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James Bond 007: Nightfire im Gamezone-Test

Die PC-Spieler mussten schon einige Zeit warten bis sie endlich wieder in den Genuss eines James Bond Games kamen. Warum EA den Spielern mit diesem Titel beweisen will, dass ein PC sowieso nicht zum Spielen gedacht ist weil es dafür eine Konsole gibt, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

1 Bilder James Bond 007: Nightfire im Gamezone-Test

Angesichts der PC-Version von "007 Nightfire" muss sich EA fragen lassen, weshalb sie Multiplattformspiele entwickeln, die den gleichen Titel tragen, die dasselbe Cover schmückt, in dem dann aber ein ganz anderes Spiel steckt? Diese Version nämlich hat nicht mehr viel gemein mit den Konsolenbrüdern, genau genommen hat man das Beste aus dem Titel der PC-Version einfach vorenthalten. So gibt es keine Fahrsequenzen, ebenso wenig kann man in den Hubschrauber steigen oder andere Gefährte betreten. Entsprechende Szenen wurden einfach weggelassen. Um die Story nicht total ihres Sinnes zu entleeren, hat man zudem den Storyplot entsprechend abgeändert, und was dabei herauskam ist ein unterdurchschnittlicher Ego-Shooter den man mit einem der schlechtesten Multiplayer-Parts jeher aufzuwerten versuchte. Die Engine selbst glänzt mit Klipping-Fehlern wie man sie seit Tomb Raider nicht mehr gesehen hat, mitunter verschwinden Charakter bis zur Hälfte in irgendwelchen Wänden, sowie einige andere Unschönheiten die das Gameplay extrem in den Keller ziehen. Bereits im ersten Kapitel gibt es z.B. eine Szene in einer Gondel von der aus man versuchen muss einen Hubschrauber vom Himmel zu holen. Besagte Gondel befindet sich wohlgemerkt frei am Seil hängend und die Türen sind geschlossen. Dies hindert Bond allerdings nicht daran die Gondel zu verlassen und sie daraufhin, in der Luft schwebend(!), zu umkreisen. Seltsamerweise kann man mit angelegter schußsicheren Weste nicht mehr durch den Spalt nach Aussen. Eine weitere Auffälligkeit ist das erfrieren der computergesteuerten Charakter, welche mitunter wie Zinnsoldaten irgendwo in den Maps herumstehen und überhaupt nichts mehr peilen. Sie sehen nichts, sie agieren nicht und wenn man auf sie schießt passiert ebenfalls nichts. Nervt man so eine Zeitgenossen zu sehr, indem man versucht ihn zu schlagen, zu erschießen und ihn dabei heftig umkreist, versinkt er plötzlich schamhaft im Boden und ist fortan nicht mehr existent. Diese Liste der kleinen Mängel lässt sich noch weiter fortsetzen, denn auch das Treffersystem scheint mehr nach dem Mond zu funktionieren statt vernünftig berechnet zu werden. Besonders wenn man eine Mission mehrmals wiederholt, fällt einem dies auf, dass ein und dieselbe Wache mit ein und derselben Waffe manchmal bereits nach einem Schuss das Zeitliche segnet, mitunter aber mehrere Magazine(!) wegsteckt ohne mit der Wimper zu zucken. Dabei ist es völlig egal welchen Körperteil man anvisiert, die Munition scheint tatsächlich bei zunehmendem Mond immer schwächer zu werden, vielleicht aber ist auch der umgefallene Reissack in China daran Schuld.

Derweil besitzt selbst die PC-Version das Potenzial James Bond Fans zu begeistern, weil die Zwischensequenzen gut ins Gameplay eingebunden und auch die typischen Melodien und Klänge zuhauf verwendet wurden. Die Grafik glänzt vor allem wegen den hochauflösenden und kontrastreichen Texturen sowie den gut eingesetzten Licht- und Special-Effects. Allerdings sollte man unter 256 MB RAM gar nicht anfangen, denn selbst dann sind die Ladezeiten mitunter quälend lang, und zwar die Ladezeiten im Spiel, nicht die beim Levelwechsel, die noch viel länger sind. So passiert es nicht selten, dass man sich gerade zwei Schritte bewegt und die Engine beginnt fleißig nachzuladen, so fleißig gleich, dass der ganze Rechner einfriert und erst einmal steht. Geht es endlich weiter, ist das nicht von langer Dauer, denn ein Blick um die Ecke genügt, um besagten Prozess aufs neue auszulösen. Hier hilft nur das massive aufstocken des Hauptspeichers, was die Level-Ladezeiten verkürzt und die InGame-Grafik flüssiger werden lässt. In einem Satz zusammengefasst bedeutet dies, die verwendete Engine wurde nicht im geringsten optimiert, man verlässt sich lieber auf die Power der PC's.

Der mitgelieferte Multiplayer-Part gibt sich wie der Rest des Games, nämlich halbfertig und lieblos hingeschludert. Dafür sorgt schon alleine das Vorhandensein des "Capture the Flag"-Mode für Gelächter, denn was der in einem James Bond Spiel verloren hat wissen auch nur die Jungs von EA. Noch dazu wo es wirklich genug PC-Spiele gibt mit wesentlich besseren Multiplayer-Parts.

  • Peter Grubmair"-"
  • Electronic Arts wollte mit "007 Nightfire" den Spielern wohl zeigen, dass man gefälligst auf der Konsole zu zocken hat und nicht auf dem PC. Diese Version nämlich hat kaum mehr etwas gemein mit den gut gelungenen Konsolen-Versionen. Die spaßigsten Modi wurden einfach weggelassen, dafür hat man einen absolut überflüssigen Multiplayer-Part eingebaut den nie ein Mensch spielen wird. Dazu gesellen sich viele kleine Ungereimtheiten und Fehler die das Gameplay so stark beeinflussen, dass kaum mehr Spielfreude übrigbleibt. Allerdings können wir hoffen, dass zumindest die technischen Mängel mit einem demnächst erhältlichen Patch ausgemerzt werden. Das Gameplay, welches noch dazu recht kurz geraten ist, wird sich dadurch aber kaum verbessern lassen, weswegen wir jedem ambitionierten Spieler nur empfehlen können die Finger von diesem Titel zu lassen, zumindest bis ein Patch für die deutsche Version erhältlich ist der das Zielsystem, die Clipping-Fehler und die allgemeinen Logikfehler beseitigt.
James Bond 007: Nightfire (PC)
  • Singleplayer
  • 6 /10
  • Multiplayer - 
    Grafik 7/10 
    Sound 7/10 
    Steuerung 6/10 
    Gameplay 4/10 
Pro & Contra
Bond, James Bond
Andere Version als die Konsolentitel
keine Fahrzeuge können benutzt werden
Klipping-Fehler
irrationales Treffersystem
Logik-Errors
Ein Multiplayer-Part zum auslachen
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