren.


22 Bilder Die Röhren auf vielen Schlachtfeldern eignen sich zum Überbrücken großer Distanzen und unterstreichen den Gameplay-Fokus auf Mobilität. Die Röhren auf vielen Schlachtfeldern eignen sich zum Überbrücken großer Distanzen und unterstreichen den Gameplay-Fokus auf Mobilität. [Quelle: Computec Media GmbH]

Kingdom Battle-Test: Mobilität ist Trumpf

      

Solche Teamsprünge mit Beteiligung von bis zu zwei Verbündeten sind auch eine Spezialität eurer eigenen Figuren; Bewegung und offensives Vorgehen ist in Mario + Rabbids: Kingdom Battle oftmals der Schlüssel zum Sieg. Dadurch unterscheidet sich das Spiel von vielen anderen Genre-Vertretern, in denen vorsichtiges Handeln und Einigeln belohnt wird. Ganz anders Mario + Rabbids: Kingdom Battle: Ein Schlitterangriff namens Raserei, bei dem der Gegner umgeschubst wird, gehört zum Handwerkszeug jedes Helden und vieler Gegner.


22 Bilder Mario + Rabbids: Kingdom Battle enthält neben Schießeisen auch Sekundärwaffen wie Granaten oder Hämmer für den Nahkampf. Mario + Rabbids: Kingdom Battle enthält neben Schießeisen auch Sekundärwaffen wie Granaten oder Hämmer für den Nahkampf. [Quelle: Computec Media GmbH]
Nicht genug, dass sich mehrere solcher Attacken kombinieren lassen; anschließend darf der Angreifer auch noch im Rahmen seines Bewegungsradius weiterlaufen oder mittels Röhren größere Distanzen zurücklegen. Wenn man dann noch einen Teamsprung auf einen zuvor clever platzierten Kameraden ausführt, gelangt man unter Umständen in einem Zug von einem Ende des Schlachtfelds zum anderen. Dadurch spielt sich Mario + Rabbids: Kingdom Battle wunderbar eingängig und frisch, ganz anders also als Konkurrenten wie Fire Emblem.

Ein zweiteiliges Upgrade-System motiviert zum Erfüllen aller Herausforderungen sowie der Suche nach allen verstecken Bonusinhalten. Mit Gold und Talentpunkten verbessert ihr Fähigkeiten und Ausrüstung eures Teams. Trotz vieler lustiger Ideen gibt es auch Anlass zur Kritik: Das Balancing ist nicht komplett geglückt.

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