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Legacy of Kain: Soul Reaver 2 - Chronik eines Unsterblichen - Leser-Test von Berte


1 Bilder Legacy of Kain: Soul Reaver 2 - Chronik eines Unsterblichen - Leser-Test von Berte
KAPITEL 1 - Prolog
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Mein Name ist Raziel und ich gehöre zur Rasse der Vampire. Einst waren wir stolze Geschöpfe, denen sogar das Schicksal von Nothgoth in die Hände gelegt wurde, doch im Laufe der Zeit wurde unser Clan immer mehr von Neid und Rachsucht zerfressen.
Vor vielen Jahren, lange bevor mich die Geschichte dazu auserkor ihr Messias zu werden, war ich die rechte Hand unseres Clanführers Kain. Doch in dem Moment, da mich ein göttlicher Hauch streifte und mir Flügel verlieh, nahm Kain von Neid zerfressen meine Zukunft in seine Hände, zerfetzte meine Flügel mit seine Klauen und ließ mich von seinen treuen Schergen in den Abgrund werfen, wo ich dazu verdammt sein sollte, ewig als ruhelose Seele im Fegefeuer dahin zu siechen.
Doch dies war nicht das Ende! Es war ein neuer Anfang, denn eine geheimnisvolle Macht, die sich mir später als gigantisches Tentakelwesen offenbarte, "rettete" mich aus der Verdammnis, um mich dann zu seinem Vasallen zu machen.
Doch von Hass und Rache getrieben, streifte ich meine Ketten ab und machte mich auf die Suche nach dem Verräter Kain. Viele Abenteuer lagen auf meinen Wegen, zahllose Rätsel und Geheimnisse musste ich bewältigen und doch wurde ich seiner nie habhaft, obwohl ich die stärkste Waffe Nothgoth's meine Eigen nenne - den Soul Reaver, ein mächtiges Elementeschwert, das sich flammengleich und allesverzehrend meinen Arm emporwindet. Dank des Soul Reavers erlernte ich verschiedene Fähigkeiten, die mir auf meiner Suche äußerst hilfreich waren und dennoch kam ich nie in den Genuss, meine Rachegefühle stillen zu dürfen.
Doch ich bin ein Vampir und als solcher wurde mir die Gabe des ewigen Lebens geschenkt. Meine Zeit wird kommen.

KAPITEL 2 - Die Chronik
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Viele Jahre sind vergangen und nie war ich meinem Ziel so nahe wie zu Beginn meiner neuen Reise, von der ich hier erzählen werde. Ich habe den verruchten Bastard aufspüren können, doch ehe ich ihn mit den Flammen des Reavers durchbohren konnte, floh der Feigling durch einen Zeittunnel. Endlich die Erfüllung meiner Begierden vor Augen habend, stürzte ich ihm hinterher und tauchte in den Zeitstrom ein. Doch mich erwartete eine Überraschung, den in den Schlieren und Kaskaden des gewaltigen Mahlstroms wurde ich abgefangen und erneut zum Spielball höherer Mächte gemacht. Möbius, ein Scharlatan in der Kutte eines Magiers, schickte mich wieder auf die Suche nach Kain und blind vor Rache gehorchte ich seinen Befehlen. Wieder ist es meine Aufgabe, die düsteren und vom Grauen verseuchten Gefilde von Nothgoth zu durchstreifen, die uralten Relikte der Vorfahren in Gang zu setzen und das Böse auszumerzen.
Sehr schnell wird mir bewusst, welch finsteres Spiel Möbius mit mir vorhat, doch ebenso schnell erkenne ich, dass Möbius nicht der eigentliche Drahtzieher ist. Andere Mächte agieren im Hintergrund und Möbius ist nur eine Marionette, wie ich es auch bin. Wieder treffe ich auf die allwissende tentakelübersäte Entität und auch Kain kreuzt nicht selten meine Wege. Je länger ich auf Nothgoth's Wegen wandele, um so mehr häufen sich die Fragen um meine Existenz und den Grund meines Hierseins. Erschwert wird diese Sinnsuche durch die Tatsache, dass viele Erinnerungen der Vergessenheit anheim gefallen sind. Ich bin ein Opfer der Amnesia, denn einst kam bei meinen früheren Abenteuern der Moment, da ich angesichts der unlösbaren Rätsel und der übermächtigen Gegner resignierte und feige den Rückzug antrat. Nun aber, gestählt durch neuen Mut, der meine dunklen Adern durchströmt, bin ich gewillt, den Weg bis zum bitteren Ende zu gehen. So muss ich mich aber auch damit abfinden, dass mir einige Aspekte meiner Geschichte verworren erscheinen, da mir die Zusammenhänge fehlen. Wer sind zum Beispiel die Serafan, zu denen ich einst gehört haben muss, obwohl sie die erbitternsten Feinde aller Vampire sind? Welche Rolle spielte Möbius in meinem früheren Leben? Und welche Funktion wurde dem dunklen Vorador in diesem undurchschaubaren göttlichen Plan zugedacht?
Um das Rätsel zu lösen, bin ich gezwungen, den Zeitstrom noch weitere Male zu betreten. So gelange ich in die Zukunft, in der die Säulen, die das Glück von Nothgoth bedeuteten, schon lange Kains dunklen Machenschaften zum Opfer gefallen sind und das Land von Schatten und bösen Seelen überflutet wurde. Doch sollte dies nicht das letzte Mal sein, dass mich der Zeitstrom an andere Ufer spülte.
Nur langsam erschließt sich mir das Ausmaß der kompletten Verschwörung. Ich beginne zu begreifen, dass ich benutzt wurde, um die Zeit zu manipulieren, denn wann immer ich versuchte, meine Fesseln abzustreifen, wurde der Zeitfluss aus seinem gewohnten Bett gedrängt und musste sich neue Wege suchen. Ja, ich erkenne meine Rolle als beharrlicher Fels in der Strömung, der dem Zeitfluss eine andere Richtung zu geben vermag. Und doch ist alles vorherbestimmt... Die Geschichte duldet kein Paradoxon!

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