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Knack 2 im Test: Bitte kein Knack 3, okay Sony?

Knack konnte als PS4-Launchtitel 2013 kaum überzeugen. Fast vier Jahre später folgt der Nachfolger, erneut aus der Feder von "PS4-Vater" Mark Cerny. Es gibt jetzt mehr Moves, einen vollwertigen Koop-Modus - nur leider geht Knack 2 jeglicher Charme ab.

7 Bilder Knack 2 im Test: Bitte kein Knack 3, okay Sony? (1) Knack 2 im Test: Bitte kein Knack 3, okay Sony? (1) [Quelle: Computec Media GmbH]

Star ist erneut der titelgebende, aus vielen kleinen Kristallen zusammengesetzte Roboter Knack. Auch das Grundprinzip bleibt: Knack 2 konfrontiert euch zu ungefähr gleichen Teilen mit Action-Sequenzen, Jump'n'Run-Passagen sowie Rätseln. Die Kämpfe gegen Kobolde, Roboter und kleineres Getier stellen dank der erweiterten Schlagmöglichkeiten das Highlight des Spiels dar.

Insgesamt 35 Spezialfähigkeiten kann man freischalten, lernt neue Moves, kann schneller ausweichen oder erhält mehr Kraft. Trotzdem kann Knack 2 nicht annähernd in Spaßsphären eines God of War oder Bayonetta vorstoßen. Viele Gegner agieren flink, weichen auch mal aus, aber die die meisten Kämpfe sind mit einfachen Taktiken, regelmäßigem Ausweichen und schnellem Knöpfehämmern leicht zu meistern.

Im späteren Verlauf wird Knack dank eingesammelter Kristalle immer größer und nimmt es mit einer Vielzahl mächtiger Gegner auf. Hier hatten wir richtig Spaß, waren aber auch etwas verwundert, dass die Entwickler solche Passagen nicht schon mal früher eingebaut haben. Das hätte uns einiges an Langeweile erspart.


7 Bilder Wer bei einer Sprungpassage mehrmals scheitert, wird gefragt, ob er sie 'überspringen' will.  Wer bei einer Sprungpassage mehrmals scheitert, wird gefragt, ob er sie "überspringen" will.  [Quelle: Computec Media GmbH]
Alles schon mal dagewesen
Reichlich uninspiriert kommen auch die Hüpf-Passagen daher, die euch mit ungefähr allem konfrontieren, was Jump'n'Run-Entwickler in den letzten 20 Jahren in ihre Spiele eingebaut haben: Zahnräder, bewegliche Brückenteile, Gasrohre und so weiter und so fort. Theoretisch kommt eine Rätselkomponente in die Hüpfpassage, da ihr Knack jederzeit mit R1 von metergroß auf winzig klein schrumpfen (und ihn wieder anwachsen) lassen könnt. Doch diese Stellen sind superoffensichtlich und schnelle (!) Größenwechsel während Hüpfpassagen, die etwas Spannung ins Spiel gebracht hätten, sind nicht vorhanden. Zur Anspruchslosigkeit gehört auch, dass euch das Spiel, wenn ihr eine Sprungpassage bei ein paar Versuchen nicht meistern konntet, fragt, ob ihr diese Stelle überspringen wollt.


7 Bilder Sammelt man den Superkristall ein, ist man 10 Sekunden lang sehr mächtig. Sammelt man den Superkristall ein, ist man 10 Sekunden lang sehr mächtig. [Quelle: Computec Media GmbH]
Rätsel ganz okay
Viele Rätsel spielen mit den Morphing-Fähigkeiten Knacks, aber auch hier ist immer klar (und wird sogar eingeblendet), wenn Knack seine Größe verändern soll. Es gibt aber auch andere Rätsel, da muss man zum Beispiel Blöcke von A nach B schieben oder Stromleitungen verlegen. Insgesamt sind die Rätsel ganz interessant und auch hier haben die Entwickler ein Sicherheitsnetz eingebaut: Steht man mehrere Minuten auf dem Schlauch (bildlich gesprochen), dann liefert das Spiel auf Wunsch den entscheidenden Tipp.


