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Iron Storm: guter Trash ! - Leser-Test von CONQUEROR


1 Bilder Iron Storm: guter Trash ! - Leser-Test von CONQUEROR
1964 – Ja, jetzt erwarten sie wohl irgendeinen neuen Konflikt, den man so noch nicht in einem Spiel ausschlachtete. 1944, 1985, ja, all diesen Daten kann man die entsprechenden Ereignisse zuordnen, aber 1964?! Leider muss ich sie enttäuschen, denn wenn es nach den Entwicklern von Iron Storm geht, befinden wir uns 1964 immer noch mitten im ersten (! ) Weltkrieg. Außer dass alles ein wenig futuristisch für diese Zeit erscheint, das schließt zum Beispiel Hubschrauber und Bildschirmtechnik mit ein, ist aber alles relativ gleich geblieben. Befestigte Schützengräben und zerstörte Städte bestimmen den Alltag. Sie sind mitten drin als Elitesoldat, der Aufträge höchster Brisanz erfüllt. Sicher, all das ist schon hundertmal in allen möglichen Genres durchgekaut worden, aber glücklicherweise hebt sich Iron Storm von diesen Kollegen angenehm ab. Dafür ist zuerst einmal das ungewöhnliche Szenario beteiligt, bei dem ich ausnahmsweise mal nicht mit Feindbildern wie dem bösen Deutschen konfrontiert werde. Der enorme Trashfaktor verhindert das einfach. Trashig sind übrigens auch einige Waffen, die es neben den eher normalen Schießprügeln wie Schrotflinte und Scharfschützengewehr gibt. So wirken manche Maschinenpistolen unerwartet klobig, tja, da war die Technik wohl noch nicht zu was eleganterem fähig. Auf den Schlachtfeldern herrscht ein trister Grau in Grau Ton vor, der perfekt zur Atmosphäre passt und besonders Fans von Kriegsfilmen a la Saving Private Ryan ansprechen sollte. Eher abträglich ist derselben aber der Spielverlauf. Klar, die Aufträge fordern immer neues: Stützpunkte ausräuchern usw. Allerdings spielt sich der Weg immer gleich. Das Programm wirft ihnen Hundertschaften von Gegnern entgegen, die eher aufgrund ihrer Zahl, statt wegen ihrer Intelligenz gefährlich sind. Warum wurde hier gespart? Ein spannender Grabenkampf mit Gegnern a la Half-Life wäre hier wesentlich angemessener und würde den Spielspaß um einiges erhöhen. Warum gibt’s nicht öfter mal richtig spannend gescriptete Szenen? Nur immer von einer Mission in die nächste ist schließlich auch langweilig. So warten immer die gleichen Armeen von Schergen, durch die ich mich ballern muss, um eine Mission erfolgreich zu bestehen. Bei allem guten Wille: Wenn ich so was will spiele ich Serious Sam. Allerdings ist das Programm aufgrund dieses Schnitzers nicht automatisch Müll, die Hardware Anforderungen zum Beispiel sind für die ziemlich gute Grafik äußerst genügsam, was den Kampf auch noch mit älteren PCs erlaubt. Auch der Sound steht da nicht zurück und reiht sich nahtlos in die Kathegorie „Atmosphärisch“ ein. Bis zu 16 Spieler ballern sich im Multiplayer blaue Bohnen um die Ohren. Insgesamt gilt: Ballerspaß von der Stange in einem ungewöhnlichen aber guten Szenario. Wollen sie nur ballern, kaufen sie Serious Sam, wollen sie Taktik, spielen sie Operation Flashpoint oder Battlefield 1942. Wer sich aber mit etwas zwischen beiden anfreunden könnte, der ist mit Iron Storm gut beraten. Allerdings hoffe ich für zukünftige Baller-Generationen, das mal was gänzlich neues rauskommt. Iron Storm macht mit seiner Hintergrundstory doch schon mal einen guten Anfang und vieles anders im Vergleich zu seinen Genre-Kollegen. Warum also nicht öfters mal in abgefahrenen parallelen Zeitlinien zocken, und neues ausprobieren? Der Spielspaß würde unter etwas Innovation sicherlich nicht leiden!

FAZIT: empfehlenswert mit Einschränkungen

Negative Aspekte:
schlechte Gegner-KI, etwas dröge

Positive Aspekte:
innovativer Hintergrund, niedrige Hardware-Anforderungen

Infos zur Spielzeit:
CONQUEROR hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Spielspaß Gesamtwertung-
    Wertung von:
    CONQUEROR
  • 7.5%
  • GAMEZONE MOBILE
    Spielspaß-Wertung
  • 7.4/10
  • Spielspaß (Multiplayer): 0.0/10
    Grafik: 8/10
    Steuerung: 7/10
    Sound: 8/10
    Atmosphäre: 7/10
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