7 Bilder Wir hatten gehofft, dass Knack 2 zu zweit mehr Spaß macht als allein. Tut es leider nur bedingt. Wir hatten gehofft, dass Knack 2 zu zweit mehr Spaß macht als allein. Tut es leider nur bedingt. [Quelle: Computec Media GmbH]
Koop-Krampf
Gefreut hatten wir uns auf den runderneuerten Koop-Modus inklusive Partner-Moves - und mussten uns doch oft über die Kameraführung ärgern. Ständig ist ein Spieler außerhalb des Bildes und wird dann wieder in selbiges portiert. Bei Actionsequenzen macht der Koop durchaus Spaß, aber bei Sprungpassagen will man irgendwann nur noch das Pad wegwerfen. Oder man arrangiert sich, dass nur ein Spieler springt und der andere das Pad zur Seite legt. Aber das ist irgendwie auch nicht Sinn der Sache.


7 Bilder Knack (Mitte in seiner Miniform) mit seinen Abenteurer-Kollegen Lukas (l.) und dessen Onkel Ryder. Alle waren schon beim ersten Teil dabei.  Knack (Mitte in seiner Miniform) mit seinen Abenteurer-Kollegen Lukas (l.) und dessen Onkel Ryder. Alle waren schon beim ersten Teil dabei.  [Quelle: Computec Media GmbH]
Gääähnende Langeweile
Nachdem für die Story mit Marianne Krawcyk (God of War, Watch Dogs) eine erfahrene Autorin engagiert wurde, waren unsere Erwartungen an die in vielen Cutscenes erzählte Geschichte hoch. Umso größer die Enttäuschung: Der Handlung rund um Kobolde und Riesenroboter fehlt jeglicher Reiz, sie ist weder spannend, witzig oder charmant erzählt, sondern - auch wegen der 08/15-Charaktere - einfach nur extrem langweilig. Auch optisch hat sich überraschend wenig getan im Vergleich zum vier Jahre alten Vorgänger. Die Szenerie wirkt zweckmäßig, liebevolle Details sucht man meist vergebens. So ist und bleibt die Darstellung von Knack inklusive Echtzeit-Verwandlung das einzige Sehenswerte im Spiel.

  • Thomas Szedlak"Knack 2 ist ein Casual Game - im negativen Sinne."
  • Der Vorgänger wurde 2013 von der Fachpresse verrissen, schnitt bei User-Bewertungen auf Amazon aber gut ab. Ähnliches prophezeie ich für Knack 2, das für mich eher ein Casual Game denn ein Triple-A-Titel ist. Man spielt so vor sich hin, levelt sich hier und da auf und wird vor keinerlei wirkliche Herausforderungen gestellt. Das mag jüngeren Semestern ebenso gefallen wie Berufstätigen, die nach stressigem Tag etwas Entspannung an der PS4 suchen. Mich hat Knack 2 über weite Strecken einfach nur gelangweilt. Dem Spiel gehen liebevolle Details gänzlich ab – ob beim Gameplay, bei der Story oder in der Gestaltung der Spielwelt. So kann man mein Herz leider nicht erobern, sorry. Sony.


Knack 2 (PS4)
  • Spielspaß
  • 63 %
  • Grafik 6/10 
    Sound 7/10 
    Multiplayer 6/10 
Pro & Contra
Schicker Echtzeit-Morphing-Effekt
35 Spezialfähigkeiten machen das Kämpfen halbwegs interessant
Hängenbleiben praktisch unmöglich
Einige interessante Rätsel
Gegner-Design ganz nett
Gute deutsche Sprecher
Fühlt sich an als hätte man das alles schon mal gespielt
Die immer selben Ausweich-Schlag-Kombos führen meist zum Erfolg
Selten zuvor eine langweiligere Story erlebt
Selten zuvor langweiligere Charaktere erlebt
Unübersichtlicher, stellenweise nerviger Koop-Modus
Optisch kaum besser als der Vorgänger von 2013
Fazit
Uninspiriertes Action-Jump'n'Run, das über weite Strecken langweilig vor sich hin plätschert.


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